1
00:00:00,000 --> 00:00:02,038
Willkommen im Fach Flugleistung.

2
00:00:02,038 --> 00:00:05,842
Ein Flugzeug kann unter bestimmten Bedingungen beschleunigen, steigen,

3
00:00:05,842 --> 00:00:08,016
Strecke zurücklegen und wieder anhalten.

4
00:00:08,016 --> 00:00:11,954
Wir untersuchen, wie viel davon möglich ist und welche Nachweise vor einem

5
00:00:11,954 --> 00:00:13,711
konkreten Flug erforderlich sind.

6
00:00:13,711 --> 00:00:18,098
Flugleistung verbindet deshalb Mechanik, Aerodynamik, Triebwerkstechnik,

7
00:00:18,098 --> 00:00:20,719
Atmosphäre und betriebliche Entscheidungen.

8
00:00:20,719 --> 00:00:25,049
Eine einzelne Startstrecke beantwortet noch nicht, ob ein Abflug zulässig

9
00:00:25,049 --> 00:00:25,286
ist.

10
00:00:25,286 --> 00:00:28,887
Ebenso wenig beweist eine ausreichende Landebahnlänge, dass ein bestimmter

11
00:00:28,887 --> 00:00:32,099
Anflug unter den aktuellen Bedingungen sicher beendet werden kann.

12
00:00:32,099 --> 00:00:34,507
Drei Ebenen begleiten den gesamten Kurs.

13
00:00:34,507 --> 00:00:38,043
Die physikalische Ebene erklärt Ursachen: Eine höhere Masse bedeutet

14
00:00:38,043 --> 00:00:41,162
beispielsweise mehr benötigten Auftrieb und mehr abzubauende

15
00:00:41,162 --> 00:00:42,046
Bewegungsenergie.

16
00:00:42,046 --> 00:00:45,733
Die Zulassungsebene legt fest, unter welchen Annahmen eine Leistung

17
00:00:45,733 --> 00:00:46,614
ermittelt wurde.

18
00:00:46,614 --> 00:00:50,263
Dazu gehören Konfiguration, Geschwindigkeiten und definierte

19
00:00:50,263 --> 00:00:51,418
Ausfallbedingungen.

20
00:00:51,418 --> 00:00:55,332
Die betriebliche Ebene verlangt zusätzliche Nachweise und berücksichtigt den

21
00:00:55,332 --> 00:00:55,950
Einsatzfall.

22
00:00:55,950 --> 00:00:59,175
Hier unterscheiden wir insbesondere die Planung vor dem Flug von der

23
00:00:59,175 --> 00:01:01,072
erneuten Beurteilung während des Fluges.

24
00:01:01,072 --> 00:01:04,682
Alle von uns entwickelten Flugzeugdaten und Tabellen sind ausdrücklich

25
00:01:04,682 --> 00:01:05,817
fiktive Lehrbeispiele.

26
00:01:05,817 --> 00:01:07,967
Sie beschreiben kein reales Muster.

27
00:01:07,967 --> 00:01:11,779
Wenn wir dagegen einen europäischen Regelgrundsatz besprechen, nennen wir

28
00:01:11,779 --> 00:01:12,824
seinen Zusammenhang.

29
00:01:12,824 --> 00:01:16,356
Ausgangspunkt sind die geprüften EASA-Veröffentlichungen und die dort

30
00:01:16,356 --> 00:01:17,686
bezeichneten Vorschriften.

31
00:01:17,686 --> 00:01:21,384
Für den tatsächlichen Einsatz sind die aktuelle anwendbare Regel, das

32
00:01:21,384 --> 00:01:25,456
zugelassene Flughandbuch, gültige Leistungssoftware und das Betriebshandbuch

33
00:01:25,456 --> 00:01:26,046
maßgeblich.

34
00:01:26,046 --> 00:01:29,739
Das vermeidet einen verbreiteten Fehler: Eine gut erinnerte Prüfungsformel

35
00:01:29,739 --> 00:01:33,232
wird ohne Prüfung ihrer Voraussetzungen auf jedes Flugzeug übertragen.

36
00:01:33,232 --> 00:01:35,693
Stellen wir uns eine Abflugplanung vor.

37
00:01:35,693 --> 00:01:39,766
Die Startbahn ist lang genug, aber ein Berg begrenzt den Flugweg nach einem

38
00:01:39,766 --> 00:01:40,689
Triebwerkausfall.

39
00:01:40,689 --> 00:01:44,065
Eine Verringerung der Masse könnte den Hindernisnachweis verbessern.

40
00:01:44,065 --> 00:01:47,664
Ein anderer Startpunkt könnte dagegen die nutzbare Strecke verkürzen und

41
00:01:47,664 --> 00:01:48,964
eine neue Grenze schaffen.

42
00:01:48,964 --> 00:01:51,805
Die Rechnung ist somit ein System mehrerer Bedingungen.

43
00:01:51,805 --> 00:01:55,418
Die kleinste zulässige Masse aus allen relevanten Grenzen bestimmt das

44
00:01:55,418 --> 00:01:55,883
Ergebnis.

45
00:01:55,883 --> 00:01:59,559
Ein unauffälliger Einzelwert hebt eine andere Grenze niemals auf.

46
00:01:59,559 --> 00:02:02,836
Wir werden jede Rechnung mit einer sprachlichen Prüfung verbinden.

47
00:02:02,836 --> 00:02:04,277
Was wird berechnet?

48
00:02:04,277 --> 00:02:06,105
Welche Größe ist gegeben?

49
00:02:06,105 --> 00:02:08,157
In welcher Einheit liegt sie vor?

50
00:02:08,157 --> 00:02:10,691
Welche Annahme macht das Ergebnis gültig?

51
00:02:10,691 --> 00:02:13,281
Ist bereits eine Sicherheitsmarge enthalten?

52
00:02:13,281 --> 00:02:15,082
Erst danach folgt die Zahl.

53
00:02:15,082 --> 00:02:18,927
Diese Gewohnheit hilft besonders bei Aufgaben, deren Zahlen absichtlich

54
00:02:18,927 --> 00:02:22,394
plausibel aussehen, deren Begriffe aber nicht zueinander passen.

55
00:02:22,394 --> 00:02:26,226
Am Ende soll eine nachvollziehbare Entscheidung stehen, die auch eine zweite

56
00:02:26,226 --> 00:02:28,697
Person anhand derselben Eingaben überprüfen kann.

57
00:02:28,697 --> 00:02:32,449
Flugleistungsrechnungen werden verständlicher, wenn ihre Größen klar

58
00:02:32,449 --> 00:02:33,221
getrennt sind.

59
00:02:33,221 --> 00:02:36,524
Masse messen wir in Kilogramm, Gewichtskraft in Newton.

60
00:02:36,524 --> 00:02:39,467
Das Gewicht ergibt sich aus Masse mal Erdbeschleunigung.

61
00:02:39,467 --> 00:02:43,231
Ein Lehrflugzeug mit zehntausend Kilogramm Masse besitzt bei neun Komma acht

62
00:02:43,231 --> 00:02:46,996
eins Metern pro Sekunde zum Quadrat ungefähr achtundneunzigtausendeinhundert

63
00:02:46,996 --> 00:02:48,036
Newton Gewichtskraft.

64
00:02:48,036 --> 00:02:51,531
In Tabellen werden Massen häufig verkürzt als Gewicht bezeichnet.

65
00:02:51,531 --> 00:02:55,414
Für eine Formel müssen wir trotzdem wissen, ob tatsächlich Kilogramm oder

66
00:02:55,414 --> 00:02:56,744
Newton eingesetzt werden.

67
00:02:56,744 --> 00:02:58,307
Schub ist eine Kraft.

68
00:02:58,307 --> 00:03:02,453
Erforderlicher Schub gleicht im stationären horizontalen Flug den Widerstand

69
00:03:02,453 --> 00:03:02,671
aus.

70
00:03:02,671 --> 00:03:05,763
Leistung beschreibt dagegen den Energieumsatz pro Zeit.

71
00:03:05,763 --> 00:03:09,128
Die Vortriebsleistung ist Schub mal wahre Fluggeschwindigkeit.

72
00:03:09,128 --> 00:03:12,603
Ein Schub von zwanzigtausend Newton bei hundert Metern pro Sekunde

73
00:03:12,603 --> 00:03:15,288
entspricht zwei Millionen Watt, also zwei Megawatt.

74
00:03:15,288 --> 00:03:19,335
Dieselbe Kraft bei zweihundert Metern pro Sekunde entspricht vier Megawatt.

75
00:03:19,335 --> 00:03:22,930
Daraus folgt unmittelbar, dass eine Schubkurve und eine Leistungskurve

76
00:03:22,930 --> 00:03:26,422
unterschiedliche Aussagen enthalten, auch wenn sie dasselbe Flugzeug

77
00:03:26,422 --> 00:03:27,039
beschreiben.

78
00:03:27,039 --> 00:03:30,943
Bewegungsenergie berechnen wir als eine Hälfte der Masse mal Geschwindigkeit

79
00:03:30,943 --> 00:03:31,559
zum Quadrat.

80
00:03:31,559 --> 00:03:35,002
Lageenergie gegenüber einer gewählten Bezugshöhe entspricht Masse mal

81
00:03:35,002 --> 00:03:36,349
Erdbeschleunigung mal Höhe.

82
00:03:36,349 --> 00:03:38,688
Beides lässt sich ineinander umwandeln.

83
00:03:38,688 --> 00:03:42,507
Wird ohne ausreichenden zusätzlichen Energieeintrag gestiegen, kann die

84
00:03:42,507 --> 00:03:43,852
Geschwindigkeit abnehmen.

85
00:03:43,852 --> 00:03:47,879
Wird Höhe aufgegeben, kann Geschwindigkeit entstehen oder Widerstandsarbeit

86
00:03:47,879 --> 00:03:48,792
geleistet werden.

87
00:03:48,792 --> 00:03:52,767
Die geometrische Lage der Flugzeugnase allein zeigt daher nicht, ob der

88
00:03:52,767 --> 00:03:54,502
gesamte Energiezustand zunimmt.

89
00:03:54,502 --> 00:03:57,326
Rechnen wir einen ausdrücklich idealisierten Fall.

90
00:03:57,326 --> 00:04:00,966
Ein Flugzeug mit zwanzigtausend Kilogramm beschleunigt von sechzig auf

91
00:04:00,966 --> 00:04:02,319
achtzig Meter pro Sekunde.

92
00:04:02,319 --> 00:04:05,929
Die Zunahme der Bewegungsenergie beträgt eine Hälfte mal zwanzigtausend mal

93
00:04:05,929 --> 00:04:09,299
die Differenz aus sechstausendvierhundert und dreitausendsechshundert.

94
00:04:09,299 --> 00:04:11,728
Das ergibt achtundzwanzig Millionen Joule.

95
00:04:11,728 --> 00:04:15,452
Bei einer konstanten überschüssigen Vortriebsleistung von einer Million Watt

96
00:04:15,452 --> 00:04:18,097
wären dafür rechnerisch achtundzwanzig Sekunden nötig.

97
00:04:18,097 --> 00:04:21,941
Widerstandsänderungen und Triebwerksdynamik haben wir hier ausgeblendet.

98
00:04:21,941 --> 00:04:25,869
Die Rechnung ist eine Energiebilanz, keine Startleistungsberechnung.

99
00:04:25,869 --> 00:04:29,185
Eine häufige Verwechslung betrifft Steigrate und Steigwinkel.

100
00:04:29,185 --> 00:04:31,545
Steigrate ist Höhengewinn pro Zeit.

101
00:04:31,545 --> 00:04:34,760
Steiggradient ist Höhengewinn pro horizontaler Strecke.

102
00:04:34,760 --> 00:04:38,155
Ein Flugzeug kann mit höherer Geschwindigkeit eine größere Steigrate

103
00:04:38,155 --> 00:04:41,052
besitzen und trotzdem einen flacheren Flugweg zurücklegen.

104
00:04:41,052 --> 00:04:44,515
Deshalb fragen wir bei einem Hindernis nach dem Gradient und bei der Zeit

105
00:04:44,515 --> 00:04:46,698
bis zu einer Reiseflughöhe nach der Steigrate.

106
00:04:46,698 --> 00:04:49,682
Die passende Größe wird durch die Aufgabe festgelegt.

107
00:04:49,682 --> 00:04:53,123
Ein korrekt berechneter Wert für die falsche Fragestellung bleibt eine

108
00:04:53,123 --> 00:04:53,910
falsche Antwort.

109
00:04:53,910 --> 00:04:57,160
Betrachten wir ein Flugzeug in ruhigem horizontalem Flug.

110
00:04:57,160 --> 00:04:59,170
Der Auftrieb trägt sein Gewicht.

111
00:04:59,170 --> 00:05:02,213
Für eine gegebene Dichte und Flügelfläche muss das Produkt aus

112
00:05:02,213 --> 00:05:05,943
Geschwindigkeit zum Quadrat und Auftriebsbeiwert deshalb den benötigten Wert

113
00:05:05,943 --> 00:05:06,434
erreichen.

114
00:05:06,434 --> 00:05:10,362
Verringern wir die Geschwindigkeit, muss der Auftriebsbeiwert steigen.

115
00:05:10,362 --> 00:05:13,709
Das geschieht normalerweise über einen größeren Anstellwinkel.

116
00:05:13,709 --> 00:05:17,003
Dieser Zusammenhang gilt nur innerhalb des tatsächlich nutzbaren

117
00:05:17,003 --> 00:05:18,290
aerodynamischen Bereichs.

118
00:05:18,290 --> 00:05:21,855
Jenseits des maximalen Auftriebsbeiwerts lässt sich die Gewichtskraft nicht

119
00:05:21,855 --> 00:05:24,659
mehr durch weiteres Erhöhen des Anstellwinkels ausgleichen.

120
00:05:24,659 --> 00:05:27,631
Im einfachen Leistungsmodell zerlegen wir Widerstand in einen

121
00:05:27,631 --> 00:05:31,188
geschwindigkeitsabhängig zunehmenden Anteil und einen induzierten Anteil.

122
00:05:31,188 --> 00:05:34,751
Der erste enthält unter anderem Form- und Reibungswiderstand und wächst bei

123
00:05:34,751 --> 00:05:38,028
unveränderten Beiwerten ungefähr mit dem Quadrat der Geschwindigkeit.

124
00:05:38,028 --> 00:05:41,839
Der induzierte Widerstand entsteht durch die Auftriebserzeugung am endlichen

125
00:05:41,839 --> 00:05:42,190
Flügel.

126
00:05:42,190 --> 00:05:46,127
Bei gleicher Gewichtskraft steigt er stark an, wenn die Geschwindigkeit

127
00:05:46,127 --> 00:05:46,460
sinkt.

128
00:05:46,460 --> 00:05:49,217
Die Summe ergibt eine U-förmige Widerstandskurve.

129
00:05:49,217 --> 00:05:53,064
Links ist der hohe Auftriebsbedarf teuer, rechts die schnelle Bewegung durch

130
00:05:53,064 --> 00:05:53,519
die Luft.

131
00:05:53,519 --> 00:05:57,573
Ein räumliches Denkmodell hilft, diese Wirkungen getrennt zu verfolgen.

132
00:05:57,573 --> 00:06:01,343
Stellen wir uns Wirbelschleppen hinter dem Flügel und einen Widerstandspfeil

133
00:06:01,343 --> 00:06:04,071
vor, der zunächst kürzer und später wieder länger wird.

134
00:06:04,071 --> 00:06:07,926
Das ist eine qualitative Vorstellung der Ursachen, keine maßstäbliche

135
00:06:07,926 --> 00:06:08,932
Strömungsrechnung.

136
00:06:08,932 --> 00:06:12,421
Der tiefste Punkt der Gesamtwiderstandskurve entspricht bei den getroffenen

137
00:06:12,421 --> 00:06:15,864
Annahmen dem kleinsten erforderlichen Schub und dem größten Verhältnis von

138
00:06:15,864 --> 00:06:16,934
Auftrieb zu Widerstand.

139
00:06:16,934 --> 00:06:20,691
Er ist jedoch nicht automatisch die Geschwindigkeit für jede Art maximaler

140
00:06:20,691 --> 00:06:22,011
Reichweite oder Flugdauer.

141
00:06:22,011 --> 00:06:25,327
Dafür müssen wir zusätzlich das Antriebssystem betrachten.

142
00:06:25,327 --> 00:06:28,005
Ein fiktives Beispiel macht die Kurve greifbar.

143
00:06:28,005 --> 00:06:31,909
Bei hundert Knoten beträgt der induzierte Anteil zwölf Kilonewton und der

144
00:06:31,909 --> 00:06:33,514
übrige Anteil drei Kilonewton.

145
00:06:33,514 --> 00:06:37,408
Bei höherer Geschwindigkeit könnten beide Anteile jeweils sechs Kilonewton

146
00:06:37,408 --> 00:06:37,882
betragen.

147
00:06:37,882 --> 00:06:41,317
Der Gesamtwiderstand fällt von fünfzehn auf zwölf Kilonewton.

148
00:06:41,317 --> 00:06:44,963
Noch schneller könnte der induzierte Anteil auf vier fallen, während der

149
00:06:44,963 --> 00:06:46,432
übrige Anteil auf elf steigt.

150
00:06:46,432 --> 00:06:49,375
Dann benötigen wir wieder fünfzehn Kilonewton Schub.

151
00:06:49,375 --> 00:06:53,239
Die Zahlen illustrieren die Form der Kurve und gehören zu keinem Flugzeug.

152
00:06:53,239 --> 00:06:57,363
Die Kurve verschiebt sich mit Masse, Konfiguration und Lastvielfachem.

153
00:06:57,363 --> 00:07:01,242
Ausgefahrene Klappen verändern sowohl den erreichbaren Auftrieb als auch den

154
00:07:01,242 --> 00:07:01,804
Widerstand.

155
00:07:01,804 --> 00:07:05,542
Eine Kurve aus einer sauberen Konfiguration darf deshalb nicht unverändert

156
00:07:05,542 --> 00:07:07,411
für den Landeanflug verwendet werden.

157
00:07:07,411 --> 00:07:10,827
Ebenso wenig beschreibt eine Kurve für den geraden Flug einen engen

158
00:07:10,827 --> 00:07:11,388
Kurvenflug.

159
00:07:11,388 --> 00:07:15,336
Wir prüfen vor jeder Schlussfolgerung, welche Konfiguration, Masse und

160
00:07:15,336 --> 00:07:17,761
Flugbedingung dem Diagramm zugrunde liegen.

161
00:07:17,761 --> 00:07:21,326
Die angezeigte Geschwindigkeit ist der vertraute Cockpitwert, aber die

162
00:07:21,326 --> 00:07:24,636
Flugleistungsrechnung verwendet mehrere Geschwindigkeitsbegriffe.

163
00:07:24,636 --> 00:07:26,764
IAS ist die angezeigte Fahrt.

164
00:07:26,764 --> 00:07:30,898
Korrigieren wir Instrumenten- und Einbaufehler, erhalten wir CAS, die

165
00:07:30,898 --> 00:07:32,575
kalibrierte Geschwindigkeit.

166
00:07:32,575 --> 00:07:35,980
Berücksichtigen wir zusätzlich den Kompressibilitätseinfluss in der

167
00:07:35,980 --> 00:07:39,182
Umrechnung des gemessenen Drucks, gelangen wir zur äquivalenten

168
00:07:39,182 --> 00:07:40,198
Geschwindigkeit EAS.

169
00:07:40,198 --> 00:07:43,987
TAS ist schließlich die tatsächliche Geschwindigkeit relativ zur umgebenden

170
00:07:43,987 --> 00:07:44,492
Luftmasse.

171
00:07:44,492 --> 00:07:48,505
Die Reihenfolge dieser Begriffe hilft, unterschiedliche Tabellen richtig zu

172
00:07:48,505 --> 00:07:48,826
lesen.

173
00:07:48,826 --> 00:07:52,486
EAS ist so definiert, dass der zugehörige inkompressible Staudruck auf

174
00:07:52,486 --> 00:07:55,520
Meereshöhe dem tatsächlichen dynamischen Druck entspricht.

175
00:07:55,520 --> 00:07:58,905
Damit ist sie für aerodynamische Vergleiche besonders nützlich.

176
00:07:58,905 --> 00:08:02,641
Bei kleiner Machzahl können CAS und EAS nahe beieinanderliegen.

177
00:08:02,641 --> 00:08:06,175
In großer Höhe und bei höherer Machzahl darf diese Nähe nicht einfach

178
00:08:06,175 --> 00:08:07,250
vorausgesetzt werden.

179
00:08:07,250 --> 00:08:10,876
Gerade ATPL-Aufgaben prüfen, ob eine für niedrige Geschwindigkeiten

180
00:08:10,876 --> 00:08:14,663
brauchbare Näherung unbemerkt außerhalb ihres Bereichs verwendet wird.

181
00:08:14,663 --> 00:08:18,406
Zwischen EAS und TAS gilt über das Dichteverhältnis Sigma: TAS ist EAS

182
00:08:18,406 --> 00:08:20,652
geteilt durch die Quadratwurzel aus Sigma.

183
00:08:20,652 --> 00:08:24,514
Nehmen wir für ein fiktives Beispiel eine EAS von zweihundert Knoten und ein

184
00:08:24,514 --> 00:08:26,546
Dichteverhältnis von null Komma vier an.

185
00:08:26,546 --> 00:08:29,922
Die Quadratwurzel beträgt ungefähr null Komma sechs drei zwei.

186
00:08:29,922 --> 00:08:33,919
Zweihundert geteilt durch diesen Wert ergibt rund dreihundertsechzehn Knoten

187
00:08:33,919 --> 00:08:34,129
TAS.

188
00:08:34,129 --> 00:08:37,326
Das Flugzeug bewegt sich also viel schneller durch die Luft als der

189
00:08:37,326 --> 00:08:39,282
äquivalente Staudruckwert vermuten lässt.

190
00:08:39,282 --> 00:08:43,135
Die aerodynamische Belastung wird dadurch nicht automatisch größer, denn die

191
00:08:43,135 --> 00:08:45,365
geringere Dichte ist bereits berücksichtigt.

192
00:08:45,365 --> 00:08:48,027
Am Boden ist dieselbe Unterscheidung entscheidend.

193
00:08:48,027 --> 00:08:51,355
Für denselben benötigten Auftriebsbeiwert und dieselbe Masse ist

194
00:08:51,355 --> 00:08:54,163
näherungsweise dieselbe EAS beim Abheben erforderlich.

195
00:08:54,163 --> 00:08:56,798
In dünnerer Luft entspricht ihr eine höhere TAS.

196
00:08:56,798 --> 00:09:00,233
Ohne Wind bedeutet das auch eine höhere Geschwindigkeit über Grund.

197
00:09:00,233 --> 00:09:03,685
Mehr Geschwindigkeit über Grund verlangt mehr Beschleunigungsstrecke und

198
00:09:03,685 --> 00:09:06,850
erhöht die Bewegungsenergie, die bei einem Abbruch abzubauen wäre.

199
00:09:06,850 --> 00:09:10,260
Gleichzeitig kann der Antrieb weniger Schub oder Leistung liefern.

200
00:09:10,260 --> 00:09:13,238
Mehrere ungünstige Effekte treten gemeinsam auf.

201
00:09:13,238 --> 00:09:17,153
Für die Hindernisgeometrie benötigen wir zusätzlich die Geschwindigkeit über

202
00:09:17,153 --> 00:09:17,462
Grund.

203
00:09:17,462 --> 00:09:21,575
Ein Windvektor verändert diese, ohne direkt den Staudruck zu verändern.

204
00:09:21,575 --> 00:09:24,859
Ein Gegenwind kann deshalb den über Grund erreichten Steiggradient

205
00:09:24,859 --> 00:09:28,592
verbessern, obwohl die aerodynamische Steigleistung gegenüber der Luftmasse

206
00:09:28,592 --> 00:09:29,537
unverändert bleibt.

207
00:09:29,537 --> 00:09:33,270
Die verwendete Geschwindigkeitsart muss immer ausdrücklich zum Rechenschritt

208
00:09:33,270 --> 00:09:33,614
passen.

209
00:09:33,614 --> 00:09:36,997
Eine Knotenangabe allein ist noch keine vollständige Eingabe.

210
00:09:36,997 --> 00:09:40,640
Die Druckhöhe ist diejenige Höhe in der Standardatmosphäre, die zum

211
00:09:40,640 --> 00:09:42,217
vorhandenen Luftdruck gehört.

212
00:09:42,217 --> 00:09:45,843
Ein auf den Standarddruck eingestellter Höhenmesser liefert ihre praktische

213
00:09:45,843 --> 00:09:46,375
Annäherung.

214
00:09:46,375 --> 00:09:50,141
Die Dichtehöhe ordnet dagegen die tatsächliche Luftdichte einer Höhe in der

215
00:09:50,141 --> 00:09:51,246
Standardatmosphäre zu.

216
00:09:51,246 --> 00:09:54,640
Sie ist deshalb weder die wahre Höhe über dem Meer noch die Höhe über dem

217
00:09:54,640 --> 00:09:55,012
Gelände.

218
00:09:55,012 --> 00:09:58,888
Ein Flugplatz auf moderater geografischer Höhe kann an einem heißen Tag eine

219
00:09:58,888 --> 00:10:00,826
erheblich größere Dichtehöhe besitzen.

220
00:10:00,826 --> 00:10:04,713
Für trockene Luft verbindet die ideale Gasgleichung Dichte, Druck und

221
00:10:04,713 --> 00:10:05,840
absolute Temperatur.

222
00:10:05,840 --> 00:10:09,879
Bei gleichem Druck sinkt die Dichte, wenn die Temperatur in Kelvin steigt.

223
00:10:09,879 --> 00:10:13,435
Wasserdampf verringert bei gleichem Gesamtdruck und gleicher Temperatur die

224
00:10:13,435 --> 00:10:16,706
Dichte ebenfalls, weil Wassermoleküle im Mittel leichter sind als die

225
00:10:16,706 --> 00:10:18,508
ersetzten Bestandteile trockener Luft.

226
00:10:18,508 --> 00:10:21,816
In vielen zugelassenen Leistungsunterlagen gehen Druckhöhe und

227
00:10:21,816 --> 00:10:23,256
Außentemperatur direkt ein.

228
00:10:23,256 --> 00:10:27,021
Die Dichtehöhe ist dann ein hilfreicher Erklärungsbegriff, aber kein Ersatz

229
00:10:27,021 --> 00:10:28,728
für die vorgeschriebenen Eingaben.

230
00:10:28,728 --> 00:10:32,536
Eine verbreitete Näherung für einen begrenzten Bereich lautet: Dichtehöhe

231
00:10:32,536 --> 00:10:36,344
ungefähr Druckhöhe plus hundertzwanzig Fuß je Grad Celsius Abweichung von

232
00:10:36,344 --> 00:10:36,553
ISA.

233
00:10:36,553 --> 00:10:39,269
Wir verwenden sie ausschließlich zur Größenordnung.

234
00:10:39,269 --> 00:10:42,711
Bei einer Druckhöhe von fünftausend Fuß liegt die ISA-Temperatur

235
00:10:42,711 --> 00:10:44,702
näherungsweise bei fünf Grad Celsius.

236
00:10:44,702 --> 00:10:49,007
Beträgt die Außentemperatur fünfundzwanzig Grad, beträgt die Abweichung

237
00:10:49,007 --> 00:10:49,796
zwanzig Grad.

238
00:10:49,796 --> 00:10:53,325
Zwanzig mal hundertzwanzig ergibt zweitausendvierhundert Fuß.

239
00:10:53,325 --> 00:10:56,904
Die geschätzte Dichtehöhe beträgt damit siebentausendvierhundert Fuß.

240
00:10:56,904 --> 00:11:00,841
Eine präzise Leistungsberechnung entnehmen wir weiterhin den gültigen Daten.

241
00:11:00,841 --> 00:11:02,998
Warum wirkt die dünnere Luft mehrfach?

242
00:11:02,998 --> 00:11:06,496
Ein nicht aufgeladener Kolbenmotor kann weniger Luftmasse aufnehmen und

243
00:11:06,496 --> 00:11:08,270
dadurch weniger Leistung entwickeln.

244
00:11:08,270 --> 00:11:11,836
Ein Propeller arbeitet in einer veränderten Strömung und benötigt seine

245
00:11:11,836 --> 00:11:13,092
tatsächlichen Kennfelder.

246
00:11:13,092 --> 00:11:16,933
Ein Strahltriebwerk wird durch Luftmassenstrom, Temperaturgrenzen und

247
00:11:16,933 --> 00:11:18,102
Regelung beeinflusst.

248
00:11:18,102 --> 00:11:22,035
Gleichzeitig braucht das Flugzeug für einen bestimmten Staudruck eine höhere

249
00:11:22,035 --> 00:11:22,242
TAS.

250
00:11:22,242 --> 00:11:25,625
Die Beschleunigung kann schwächer und die benötigte Geschwindigkeit höher

251
00:11:25,625 --> 00:11:25,949
werden.

252
00:11:25,949 --> 00:11:29,935
Die pauschale Aussage, dünne Luft bedeute nur eine kleinere Anzeige,

253
00:11:29,935 --> 00:11:31,694
verfehlt diese Leistungskette.

254
00:11:31,694 --> 00:11:34,577
In der Prüfung unterscheiden wir deshalb zwei Fragen.

255
00:11:34,577 --> 00:11:37,809
Die Dichtehöhe erklärt die allgemeine Leistungsverschlechterung.

256
00:11:37,809 --> 00:11:41,181
Die tatsächlich zulässige Startmasse ergibt sich aus den für das Muster

257
00:11:41,181 --> 00:11:44,268
vorgesehenen Druckhöhen- und Temperaturdaten sowie allen weiteren

258
00:11:44,268 --> 00:11:44,838
Bedingungen.

259
00:11:44,838 --> 00:11:48,740
Liegt eine Eingabe außerhalb des Datenbereichs, ist eine freie Verlängerung

260
00:11:48,740 --> 00:11:50,924
der letzten Kurve keine belastbare Lösung.

261
00:11:50,924 --> 00:11:54,814
Auch eine anschauliche physikalische Erklärung schafft keine Genehmigung für

262
00:11:54,814 --> 00:11:56,145
eine solche Extrapolation.

263
00:11:56,145 --> 00:11:59,805
Die Machzahl ist das Verhältnis der wahren Fluggeschwindigkeit zur lokalen

264
00:11:59,805 --> 00:12:00,893
Schallgeschwindigkeit.

265
00:12:00,893 --> 00:12:04,547
In einer idealisierten Gasbeschreibung hängt die Schallgeschwindigkeit von

266
00:12:04,547 --> 00:12:06,818
der Quadratwurzel der absoluten Temperatur ab.

267
00:12:06,818 --> 00:12:09,436
Sie hängt damit nicht unmittelbar von der Höhe ab.

268
00:12:09,436 --> 00:12:12,165
Die Höhe wirkt über die dort herrschende Temperatur.

269
00:12:12,165 --> 00:12:15,669
In einer annähernd isothermen Schicht ändert sich die Schallgeschwindigkeit

270
00:12:15,669 --> 00:12:19,219
entsprechend wenig, selbst wenn der Luftdruck mit weiterer Höhe stark fällt.

271
00:12:19,219 --> 00:12:22,930
Eine Rechenfrage: Die lokale Schallgeschwindigkeit sei ausdrücklich als

272
00:12:22,930 --> 00:12:25,386
Lehrwert mit fünfhundertachtzig Knoten gegeben.

273
00:12:25,386 --> 00:12:27,805
Welche TAS entspricht Mach null Komma acht?

274
00:12:27,805 --> 00:12:31,350
Wir multiplizieren fünfhundertachtzig mit null Komma acht und erhalten

275
00:12:31,350 --> 00:12:33,021
vierhundertvierundsechzig Knoten.

276
00:12:33,021 --> 00:12:36,777
Bei derselben Machzahl und einer höheren lokalen Schallgeschwindigkeit wäre

277
00:12:36,777 --> 00:12:37,528
die TAS größer.

278
00:12:37,528 --> 00:12:41,033
Eine konstante Machzahl bedeutet folglich weder unter allen Bedingungen

279
00:12:41,033 --> 00:12:43,698
dieselbe TAS noch dieselbe angezeigte Geschwindigkeit.

280
00:12:43,698 --> 00:12:46,948
Das ist bei der Interpretation eines Höhenprofils wichtig.

281
00:12:46,948 --> 00:12:49,604
Die Strömung beschleunigt lokal um den Flügel.

282
00:12:49,604 --> 00:12:53,363
Deshalb können einzelne Bereiche bereits Schallgeschwindigkeit erreichen,

283
00:12:53,363 --> 00:12:55,886
obwohl die Flugzeugmachzahl kleiner als eins ist.

284
00:12:55,886 --> 00:12:59,470
Mit weiteren lokalen Überschallbereichen und Verdichtungsstößen kann der

285
00:12:59,470 --> 00:13:00,764
Widerstand stark zunehmen.

286
00:13:00,764 --> 00:13:04,612
Auch Strömungsablösung, Buffet und Änderungen der Steuerkräfte können

287
00:13:04,612 --> 00:13:05,170
auftreten.

288
00:13:05,170 --> 00:13:09,723
Der genaue Beginn hängt von Profil, Flügelgeometrie, Auftriebsbeiwert und

289
00:13:09,723 --> 00:13:10,659
Flugzustand ab.

290
00:13:10,659 --> 00:13:13,877
Eine einzige angeblich universelle kritische Machzahl für alle

291
00:13:13,877 --> 00:13:15,537
Verkehrsflugzeuge gibt es nicht.

292
00:13:15,537 --> 00:13:19,314
Bei einem Steigflug mit zunächst konstanter CAS steigt normalerweise die

293
00:13:19,314 --> 00:13:22,723
Machzahl, bis der geplante Übergang auf eine Machführung erfolgt.

294
00:13:22,723 --> 00:13:25,208
Dieser Übergang wird als Crossover beschrieben.

295
00:13:25,208 --> 00:13:29,268
Danach kann eine konstante Machzahl mit weiter sinkender CAS verbunden sein.

296
00:13:29,268 --> 00:13:32,780
Der Grund liegt in den veränderten Druck- und Temperaturverhältnissen.

297
00:13:32,780 --> 00:13:36,900
Im Leistungsmodell müssen wir daher wissen, ob das Steigprofil durch CAS,

298
00:13:36,900 --> 00:13:39,666
Mach oder eine kombinierte Vorgabe definiert ist.

299
00:13:39,666 --> 00:13:43,702
Die entsprechende Geschwindigkeit verändert Widerstand, Triebwerkszustand

300
00:13:43,702 --> 00:13:44,697
und Steigleistung.

301
00:13:44,697 --> 00:13:48,426
Für den schnellen Reiseflug genügt die Frage nach dem kleinsten Widerstand

302
00:13:48,426 --> 00:13:48,729
nicht.

303
00:13:48,729 --> 00:13:52,345
Ein höherer Machwert kann die Flugzeit verkürzen, erhöht aber häufig den

304
00:13:52,345 --> 00:13:54,455
Verbrauch und verringert bestimmte Margen.

305
00:13:54,455 --> 00:13:58,547
Strukturelle Geschwindigkeitsgrenzen, Buffetgrenzen, verfügbare Leistung und

306
00:13:58,547 --> 00:14:02,046
wirtschaftliche Vorgaben bilden gemeinsam den zulässigen Bereich.

307
00:14:02,046 --> 00:14:05,700
Ein günstiger Rückenwind hebt keine Machgrenze auf, weil Wind die Bewegung

308
00:14:05,700 --> 00:14:09,402
über Grund verändert und die lokale Strömung am Flugzeug nicht entsprechend

309
00:14:09,402 --> 00:14:09,896
entlastet.

310
00:14:09,896 --> 00:14:13,512
Die saubere Trennung zwischen TAS, Mach und Grundgeschwindigkeit verhindert

311
00:14:13,512 --> 00:14:15,730
hier einen besonders grundlegenden Denkfehler.

312
00:14:15,730 --> 00:14:19,549
Die Widerstandskurve können wir als Kurve des erforderlichen Schubs lesen,

313
00:14:19,549 --> 00:14:22,284
solange wir stationären horizontalen Flug betrachten.

314
00:14:22,284 --> 00:14:26,786
Jeder Punkt sagt, welche Vortriebskraft nötig ist, um Geschwindigkeit und

315
00:14:26,786 --> 00:14:27,711
Höhe zu halten.

316
00:14:27,711 --> 00:14:31,533
Multiplizieren wir diese Kraft mit der jeweiligen TAS, erhalten wir die

317
00:14:31,533 --> 00:14:33,256
erforderliche Vortriebsleistung.

318
00:14:33,256 --> 00:14:36,899
Durch diese Multiplikation wird die rechte Seite des Diagramms stärker

319
00:14:36,899 --> 00:14:37,420
angehoben.

320
00:14:37,420 --> 00:14:40,927
Das Minimum der Leistungskurve liegt deshalb bei dem einfachen U-förmigen

321
00:14:40,927 --> 00:14:42,849
Modell links vom Minimum der Schubkurve.

322
00:14:42,849 --> 00:14:45,223
Nehmen wir drei fiktive Betriebspunkte.

323
00:14:45,223 --> 00:14:49,308
Bei sechzig Metern pro Sekunde seien fünfzehntausend Newton erforderlich.

324
00:14:49,308 --> 00:14:51,482
Das ergibt neunhunderttausend Watt.

325
00:14:51,482 --> 00:14:55,357
Bei achtzig Metern pro Sekunde seien zwölftausend Newton erforderlich.

326
00:14:55,357 --> 00:14:57,870
Das ergibt neunhundertsechzigtausend Watt.

327
00:14:57,870 --> 00:15:01,868
Bei hundert Metern pro Sekunde seien dreizehntausend Newton erforderlich.

328
00:15:01,868 --> 00:15:04,548
Das ergibt eine Million dreihunderttausend Watt.

329
00:15:04,548 --> 00:15:08,212
In diesem kleinen Datensatz liegt der geringste Schub beim mittleren Punkt,

330
00:15:08,212 --> 00:15:10,704
die geringste Leistung aber beim langsamsten Punkt.

331
00:15:10,704 --> 00:15:14,227
Die Zahlen allein zeigen bereits den Unterschied, ohne dass wir eine

332
00:15:14,227 --> 00:15:16,040
vollständige Kurve zeichnen müssen.

333
00:15:16,040 --> 00:15:18,867
Für die Interpretation ist die Einheit entscheidend.

334
00:15:18,867 --> 00:15:22,233
Eine Leistung von neunhundert Kilowatt an der Luftschraubenwelle ist noch

335
00:15:22,233 --> 00:15:25,277
nicht automatisch eine Vortriebsleistung von neunhundert Kilowatt.

336
00:15:25,277 --> 00:15:27,835
Zwischen beiden liegt der Propellerwirkungsgrad.

337
00:15:27,835 --> 00:15:31,448
Auch Nebenaggregate und Übertragungsverluste können relevant sein.

338
00:15:31,448 --> 00:15:34,976
Bei einem Strahltriebwerk ist der abgegebene Schub häufig die unmittelbar

339
00:15:34,976 --> 00:15:37,489
nützliche Ausgangsgröße für das Flugleistungsmodell.

340
00:15:37,489 --> 00:15:40,523
Der Kraftstoffverbrauch wird dann mit einer schubspezifischen

341
00:15:40,523 --> 00:15:43,905
Verbrauchsgröße verknüpft, wobei diese keineswegs für alle Höhen und

342
00:15:43,905 --> 00:15:45,447
Geschwindigkeiten konstant ist.

343
00:15:45,447 --> 00:15:48,875
Die Kurven erklären außerdem den Bereich hinter der Leistungskurve.

344
00:15:48,875 --> 00:15:52,420
Bei sehr kleiner Geschwindigkeit kann weiteres Verlangsamen eine höhere

345
00:15:52,420 --> 00:15:55,864
erforderliche Leistung bedeuten, weil der induzierte Widerstand stark

346
00:15:55,864 --> 00:15:56,264
zunimmt.

347
00:15:56,264 --> 00:15:59,476
Eine bloße Verringerung der Fahrt führt dort nicht zwangsläufig zu

348
00:15:59,476 --> 00:16:00,498
geringerem Verbrauch.

349
00:16:00,498 --> 00:16:04,142
Ebenso wenig folgt aus einer niedrigen Geschwindigkeit automatisch eine

350
00:16:04,142 --> 00:16:05,118
große Steigreserve.

351
00:16:05,118 --> 00:16:08,650
Welche Reaktion im konkreten Cockpit richtig ist, richtet sich nach

352
00:16:08,650 --> 00:16:12,604
Musterverfahren und Ausbildung; unser Diagramm erklärt den Zusammenhang und

353
00:16:12,604 --> 00:16:14,819
gibt keine universelle Handlungsfolge vor.

354
00:16:14,819 --> 00:16:18,346
Eine Prüfungsaufgabe kann nach der kleinsten Sinkrate, der längsten

355
00:16:18,346 --> 00:16:20,716
Flugdauer oder dem besten Steigwinkel fragen.

356
00:16:20,716 --> 00:16:23,996
Alle drei Fragen können Kurven dieser Art verwenden, wählen aber

357
00:16:23,996 --> 00:16:26,149
unterschiedliche geometrische Beziehungen.

358
00:16:26,149 --> 00:16:29,179
Wir benennen deshalb zunächst die zu optimierende Größe.

359
00:16:29,179 --> 00:16:33,064
Erst dann suchen wir ein Minimum, einen vertikalen Abstand oder eine

360
00:16:33,064 --> 00:16:33,578
Tangente.

361
00:16:33,578 --> 00:16:37,729
Das bewahrt davor, aus Gewohnheit immer denselben Punkt der Widerstandskurve

362
00:16:37,729 --> 00:16:39,094
als Antwort zu markieren.

363
00:16:39,094 --> 00:16:42,103
Zur Bedarfskurve kommt die verfügbare Antriebsgröße.

364
00:16:42,103 --> 00:16:46,224
Nur ihr Abstand zeigt, welche Reserve für Beschleunigung oder Steigflug

365
00:16:46,224 --> 00:16:47,036
vorhanden ist.

366
00:16:47,036 --> 00:16:50,276
Bei einem stark vereinfachten Strahlflugzeugmodell zeichnen wir den

367
00:16:50,276 --> 00:16:53,806
verfügbaren Schub über einen begrenzten Geschwindigkeitsbereich annähernd

368
00:16:53,806 --> 00:16:54,338
waagerecht.

369
00:16:54,338 --> 00:16:58,213
Bei einem vereinfachten Propellerflugzeugmodell nehmen wir dagegen ungefähr

370
00:16:58,213 --> 00:17:00,229
konstante verfügbare Wellenleistung an.

371
00:17:00,229 --> 00:17:02,091
Beide Bilder sind Lehrmodelle.

372
00:17:02,091 --> 00:17:06,244
Reale Triebwerke besitzen Kennfelder, Regelgrenzen und Änderungen durch

373
00:17:06,244 --> 00:17:08,642
Fluggeschwindigkeit, Temperatur und Höhe.

374
00:17:08,642 --> 00:17:12,089
Beim Propeller gilt für die nutzbare Vortriebsleistung näherungsweise

375
00:17:12,089 --> 00:17:13,687
Wellenleistung mal Wirkungsgrad.

376
00:17:13,687 --> 00:17:17,339
Teilen wir diese durch TAS, erhalten wir den zugehörigen Schub.

377
00:17:17,339 --> 00:17:20,623
Ein idealisiertes Flugzeug mit sechshundert Kilowatt Wellenleistung und

378
00:17:20,623 --> 00:17:23,353
einem angenommenen Wirkungsgrad von null Komma acht liefert

379
00:17:23,353 --> 00:17:25,481
vierhundertachtzig Kilowatt Vortriebsleistung.

380
00:17:25,481 --> 00:17:29,321
Bei sechzig Metern pro Sekunde entspricht dies achttausend Newton Schub.

381
00:17:29,321 --> 00:17:32,753
Bei achtzig Metern pro Sekunde wären es sechstausend Newton.

382
00:17:32,753 --> 00:17:36,177
Der angenommene konstante Wirkungsgrad ist eine Rechenvereinfachung;

383
00:17:36,177 --> 00:17:39,852
besonders nahe dem Stillstand muss ein anderes geeignetes Propellermodell

384
00:17:39,852 --> 00:17:40,708
verwendet werden.

385
00:17:40,708 --> 00:17:44,326
Wir können uns diesen Zusammenhang räumlich als zwei verschiedene Pfeile

386
00:17:44,326 --> 00:17:46,889
vorstellen: einen für Leistung und einen für Schub.

387
00:17:46,889 --> 00:17:50,478
Während die Geschwindigkeit wächst, muss der Schubpfeil bei konstanter

388
00:17:50,478 --> 00:17:52,119
Vortriebsleistung kürzer werden.

389
00:17:52,119 --> 00:17:56,157
So wird verständlich, weshalb konstante Leistung keinen konstanten Schub

390
00:17:56,157 --> 00:17:56,661
bedeutet.

391
00:17:56,661 --> 00:18:00,157
Beim Jet kann dagegen eine vergleichsweise gleichbleibende Schubkraft mit

392
00:18:00,157 --> 00:18:03,365
steigender Geschwindigkeit eine größere Vortriebsleistung erzeugen.

393
00:18:03,365 --> 00:18:06,650
Diese unterschiedliche Darstellung erklärt viele typische Unterschiede

394
00:18:06,650 --> 00:18:09,513
zwischen den optimalen Geschwindigkeiten eines Jets und eines

395
00:18:09,513 --> 00:18:10,405
Propellerflugzeugs.

396
00:18:10,405 --> 00:18:14,091
Sie ersetzt jedoch nicht den Vergleich ihrer tatsächlichen Verbrauchsdaten.

397
00:18:14,091 --> 00:18:17,765
Mit steigender Höhe sinkt bei vielen Antrieben die verfügbare Leistung oder

398
00:18:17,765 --> 00:18:18,794
der verfügbare Schub.

399
00:18:18,794 --> 00:18:22,700
Aufladung, Flat Rating und Temperaturbegrenzung können die Kurvenform

400
00:18:22,700 --> 00:18:23,889
wesentlich verändern.

401
00:18:23,889 --> 00:18:27,290
Flat Rating bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ein Triebwerk in einem

402
00:18:27,290 --> 00:18:30,739
Bereich auf einen festgelegten Wert begrenzt wird und erst oberhalb einer

403
00:18:30,739 --> 00:18:33,621
maßgeblichen Bedingung nicht mehr denselben Wert halten kann.

404
00:18:33,621 --> 00:18:37,575
Die genaue Temperaturgrenze und der weitere Abfall gehören zum jeweiligen

405
00:18:37,575 --> 00:18:37,954
Muster.

406
00:18:37,954 --> 00:18:41,713
Aus dem Begriff allein lässt sich kein numerischer Korrekturfaktor gewinnen.

407
00:18:41,713 --> 00:18:45,500
Für unsere Leistungsrechnung sind außerdem zeitlich zulässige Ratings

408
00:18:45,500 --> 00:18:45,993
relevant.

409
00:18:45,993 --> 00:18:49,909
Startleistung, maximale Dauerleistung und Reiseflugleistung dürfen nicht

410
00:18:49,909 --> 00:18:51,377
beliebig vertauscht werden.

411
00:18:51,377 --> 00:18:55,124
Eine nur kurzzeitig verfügbare Reserve ist keine Grundlage für einen

412
00:18:55,124 --> 00:18:56,667
unbegrenzt langen Steigflug.

413
00:18:56,667 --> 00:19:00,544
Auch eingeschaltete Enteisung oder eine veränderte Zapfluftentnahme können

414
00:19:00,544 --> 00:19:01,958
verfügbare Leistung kosten.

415
00:19:01,958 --> 00:19:05,262
Die gültige Konfiguration der Leistungsdaten muss deshalb mit dem

416
00:19:05,262 --> 00:19:08,668
beabsichtigten Flugzustand übereinstimmen, bevor wir eine scheinbar

417
00:19:08,668 --> 00:19:10,803
komfortable Reserve als verfügbar ansehen.

418
00:19:10,803 --> 00:19:14,633
Im stationären geradlinigen Steigflug wird ein Teil des Schubs benötigt, um

419
00:19:14,633 --> 00:19:17,595
die Gewichtskomponente entlang des Flugwegs zu überwinden.

420
00:19:17,595 --> 00:19:21,325
Für kleine Winkel ist der Steiggradient relativ zur Luftmasse näherungsweise

421
00:19:21,325 --> 00:19:23,485
Schubüberschuss geteilt durch Gewichtskraft.

422
00:19:23,485 --> 00:19:26,823
Die Steigrate ergibt sich aus dem Leistungsüberschuss geteilt durch

423
00:19:26,823 --> 00:19:27,521
Gewichtskraft.

424
00:19:27,521 --> 00:19:31,047
Beide Gleichungen beschreiben denselben Energiezusammenhang aus zwei

425
00:19:31,047 --> 00:19:31,721
Perspektiven.

426
00:19:31,721 --> 00:19:35,285
Ihre optimalen Geschwindigkeiten müssen dennoch nicht übereinstimmen.

427
00:19:35,285 --> 00:19:38,766
Der maximale Abstand zwischen Schubkurven liegt normalerweise an einem

428
00:19:38,766 --> 00:19:41,948
anderen Punkt als der maximale Abstand zwischen Leistungskurven.

429
00:19:41,948 --> 00:19:46,214
V X bezeichnet die Geschwindigkeit für den besten Steigwinkel, V Y diejenige

430
00:19:46,214 --> 00:19:50,312
für die beste Steigrate, jeweils unter den dafür definierten Bedingungen.

431
00:19:50,312 --> 00:19:53,816
Die Bezeichnungen sind besonders aus kleineren Flugzeugen bekannt.

432
00:19:53,816 --> 00:19:57,473
Verkehrsflugzeuge verwenden für konkrete Flugphasen weitere geplante

433
00:19:57,473 --> 00:20:01,399
Geschwindigkeiten, die auch Ausfall-, Buffet- und Verfahrensanforderungen

434
00:20:01,399 --> 00:20:01,883
erfüllen.

435
00:20:01,883 --> 00:20:05,665
Man darf deshalb eine abstrakt optimierte V-X-Rechnung nicht anstelle eines

436
00:20:05,665 --> 00:20:07,683
vorgeschriebenen Startprofils verwenden.

437
00:20:07,683 --> 00:20:11,721
Ein fiktives Flugzeug hat eine Gewichtskraft von zweihunderttausend Newton.

438
00:20:11,721 --> 00:20:15,567
Bei einer bestimmten Geschwindigkeit beträgt der Schubüberschuss zehntausend

439
00:20:15,567 --> 00:20:15,922
Newton.

440
00:20:15,922 --> 00:20:19,870
Der Gradient gegenüber der Luftmasse beträgt näherungsweise fünf Prozent.

441
00:20:19,870 --> 00:20:23,136
Bei achtzig Metern pro Sekunde entspricht der Leistungsüberschuss

442
00:20:23,136 --> 00:20:24,342
achthunderttausend Watt.

443
00:20:24,342 --> 00:20:27,964
Dividiert durch zweihunderttausend Newton erhalten wir vier Meter pro

444
00:20:27,964 --> 00:20:28,909
Sekunde Steigrate.

445
00:20:28,909 --> 00:20:32,827
Die Zahlen stimmen zusammen, weil vier geteilt durch achtzig ebenfalls null

446
00:20:32,827 --> 00:20:34,028
Komma null fünf ergibt.

447
00:20:34,028 --> 00:20:37,474
Wir haben dabei kleine Winkel und konstante Bedingungen angenommen.

448
00:20:37,474 --> 00:20:40,912
Für maximale Flugdauer möchten wir eine möglichst lange Zeit aus dem

449
00:20:40,912 --> 00:20:42,530
verfügbaren Kraftstoff gewinnen.

450
00:20:42,530 --> 00:20:45,462
Entscheidend ist deshalb der Kraftstofffluss pro Zeit.

451
00:20:45,462 --> 00:20:48,872
Für maximale Reichweite möchten wir eine möglichst große Strecke pro

452
00:20:48,872 --> 00:20:50,828
verbrauchter Kraftstoffmenge erreichen.

453
00:20:50,828 --> 00:20:53,229
Entscheidend ist die spezifische Reichweite.

454
00:20:53,229 --> 00:20:56,822
Unter einem einfachen Jetmodell mit konstantem schubspezifischem Verbrauch

455
00:20:56,822 --> 00:20:59,783
liegt maximale Flugdauer beim kleinsten erforderlichen Schub.

456
00:20:59,783 --> 00:21:03,326
Die größte Reichweite verlangt zusätzlich den Geschwindigkeitsgewinn im

457
00:21:03,326 --> 00:21:04,573
Verhältnis zum Verbrauch.

458
00:21:04,573 --> 00:21:07,983
Beim idealisierten Propellerflugzeug mit konstantem Wirkungsgrad und

459
00:21:07,983 --> 00:21:11,243
leistungsspezifischem Verbrauch ergeben sich andere Kurvenpunkte.

460
00:21:11,243 --> 00:21:13,930
Diese Annahmen sind der Kern der Prüfungslogik.

461
00:21:13,930 --> 00:21:17,705
Wird nach einer theoretischen Kurvenbeziehung gefragt, nennen wir das

462
00:21:17,705 --> 00:21:18,088
Modell.

463
00:21:18,088 --> 00:21:21,437
Wird eine betriebliche Geschwindigkeit gesucht, brauchen wir die

464
00:21:21,437 --> 00:21:22,641
tatsächlichen Tabellen.

465
00:21:22,641 --> 00:21:25,793
Wind beeinflusst die Reichweite über Grund und kann die günstigste

466
00:21:25,793 --> 00:21:27,130
Geschwindigkeit verschieben.

467
00:21:27,130 --> 00:21:30,774
Für reine Flugdauer in einer Luftmasse wirkt er nicht auf dieselbe Weise.

468
00:21:30,774 --> 00:21:34,800
Deshalb sind Holding, Warteschleife, Überführungsflug und ein zeitkritischer

469
00:21:34,800 --> 00:21:38,666
Streckenflug trotz desselben Flugzeugs verschiedene Optimierungsaufgaben.

470
00:21:38,666 --> 00:21:41,770
Mehr Masse verlangt im horizontalen Flug mehr Auftrieb.

471
00:21:41,770 --> 00:21:45,202
Bei unverändertem maximalem Auftriebsbeiwert steigt eine entsprechende

472
00:21:45,202 --> 00:21:48,438
charakteristische Geschwindigkeit mit der Quadratwurzel der Masse.

473
00:21:48,438 --> 00:21:51,574
Erhöhen wir in einem fiktiven Modell die Masse von vierzig auf

474
00:21:51,574 --> 00:21:55,316
neunundvierzig Tonnen, beträgt das Verhältnis neunundvierzig geteilt durch

475
00:21:55,316 --> 00:21:57,389
vierzig gleich eins Komma zwei zwei fünf.

476
00:21:57,389 --> 00:22:00,737
Die Quadratwurzel liegt ungefähr bei eins Komma eins null sieben.

477
00:22:00,737 --> 00:22:04,324
Eine Vergleichsgeschwindigkeit von hundertzwanzig Knoten würde damit auf

478
00:22:04,324 --> 00:22:06,417
rund hundertdreiunddreißig Knoten steigen.

479
00:22:06,417 --> 00:22:09,848
Dies ist eine Skalierung im Modell und keine Methode, beliebige

480
00:22:09,848 --> 00:22:12,081
AFM-Geschwindigkeiten selbst festzulegen.

481
00:22:12,081 --> 00:22:15,386
Die größere Masse erhöht nicht nur den Geschwindigkeitsbedarf.

482
00:22:15,386 --> 00:22:19,272
Sie bedeutet auch größere Bewegungsenergie und meist höheren erforderlichen

483
00:22:19,272 --> 00:22:19,583
Schub.

484
00:22:19,583 --> 00:22:23,137
Bei gleicher verfügbarer Antriebsgröße nimmt die Steigreserve ab.

485
00:22:23,137 --> 00:22:26,763
Gleichzeitig kann sich der optimale Geschwindigkeitsbereich verschieben.

486
00:22:26,763 --> 00:22:30,574
Wer nur den zusätzlichen Rollweg betrachtet, übersieht deshalb den Einfluss

487
00:22:30,574 --> 00:22:32,861
auf den späteren Flugweg und auf die Landung.

488
00:22:32,861 --> 00:22:36,214
Eine kleine Massenänderung kann insbesondere bei knappen Steiggrenzen

489
00:22:36,214 --> 00:22:37,186
entscheidend werden.

490
00:22:37,186 --> 00:22:40,779
Klappen und Fahrwerk verändern die aerodynamische Konfiguration.

491
00:22:40,779 --> 00:22:44,450
Mehr Klappe kann ein früheres Abheben ermöglichen, zugleich aber den

492
00:22:44,450 --> 00:22:46,177
Widerstand im Steigflug erhöhen.

493
00:22:46,177 --> 00:22:49,629
Weniger Klappe kann den Steiggradient verbessern, aber eine längere

494
00:22:49,629 --> 00:22:52,204
Beschleunigung und größere Startstrecke erfordern.

495
00:22:52,204 --> 00:22:56,254
Die beste Konfiguration hängt davon ab, welcher Nachweis begrenzt.

496
00:22:56,254 --> 00:22:59,521
Ein kurzer Platz und ein hohes Hindernis können unterschiedliche

497
00:22:59,521 --> 00:23:00,695
Anforderungen erzeugen.

498
00:23:00,695 --> 00:23:04,458
Die zulässige Lösung wird mit den vorgesehenen Daten für jede betrachtete

499
00:23:04,458 --> 00:23:05,695
Konfiguration ermittelt.

500
00:23:05,695 --> 00:23:08,921
Auch der Schwerpunkt beeinflusst Leistung, weil das Flugzeug im

501
00:23:08,921 --> 00:23:10,611
Gleichgewicht getrimmt sein muss.

502
00:23:10,611 --> 00:23:14,499
Zusätzliche Leitwerkskräfte und Trimmwiderstand können den Gesamtwiderstand

503
00:23:14,499 --> 00:23:15,017
verändern.

504
00:23:15,017 --> 00:23:18,863
Daraus darf keine freie Empfehlung zur Beladung möglichst nahe einer Grenze

505
00:23:18,863 --> 00:23:19,786
abgeleitet werden.

506
00:23:19,786 --> 00:23:23,547
Steuerbarkeit, Stabilität, strukturelle Grenzen und zugelassene

507
00:23:23,547 --> 00:23:25,876
Schwerpunktbereiche bleiben maßgeblich.

508
00:23:25,876 --> 00:23:29,762
Eine Leistungssoftware kann eine bestimmte Schwerpunktannahme voraussetzen.

509
00:23:29,762 --> 00:23:33,791
Passt die tatsächliche Beladung nicht dazu, kann ein rechnerischer Vorteil

510
00:23:33,791 --> 00:23:34,772
unberechtigt sein.

511
00:23:34,772 --> 00:23:38,573
Im koordinierten horizontalen Kurvenflug steigt das Lastvielfache mit eins

512
00:23:38,573 --> 00:23:41,141
geteilt durch den Kosinus des Querneigungswinkels.

513
00:23:41,141 --> 00:23:44,537
Bei sechzig Grad Querneigung ergibt sich rechnerisch das Doppelte des

514
00:23:44,537 --> 00:23:46,162
Gewichts als benötigter Auftrieb.

515
00:23:46,162 --> 00:23:49,928
Eine entsprechend definierte Überziehgeschwindigkeit steigt im einfachen

516
00:23:49,928 --> 00:23:53,746
Modell um die Quadratwurzel aus zwei, also um etwa einundvierzig Prozent.

517
00:23:53,746 --> 00:23:56,486
Dieser Lehrwert zeigt die aerodynamische Wirkung.

518
00:23:56,486 --> 00:24:00,176
Er ist keine zulässige Querneigung für einen einmotorigen Abflug.

519
00:24:00,176 --> 00:24:04,501
Dafür gelten gesonderte Leistungsannahmen, Flugweggrenzen und gegebenenfalls

520
00:24:04,501 --> 00:24:05,298
Genehmigungen.

521
00:24:05,298 --> 00:24:08,936
Eine Leistungsseite besteht aus mehr als ihrer sichtbaren Zahlenfläche.

522
00:24:08,936 --> 00:24:13,607
Überschrift, Gültigkeitsbereich, Fußnoten und Korrekturanweisungen gehören

523
00:24:13,607 --> 00:24:14,491
zum Datensatz.

524
00:24:14,491 --> 00:24:18,144
Vor jeder Rechnung klären wir, welches Muster und welche Variante

525
00:24:18,144 --> 00:24:19,100
beschrieben sind.

526
00:24:19,100 --> 00:24:23,640
Danach folgen Triebwerksrating, Konfiguration, Oberflächenzustand und

527
00:24:23,640 --> 00:24:24,627
Systemannahmen.

528
00:24:24,627 --> 00:24:27,447
Eine Tabelle für einen trockenen Start mit einer bestimmten

529
00:24:27,447 --> 00:24:30,649
Zapfluftkonfiguration kann nicht allein deshalb auf eine nasse Bahn

530
00:24:30,649 --> 00:24:33,613
übertragen werden, weil die übrigen Zahlen plausibel aussehen.

531
00:24:33,613 --> 00:24:36,077
Als Nächstes lesen wir die Bezugsgrößen.

532
00:24:36,077 --> 00:24:39,027
Höhe kann Druckhöhe sein, nicht Flugplatzhöhe.

533
00:24:39,027 --> 00:24:43,070
Temperatur kann als Außentemperatur oder als ISA-Abweichung erscheinen.

534
00:24:43,070 --> 00:24:46,588
Wind kann bereits mit dem vorgeschriebenen Anteil berücksichtigt sein.

535
00:24:46,588 --> 00:24:50,477
Eine Entfernung kann eine erforderliche oder eine verfügbare Strecke sein.

536
00:24:50,477 --> 00:24:53,924
Bei Landedaten ist besonders wichtig, ob die Zahl eine ungefactorte

537
00:24:53,924 --> 00:24:57,679
Ausgangsstrecke, eine Strecke für die Flugvorbereitung oder einen bereits

538
00:24:57,679 --> 00:24:59,994
mit Marge versehenen Ankunftswert beschreibt.

539
00:24:59,994 --> 00:25:02,325
Diese Begriffe dürfen nicht vermischt werden.

540
00:25:02,325 --> 00:25:05,887
In unserem fiktiven Lehrblatt stehen bei sechzig Tonnen für eine bestimmte

541
00:25:05,887 --> 00:25:08,341
Bedingung eintausendachthundert Meter Startstrecke.

542
00:25:08,341 --> 00:25:12,277
Daneben steht eine gesonderte maximale Hindernismasse von achtundfünfzig

543
00:25:12,277 --> 00:25:12,660
Tonnen.

544
00:25:12,660 --> 00:25:16,677
Die erste Zahl zeigt nicht, dass sechzig Tonnen auf einer zweitausend Meter

545
00:25:16,677 --> 00:25:18,659
langen Bahn insgesamt zulässig wären.

546
00:25:18,659 --> 00:25:20,994
Der Hindernisnachweis begrenzt früher.

547
00:25:20,994 --> 00:25:24,747
Eine zweite Rechnung mit achtundfünfzig Tonnen kann anschließend zeigen, ob

548
00:25:24,747 --> 00:25:28,100
auch alle Strecken- und Geschwindigkeitsgrenzen eingehalten werden.

549
00:25:28,100 --> 00:25:30,523
Die Reihenfolge muss dabei logisch bleiben.

550
00:25:30,523 --> 00:25:34,041
Für Diagramme legen wir einen reproduzierbaren Lesepfad fest.

551
00:25:34,041 --> 00:25:37,710
Wir beginnen bei der angegebenen Eingangsgröße, folgen den Linien in der

552
00:25:37,710 --> 00:25:40,410
vorgesehenen Reihenfolge und markieren Zwischenwerte.

553
00:25:40,410 --> 00:25:44,210
Bei mehreren Korrekturen ist zu prüfen, ob sie addiert oder multipliziert

554
00:25:44,210 --> 00:25:45,980
werden und in welcher Reihenfolge.

555
00:25:45,980 --> 00:25:49,294
Ein Prozentwert kann sich auf die Basisstrecke oder auf eine bereits

556
00:25:49,294 --> 00:25:50,707
korrigierte Strecke beziehen.

557
00:25:50,707 --> 00:25:54,273
Auch ein Grenzwertdiagramm kann verlangen, dass mehrere unabhängige

558
00:25:54,273 --> 00:25:55,816
Ergebnisse verglichen werden.

559
00:25:55,816 --> 00:25:58,507
Die grafische Anordnung ist Teil der Anleitung.

560
00:25:58,507 --> 00:26:01,879
Bei elektronischen Leistungsdaten sind dieselben Fragen nötig.

561
00:26:01,879 --> 00:26:05,548
Automatische Ausgabe schafft keine Gewissheit über richtige Eingaben.

562
00:26:05,548 --> 00:26:09,586
Eine falsche Bahnauswahl, ein veralteter Baustellenstand oder eine aus einem

563
00:26:09,586 --> 00:26:13,518
früheren Flug verbliebene Konfiguration kann ein sauber formatiertes, aber

564
00:26:13,518 --> 00:26:15,218
unbrauchbares Ergebnis erzeugen.

565
00:26:15,218 --> 00:26:19,113
Eine unabhängige Plausibilitätsprüfung betrachtet deshalb Eingaben und

566
00:26:19,113 --> 00:26:19,614
Ergebnis.

567
00:26:19,614 --> 00:26:23,434
Sie versucht nicht, einen komplexen Algorithmus mit einer ungeeigneten

568
00:26:23,434 --> 00:26:25,508
Faustformel vollständig nachzurechnen.

569
00:26:25,508 --> 00:26:29,847
Eine sinnvolle Abschlusskontrolle spricht die Voraussetzungen aus: berechnet

570
00:26:29,847 --> 00:26:34,187
für diese Masse, diese Startposition, diese Bahnrichtung, diesen Zustand und

571
00:26:34,187 --> 00:26:35,671
diese Systemkonfiguration.

572
00:26:35,671 --> 00:26:39,480
Ändert sich einer dieser Punkte, prüfen wir die Gültigkeit erneut.

573
00:26:39,480 --> 00:26:42,629
Der nachgewiesene Zustand ist damit eindeutig beschrieben.

574
00:26:42,629 --> 00:26:45,588
Genau diese Eindeutigkeit macht Leistungsrechnungen zwischen

575
00:26:45,588 --> 00:26:49,238
Besatzungsmitgliedern, Dispatch und Prüfern überprüfbar, auch wenn sie mit

576
00:26:49,238 --> 00:26:52,938
unterschiedlichen Darstellungsformen derselben zugelassenen Daten arbeiten.

577
00:26:52,938 --> 00:26:56,820
Wir üben eine vollständige Interpolation mit einer frei erfundenen Tabelle.

578
00:26:56,820 --> 00:27:00,859
Es geht um eine Startstrecke bei einer festgelegten Masse und Konfiguration.

579
00:27:00,859 --> 00:27:05,040
Bei tausend Fuß Druckhöhe und zwanzig Grad beträgt sie eintausendfünfhundert

580
00:27:05,040 --> 00:27:05,370
Meter.

581
00:27:05,370 --> 00:27:09,399
Bei tausend Fuß und dreißig Grad beträgt sie eintausendsechshundert Meter.

582
00:27:09,399 --> 00:27:13,299
Bei dreitausend Fuß und zwanzig Grad beträgt sie eintausendsiebenhundert

583
00:27:13,299 --> 00:27:13,624
Meter.

584
00:27:13,624 --> 00:27:16,224
Bei dreitausend Fuß und dreißig Grad beträgt sie

585
00:27:16,224 --> 00:27:18,121
eintausendachthundertzwanzig Meter.

586
00:27:18,121 --> 00:27:21,828
Gesucht ist der Wert bei zweitausend Fuß und fünfundzwanzig Grad.

587
00:27:21,828 --> 00:27:25,717
Für dieses Lehrbeispiel ist lineare Interpolation ausdrücklich erlaubt.

588
00:27:25,717 --> 00:27:29,453
Zuerst interpolieren wir die Temperatur auf der unteren Höhenzeile.

589
00:27:29,453 --> 00:27:32,976
Fünfundzwanzig Grad liegt genau zwischen zwanzig und dreißig.

590
00:27:32,976 --> 00:27:35,573
Der Streckenunterschied beträgt hundert Meter.

591
00:27:35,573 --> 00:27:37,879
Die Hälfte davon sind fünfzig Meter.

592
00:27:37,879 --> 00:27:41,096
Somit erhalten wir bei tausend Fuß und fünfundzwanzig Grad

593
00:27:41,096 --> 00:27:43,037
eintausendfünfhundertfünfzig Meter.

594
00:27:43,037 --> 00:27:45,878
Anschließend bearbeiten wir die obere Höhenzeile.

595
00:27:45,878 --> 00:27:48,635
Dort beträgt der Unterschied hundertzwanzig Meter.

596
00:27:48,635 --> 00:27:50,701
Seine Hälfte sind sechzig Meter.

597
00:27:50,701 --> 00:27:53,969
Bei dreitausend Fuß und fünfundzwanzig Grad erhalten wir also

598
00:27:53,969 --> 00:27:55,952
eintausendsiebenhundertsechzig Meter.

599
00:27:55,952 --> 00:27:58,639
Jetzt interpolieren wir zwischen den beiden Höhen.

600
00:27:58,639 --> 00:28:02,186
Zweitausend Fuß liegt in der Mitte zwischen tausend und dreitausend.

601
00:28:02,186 --> 00:28:05,739
Der Unterschied zwischen unseren Zwischenwerten beträgt zweihundertzehn

602
00:28:05,739 --> 00:28:06,040
Meter.

603
00:28:06,040 --> 00:28:08,123
Die Hälfte sind hundertfünf Meter.

604
00:28:08,123 --> 00:28:10,811
Addiert zu eintausendfünfhundertfünfzig ergibt das

605
00:28:10,811 --> 00:28:13,123
eintausendsechshundertfünfundfünfzig Meter.

606
00:28:13,123 --> 00:28:16,617
Im bilinearen Modell würden wir dasselbe Ergebnis erhalten, wenn wir

607
00:28:16,617 --> 00:28:19,803
zunächst die Höhe und anschließend die Temperatur auswerteten.

608
00:28:19,803 --> 00:28:23,042
Diese Übereinstimmung eignet sich als mathematische Kontrolle.

609
00:28:23,042 --> 00:28:26,026
Nun verändern wir die Aufgabe: Gesucht sei der Wert bei

610
00:28:26,026 --> 00:28:28,901
zweitausendfünfhundert Fuß und siebenundzwanzig Grad.

611
00:28:28,901 --> 00:28:32,137
Der Temperaturanteil beträgt sieben Zehntel des Bereichs.

612
00:28:32,137 --> 00:28:35,902
Die untere Zeile liefert eintausendfünfhundertsiebzig Meter, die obere

613
00:28:35,902 --> 00:28:38,268
eintausendsiebenhundertvierundachtzig Meter.

614
00:28:38,268 --> 00:28:41,871
Zweitausendfünfhundert Fuß liegt zu drei Vierteln im Höhenintervall.

615
00:28:41,871 --> 00:28:44,939
Drei Viertel der Differenz von zweihundertvierzehn Metern sind

616
00:28:44,939 --> 00:28:46,522
hundertsechzig Komma fünf Meter.

617
00:28:46,522 --> 00:28:50,023
Das Ergebnis lautet eintausendsiebenhundertdreißig Komma fünf Meter vor

618
00:28:50,023 --> 00:28:52,290
einer gegebenenfalls vorgeschriebenen Rundung.

619
00:28:52,290 --> 00:28:54,301
Was geschieht bei viertausend Fuß?

620
00:28:54,301 --> 00:28:56,569
Dieser Wert liegt außerhalb der Tabelle.

621
00:28:56,569 --> 00:28:59,990
Eine Fortsetzung der letzten Steigung wäre Extrapolation.

622
00:28:59,990 --> 00:29:03,083
Sie ist durch die Erlaubnis zur Interpolation nicht gedeckt.

623
00:29:03,083 --> 00:29:06,965
Ebenso wenig erlaubt die glatte Form einer Tabelle, über eine Temperatur-

624
00:29:06,965 --> 00:29:08,666
oder Massengrenze hinauszugehen.

625
00:29:08,666 --> 00:29:12,996
Reale Daten können Knicke durch Ratings, Geschwindigkeitsgrenzen oder andere

626
00:29:12,996 --> 00:29:14,135
Nachweise enthalten.

627
00:29:14,135 --> 00:29:18,028
Die scheinbare Linearität eines kleinen Ausschnitts beweist keine allgemeine

628
00:29:18,028 --> 00:29:18,950
lineare Beziehung.

629
00:29:18,950 --> 00:29:20,939
Zum Schluss prüfen wir die Richtung.

630
00:29:20,939 --> 00:29:24,654
Mehr Höhe und mehr Temperatur haben in dieser Tabelle größere Strecken

631
00:29:24,654 --> 00:29:25,079
erzeugt.

632
00:29:25,079 --> 00:29:28,336
Unser Zwischenwert muss innerhalb der passenden Eckwerte liegen.

633
00:29:28,336 --> 00:29:31,628
Er muss außerdem mit den verwendeten Einheiten beschriftet werden.

634
00:29:31,628 --> 00:29:35,295
Eine Zahl ohne den Zusatz Meter und ohne die zugehörige Bedingung verliert

635
00:29:35,295 --> 00:29:36,533
einen Teil ihrer Aussage.

636
00:29:36,533 --> 00:29:39,968
Wir runden erst nach der vorgesehenen Methode und erhalten damit ein

637
00:29:39,968 --> 00:29:43,151
Ergebnis, dessen Entstehung vollständig nachvollziehbar bleibt.

638
00:29:43,151 --> 00:29:46,442
Declared Distances sind veröffentlichte verfügbare Strecken.

639
00:29:46,442 --> 00:29:50,859
TORA bedeutet Take-off Run Available, also die verfügbare Startrollstrecke.

640
00:29:50,859 --> 00:29:53,442
TODA bedeutet Take-off Distance Available.

641
00:29:53,442 --> 00:29:56,804
Sie umfasst die TORA und eine gegebenenfalls erklärte Clearway.

642
00:29:56,804 --> 00:29:59,897
ASDA bedeutet Accelerate-Stop Distance Available.

643
00:29:59,897 --> 00:30:03,269
Sie umfasst die TORA und eine gegebenenfalls erklärte Stopway.

644
00:30:03,269 --> 00:30:07,313
LDA bedeutet Landing Distance Available, die für die Landung erklärte

645
00:30:07,313 --> 00:30:08,426
verfügbare Strecke.

646
00:30:08,426 --> 00:30:11,338
Jede Größe beantwortet damit eine andere Frage.

647
00:30:11,338 --> 00:30:15,002
Keine davon darf allein aus der sichtbaren Gesamtlänge des Asphaltbandes

648
00:30:15,002 --> 00:30:15,765
geraten werden.

649
00:30:15,765 --> 00:30:19,057
Denken wir uns im räumlichen Flugplatzmodell zuerst den Beginn des

650
00:30:19,057 --> 00:30:20,604
veröffentlichten Startbereichs.

651
00:30:20,604 --> 00:30:22,970
Der Startrollweg verläuft über die TORA.

652
00:30:22,970 --> 00:30:26,563
Ein fortgesetzter Startflugweg kann über das Bahnende hinaus in einen

653
00:30:26,563 --> 00:30:30,052
hindernisfreien Raum führen, sofern dort eine Clearway erklärt ist.

654
00:30:30,052 --> 00:30:33,725
Der Abbruchweg kann dagegen eine tragfähige Stopway nutzen, wenn diese

655
00:30:33,725 --> 00:30:36,086
verfügbar und im Nachweis berücksichtigt ist.

656
00:30:36,086 --> 00:30:39,252
Der gedankliche Landestreckenpfeil beginnt an der Landeschwelle.

657
00:30:39,252 --> 00:30:43,225
Eine versetzte Schwelle kann dazu führen, dass die LDA kürzer als die für

658
00:30:43,225 --> 00:30:45,021
einen Start nutzbare Strecke ist.

659
00:30:45,021 --> 00:30:47,568
Eine Clearway ist keine zusätzliche Rollbahn.

660
00:30:47,568 --> 00:30:50,647
Sie dient dem anfänglichen Steigen nach dem Abheben innerhalb der

661
00:30:50,647 --> 00:30:52,163
zugelassenen Streckenberechnung.

662
00:30:52,163 --> 00:30:56,217
Eine Stopway ist kein zusätzlicher Startrollweg für einen geplanten normalen

663
00:30:56,217 --> 00:30:56,537
Start.

664
00:30:56,537 --> 00:30:59,497
Sie ist für das Anhalten beim Startabbruch erklärt.

665
00:30:59,497 --> 00:31:03,278
Ob Flächen optisch wie normale Bahn aussehen, ändert ihre betriebliche

666
00:31:03,278 --> 00:31:04,088
Funktion nicht.

667
00:31:04,088 --> 00:31:07,579
Umgekehrt kann eine für Starts nutzbare Fläche vor einer versetzten

668
00:31:07,579 --> 00:31:11,278
Landeschwelle existieren, ohne zur LDA dieser Landerichtung zu gehören.

669
00:31:11,278 --> 00:31:13,539
Die veröffentlichten Angaben entscheiden.

670
00:31:13,539 --> 00:31:16,283
Ein erster Zahlenfall ist ausdrücklich fiktiv.

671
00:31:16,283 --> 00:31:20,010
Die TORA beträgt zweitausendvierhundert Meter, die Clearway dreihundert

672
00:31:20,010 --> 00:31:22,425
Meter und die Stopway einhundertfünfzig Meter.

673
00:31:22,425 --> 00:31:26,280
Daraus folgen eine TODA von zweitausendsiebenhundert Metern und eine ASDA

674
00:31:26,280 --> 00:31:28,445
von zweitausendfünfhundertfünfzig Metern.

675
00:31:28,445 --> 00:31:32,246
Die LDA sei wegen einer versetzten Schwelle nur zweitausendzweihundert

676
00:31:32,246 --> 00:31:32,572
Meter.

677
00:31:32,572 --> 00:31:35,430
Diese vier Werte dürfen nebeneinander verschieden sein.

678
00:31:35,430 --> 00:31:39,421
Das ist kein Widerspruch, sondern die Folge ihrer unterschiedlichen Zwecke.

679
00:31:39,421 --> 00:31:43,034
Bei einem Start von einer Kreuzung ändern sich die verfügbaren Strecken.

680
00:31:43,034 --> 00:31:46,802
Wir benötigen die für diese Startposition veröffentlichten oder zugelassen

681
00:31:46,802 --> 00:31:47,719
ermittelten Werte.

682
00:31:47,719 --> 00:31:51,461
Hinzu kommen gegebenenfalls Anforderungen an die tatsächlich nutzbare

683
00:31:51,461 --> 00:31:52,383
Aufstellposition.

684
00:31:52,383 --> 00:31:55,971
Der Weg vom Rollhalt bis zur Startausrichtung kann Fläche verbrauchen.

685
00:31:55,971 --> 00:31:59,242
Eine Leistungsberechnung für volle Bahnlänge bleibt deshalb nicht

686
00:31:59,242 --> 00:32:03,065
automatisch gültig, wenn die Besatzung aus Zeitgründen eine spätere Kreuzung

687
00:32:03,065 --> 00:32:03,619
akzeptiert.

688
00:32:03,619 --> 00:32:06,659
Die praktische Kontrolle verbindet Papier und Umgebung.

689
00:32:06,659 --> 00:32:11,384
Bahnrichtung, Startposition, Schwellenlage, Baustellen und NOTAM müssen

690
00:32:11,384 --> 00:32:12,383
übereinstimmen.

691
00:32:12,383 --> 00:32:15,367
Ein richtiger TORA-Wert für die Gegenrichtung hilft nicht.

692
00:32:15,367 --> 00:32:19,005
Ein früher gültiger LDA-Wert hilft nach einer temporären Verkürzung

693
00:32:19,005 --> 00:32:19,874
ebenfalls nicht.

694
00:32:19,874 --> 00:32:23,222
Wir behandeln die verfügbaren Strecken als aktuelle Eingangsgrößen mit

695
00:32:23,222 --> 00:32:26,427
klarer räumlicher Bedeutung und vergleichen erst danach die jeweils

696
00:32:26,427 --> 00:32:28,244
dazugehörigen erforderlichen Strecken.

697
00:32:28,244 --> 00:32:32,088
Eine lange Clearway kann verlockend wirken, weil sie die TODA vergrößert.

698
00:32:32,088 --> 00:32:35,380
Sie vergrößert jedoch weder automatisch die TORA noch die ASDA.

699
00:32:35,380 --> 00:32:39,311
Ein Flugzeug, das nach einem rechtzeitigen Startabbruch nicht innerhalb der

700
00:32:39,311 --> 00:32:42,926
ASDA anhalten könnte, erhält durch zusätzlichen freien Luftraum keine

701
00:32:42,926 --> 00:32:44,079
bessere Bremsleistung.

702
00:32:44,079 --> 00:32:47,807
Ebenso macht eine Stopway einen zu langen erforderlichen Startrollweg nicht

703
00:32:47,807 --> 00:32:48,255
zulässig.

704
00:32:48,255 --> 00:32:51,644
Die zu vergleichenden Größen müssen dieselbe Funktion besitzen.

705
00:32:51,644 --> 00:32:55,213
Wir betrachten einen fiktiven Platz mit zweitausend Metern TORA,

706
00:32:55,213 --> 00:32:58,727
zweitausendfünfhundert Metern TODA und zweitausend Metern ASDA.

707
00:32:58,727 --> 00:33:02,175
Die Startberechnung einer ersten Variante ergibt einen erforderlichen

708
00:33:02,175 --> 00:33:05,424
Startrollweg von eintausendneunhundert Metern, eine erforderliche

709
00:33:05,424 --> 00:33:08,173
Startstrecke von zweitausenddreihundert Metern und eine

710
00:33:08,173 --> 00:33:10,872
Accelerate-Stop-Strecke von zweitausendachtzig Metern.

711
00:33:10,872 --> 00:33:13,001
Die ersten beiden Vergleiche passen.

712
00:33:13,001 --> 00:33:17,009
Der Abbruchnachweis passt nicht, weil zweitausendachtzig größer als

713
00:33:17,009 --> 00:33:17,966
zweitausend ist.

714
00:33:17,966 --> 00:33:21,431
Der Start ist unter diesen Annahmen nicht durch alle Streckennachweise

715
00:33:21,431 --> 00:33:21,827
gedeckt.

716
00:33:21,827 --> 00:33:25,274
In einer zweiten Variante beträgt die erforderliche Abbruchstrecke

717
00:33:25,274 --> 00:33:28,982
eintausendneunhundertfünfzig Meter, aber der erforderliche Startrollweg

718
00:33:28,982 --> 00:33:30,287
zweitausendfünfzig Meter.

719
00:33:30,287 --> 00:33:34,082
Nun hilft die Clearway erneut nicht, denn das Flugzeug benötigt zu viel

720
00:33:34,082 --> 00:33:34,777
Bodenstrecke.

721
00:33:34,777 --> 00:33:38,434
Ein Vergleich von zweitausendfünfzig mit der TODA würde den falschen Raum

722
00:33:38,434 --> 00:33:38,935
verwenden.

723
00:33:38,935 --> 00:33:42,536
Die rechnerische Auswertung muss daher drei getrennte Aussagen enthalten und

724
00:33:42,536 --> 00:33:45,852
darf nicht zu einer einzigen vermeintlich längsten verfügbaren Strecke

725
00:33:45,852 --> 00:33:46,942
zusammengezogen werden.

726
00:33:46,942 --> 00:33:50,596
Eine Stopway kann außerdem andere Oberflächeneigenschaften als die Bahn

727
00:33:50,596 --> 00:33:51,059
besitzen.

728
00:33:51,059 --> 00:33:55,102
Ihre Eignung, Tragfähigkeit und erklärte Nutzung sind festgelegt.

729
00:33:55,102 --> 00:33:58,365
Eine Besatzung darf sie nicht allein aufgrund ihrer Lage als frei

730
00:33:58,365 --> 00:33:59,871
verwendbare Reserve behandeln.

731
00:33:59,871 --> 00:34:03,208
Auch eine Runway End Safety Area hat eine andere Funktion.

732
00:34:03,208 --> 00:34:06,724
Eine Sicherheitsfläche am Bahnende wird nicht durch ihre Existenz zu einer

733
00:34:06,724 --> 00:34:08,767
Stopway oder zu einem Bestandteil der ASDA.

734
00:34:08,767 --> 00:34:12,690
Dass eine Fläche im Notfall Folgen mindern soll, bedeutet nicht, dass sie in

735
00:34:12,690 --> 00:34:15,632
die planmäßige Leistungsrechnung aufgenommen werden darf.

736
00:34:15,632 --> 00:34:19,254
Für die Optimierung der Startgeschwindigkeit kann ein Unterschied zwischen

737
00:34:19,254 --> 00:34:20,575
TODA und ASDA wichtig sein.

738
00:34:20,575 --> 00:34:24,283
Eine längere verfügbare Fortsetzungsstrecke oder eine längere Abbruchstrecke

739
00:34:24,283 --> 00:34:26,137
kann den zulässigen Bereich verändern.

740
00:34:26,137 --> 00:34:30,158
Das Ergebnis muss aber zugleich Geschwindigkeits- und Steuerbarkeitsgrenzen

741
00:34:30,158 --> 00:34:30,641
erfüllen.

742
00:34:30,641 --> 00:34:34,477
Die Berechnung darf keine V eins wählen, die nur mathematisch die Strecken

743
00:34:34,477 --> 00:34:38,313
ausgleicht, aber außerhalb der zugelassenen Geschwindigkeitsgrenzen liegt.

744
00:34:38,313 --> 00:34:42,225
Die zentrale Lernfrage lautet deshalb nicht, welche Fläche am meisten

745
00:34:42,225 --> 00:34:43,642
zusätzliche Meter bietet.

746
00:34:43,642 --> 00:34:47,776
Sie lautet, welcher Nachweis aktuell begrenzt und welche verfügbare Strecke

747
00:34:47,776 --> 00:34:49,484
diesem Nachweis zugeordnet ist.

748
00:34:49,484 --> 00:34:53,100
Erst diese Zuordnung zeigt, ob eine zusätzliche Fläche, eine andere

749
00:34:53,100 --> 00:34:57,147
Startposition oder eine geringere Masse überhaupt den beabsichtigten Nutzen

750
00:34:57,147 --> 00:34:57,579
besitzt.

751
00:34:57,579 --> 00:35:01,401
Der räumliche Blick verhindert dabei viele Fehler schneller als eine weitere

752
00:35:01,401 --> 00:35:02,205
Zahlenoperation.

753
00:35:02,205 --> 00:35:05,778
Im Class-A-Startnachweis nach CAT Punkt POL Punkt A Punkt zweihundertfünf

754
00:35:05,778 --> 00:35:09,449
ist außerdem die anrechenbare Clearway begrenzt: Ihre berücksichtigte Länge

755
00:35:09,449 --> 00:35:11,652
darf die Hälfte der TORA nicht überschreiten.

756
00:35:11,652 --> 00:35:14,916
Eine besonders lange veröffentlichte Clearway schafft deshalb keinen

757
00:35:14,916 --> 00:35:16,788
beliebig großen zusätzlichen Spielraum.

758
00:35:16,788 --> 00:35:20,744
Veröffentlichte Verfügbarkeit und im konkreten Nachweis zulässige Anrechnung

759
00:35:20,744 --> 00:35:21,993
werden getrennt geprüft.

760
00:35:21,993 --> 00:35:25,547
Wir lösen eine zusammenhängende Aufgabe mit rein fiktiven Daten.

761
00:35:25,547 --> 00:35:29,666
Für die volle Bahn sind zweitausendachthundert Meter TORA, dreitausend Meter

762
00:35:29,666 --> 00:35:32,810
TODA und zweitausendneunhundert Meter ASDA veröffentlicht.

763
00:35:32,810 --> 00:35:36,350
Von Kreuzung Bravo aus betragen die Werte zweitausenddreihundert,

764
00:35:36,350 --> 00:35:39,400
zweitausendfünfhundert und zweitausendvierhundert Meter.

765
00:35:39,400 --> 00:35:42,499
Für unsere geplante Masse ergibt die gültige Lehrrechnung einen

766
00:35:42,499 --> 00:35:46,237
Startrollbedarf von zweitausendzweihundert Metern, einen Startstreckenbedarf

767
00:35:46,237 --> 00:35:49,582
von zweitausendvierhundertachtzig Metern und eine Abbruchstrecke von

768
00:35:49,582 --> 00:35:51,402
zweitausendvierhundertzwanzig Metern.

769
00:35:51,402 --> 00:35:53,021
Ist Bravo zulässig?

770
00:35:53,021 --> 00:35:55,384
Wir vergleichen zuerst den Rollbedarf.

771
00:35:55,384 --> 00:35:59,028
Zweitausendzweihundert ist kleiner als zweitausenddreihundert; dieser

772
00:35:59,028 --> 00:36:01,827
Nachweis besitzt hundert Meter rechnerischen Abstand.

773
00:36:01,827 --> 00:36:04,095
Danach vergleichen wir die Startstrecke.

774
00:36:04,095 --> 00:36:08,249
Zweitausendvierhundertachtzig ist kleiner als zweitausendfünfhundert; hier

775
00:36:08,249 --> 00:36:09,933
bleiben zwanzig Meter Abstand.

776
00:36:09,933 --> 00:36:12,320
Schließlich vergleichen wir die Abbruchstrecke.

777
00:36:12,320 --> 00:36:16,178
Zweitausendvierhundertzwanzig ist größer als zweitausendvierhundert.

778
00:36:16,178 --> 00:36:18,608
Dieser Nachweis scheitert um zwanzig Meter.

779
00:36:18,608 --> 00:36:22,412
Das Ergebnis lautet deshalb, dass Bravo unter diesen Eingaben nicht alle

780
00:36:22,412 --> 00:36:24,261
erforderlichen Bedingungen erfüllt.

781
00:36:24,261 --> 00:36:27,179
Für die volle Bahn bestehen alle drei Streckenvergleiche.

782
00:36:27,179 --> 00:36:30,444
Daraus folgt jedoch noch keine vollständige Startfreigabe aus

783
00:36:30,444 --> 00:36:31,247
Leistungssicht.

784
00:36:31,247 --> 00:36:35,461
Wir müssen unter anderem Strukturmasse, Steigleistung, Hindernisfreiheit,

785
00:36:35,461 --> 00:36:39,272
Geschwindigkeitsgrenzen und weitere anwendbare Bedingungen prüfen.

786
00:36:39,272 --> 00:36:43,194
Die Aufgabe hat zunächst nur gezeigt, dass die volle Bahn die drei genannten

787
00:36:43,194 --> 00:36:44,639
Streckenbedingungen erfüllt.

788
00:36:44,639 --> 00:36:48,640
Eine saubere Antwort nennt ihren Umfang, damit aus einer Teillösung keine

789
00:36:48,640 --> 00:36:50,558
unbeabsichtigte Gesamtaussage wird.

790
00:36:50,558 --> 00:36:52,484
Nun werde die Masse reduziert.

791
00:36:52,484 --> 00:36:56,084
Eine neue, ausdrücklich für diese geringere Masse berechnete Variante

792
00:36:56,084 --> 00:36:58,536
liefert zweitausendeinhundert Meter Rollbedarf,

793
00:36:58,536 --> 00:37:01,250
zweitausenddreihundertachtzig Meter Startstrecke und

794
00:37:01,250 --> 00:37:03,911
zweitausenddreihundertfünfzig Meter Abbruchstrecke.

795
00:37:03,911 --> 00:37:05,991
Alle drei passen in die Bravo-Werte.

796
00:37:05,991 --> 00:37:09,730
Wir dürfen aber nicht einfach die alten Geschwindigkeiten weiterverwenden.

797
00:37:09,730 --> 00:37:12,876
Die neue Ausgabe umfasst die zu dieser Variante gehörenden

798
00:37:12,876 --> 00:37:15,805
Geschwindigkeiten, Konfiguration und Schubeinstellung.

799
00:37:15,805 --> 00:37:18,821
Die Werte bilden zusammen einen konsistenten Datensatz.

800
00:37:18,821 --> 00:37:22,047
Kurz vor dem Start wird ein zusätzlicher Rückenwind gemeldet.

801
00:37:22,047 --> 00:37:25,536
Es wäre falsch, den ursprünglichen Abstand von fünfzig Metern bei der

802
00:37:25,536 --> 00:37:28,925
Abbruchstrecke als pauschalen Puffer zu betrachten und ohne Prüfung

803
00:37:28,925 --> 00:37:29,683
weiterzumachen.

804
00:37:29,683 --> 00:37:33,489
Wind kann mehrere Strecken und die Geschwindigkeitsoptimierung beeinflussen.

805
00:37:33,489 --> 00:37:37,181
Ob die neue Bedingung durch vorhandene zulässige Bereiche abgedeckt ist oder

806
00:37:37,181 --> 00:37:40,728
eine Neuberechnung verlangt, ergibt sich aus dem Verfahren und den Daten.

807
00:37:40,728 --> 00:37:43,649
Der sichtbare Abstand ersetzt diese Prüfung nicht.

808
00:37:43,649 --> 00:37:46,818
Diese Aufgabe zeigt auch den Wert der Besatzungsabstimmung.

809
00:37:46,818 --> 00:37:50,407
Die verwendete Startposition muss beim Briefing, in der Leistungsrechnung

810
00:37:50,407 --> 00:37:53,013
und bei der tatsächlichen Aufstellung identisch sein.

811
00:37:53,013 --> 00:37:56,856
Eine richtige Rechnung für Bravo wird falsch angewendet, wenn das Flugzeug

812
00:37:56,856 --> 00:37:59,298
tatsächlich an einer späteren Kreuzung startet.

813
00:37:59,298 --> 00:38:03,301
Die entscheidende Kontrolle verbindet daher Zahlen, räumliche Position und

814
00:38:03,301 --> 00:38:04,654
vereinbarte Durchführung.

815
00:38:04,654 --> 00:38:08,350
Erst dann ist die mathematische Arbeit in eine brauchbare operationelle

816
00:38:08,350 --> 00:38:09,392
Grundlage übersetzt.

817
00:38:09,392 --> 00:38:13,200
V eins wird oft verkürzt als Entscheidungsgeschwindigkeit bezeichnet.

818
00:38:13,200 --> 00:38:17,384
Diese Abkürzung ist nur hilfreich, wenn wir die zugrunde liegende Definition

819
00:38:17,384 --> 00:38:17,935
verstehen.

820
00:38:17,935 --> 00:38:21,784
In der Startleistungsbestimmung wird ein kritischer Triebwerkausfall bei V E

821
00:38:21,784 --> 00:38:22,442
F angenommen.

822
00:38:22,442 --> 00:38:26,033
Zwischen diesem Ausfall und der ersten Reaktion zum Anhalten vergeht ein

823
00:38:26,033 --> 00:38:29,474
definierter Zeitraum, während das Flugzeug weiter beschleunigen kann.

824
00:38:29,474 --> 00:38:33,185
V eins ist deshalb nicht einfach ein anderer Name für die Geschwindigkeit

825
00:38:33,185 --> 00:38:34,303
des Triebwerkausfalls.

826
00:38:34,303 --> 00:38:37,764
Die beiden Größen stehen über den beschriebenen Ablauf miteinander in

827
00:38:37,764 --> 00:38:38,265
Beziehung.

828
00:38:38,265 --> 00:38:41,759
Für den Abbruchnachweis muss die erste zum Anhalten bestimmte Handlung

829
00:38:41,759 --> 00:38:45,352
spätestens bei dem zugehörigen V-eins-Punkt beginnen, damit die zugrunde

830
00:38:45,352 --> 00:38:46,450
liegende Strecke gilt.

831
00:38:46,450 --> 00:38:49,902
Eine zusätzliche freie Denkpause nach Erreichen dieser Geschwindigkeit ist

832
00:38:49,902 --> 00:38:52,327
in der berechneten Strecke nicht beliebig enthalten.

833
00:38:52,327 --> 00:38:55,965
Zugleich bedeutet die Definition nicht, dass jede denkbare Störung vor V

834
00:38:55,965 --> 00:38:59,705
eins zwingend einen Abbruch verlangt oder danach jede denkbare Lage sicher

835
00:38:59,705 --> 00:39:00,917
fortgesetzt werden kann.

836
00:39:00,917 --> 00:39:04,660
Die tatsächlichen Entscheidungskriterien und Handlungen sind Bestandteil der

837
00:39:04,660 --> 00:39:06,088
musterspezifischen Verfahren.

838
00:39:06,088 --> 00:39:08,835
Ein fiktives Zeitmodell erklärt die Geometrie.

839
00:39:08,835 --> 00:39:12,742
Bei achtundsechzig Metern pro Sekunde tritt der angenommene Ausfall ein.

840
00:39:12,742 --> 00:39:15,480
Während eines für das Modell vorgegebenen Erkennungs- und

841
00:39:15,480 --> 00:39:18,987
Reaktionsintervalls legt das Flugzeug weitere Strecke zurück und erreicht

842
00:39:18,987 --> 00:39:20,235
siebzig Meter pro Sekunde.

843
00:39:20,235 --> 00:39:22,434
Dort beginnt die erste Abbruchhandlung.

844
00:39:22,434 --> 00:39:26,013
Schon ohne weitere Beschleunigung würden zwei Sekunden bei ungefähr siebzig

845
00:39:26,013 --> 00:39:28,781
Metern pro Sekunde rund hundertvierzig Meter Weg bedeuten.

846
00:39:28,781 --> 00:39:32,578
Dieser Wert zeigt, weshalb Sekunden am schnellen Ende des Startlaufs sehr

847
00:39:32,578 --> 00:39:33,722
viel Bahn verbrauchen.

848
00:39:33,722 --> 00:39:36,783
Er ist keine allgemein zugelassene Reaktionszeit.

849
00:39:36,783 --> 00:39:39,715
V eins besitzt außerdem einen zulässigen Bereich.

850
00:39:39,715 --> 00:39:43,419
Untere Grenzen ergeben sich unter anderem aus der Steuerbarkeit am Boden und

851
00:39:43,419 --> 00:39:45,564
der Beziehung zwischen Ausfall und Reaktion.

852
00:39:45,564 --> 00:39:49,507
Obere Grenzen ergeben sich beispielsweise aus Rotation, Abbruchstrecke und

853
00:39:49,507 --> 00:39:51,531
weiteren musterabhängigen Bedingungen.

854
00:39:51,531 --> 00:39:54,505
Innerhalb dieses Bereichs kann eine zulässige Startrechnung die

855
00:39:54,505 --> 00:39:57,952
Geschwindigkeit passend zur vorhandenen Bahn und zu den Ausfallnachweisen

856
00:39:57,952 --> 00:39:58,424
bestimmen.

857
00:39:58,424 --> 00:40:01,753
Eine freie Verschiebung durch die Besatzung würde die Konsistenz des

858
00:40:01,753 --> 00:40:02,829
Datensatzes zerstören.

859
00:40:02,829 --> 00:40:05,999
In Prüfungsfragen untersuchen wir die Wirkung einer Änderung.

860
00:40:05,999 --> 00:40:09,636
Eine höhere V eins lässt typischerweise mehr Beschleunigung vor dem Abbruch

861
00:40:09,636 --> 00:40:11,770
zu und verlängert dadurch den Abbruchbedarf.

862
00:40:11,770 --> 00:40:15,380
Für den fortgesetzten Start kann ein später angenommener Ausfall dagegen

863
00:40:15,380 --> 00:40:18,740
günstig sein, weil länger mit allen Triebwerken beschleunigt wurde.

864
00:40:18,740 --> 00:40:21,371
Diese gegenläufige Wirkung bildet die Grundlage des

865
00:40:21,371 --> 00:40:22,660
Balanced-Field-Gedankens.

866
00:40:22,660 --> 00:40:25,969
Ihre genaue Ausprägung ergibt sich aus den zugelassenen Daten.

867
00:40:25,969 --> 00:40:29,394
Die wichtigste sprachliche Korrektur lautet daher: V eins ist ein

868
00:40:29,394 --> 00:40:32,607
definierter Bezugspunkt in einer nachgewiesenen Startsequenz.

869
00:40:32,607 --> 00:40:36,612
Sie ist kein Versprechen, dass das Flugzeug an diesem Punkt bereits steht,

870
00:40:36,612 --> 00:40:40,346
und keine Einladung, erst dort mit einer offenen Analyse zu beginnen.

871
00:40:40,346 --> 00:40:43,867
Das Verständnis ihrer Zeitbeziehung ist Voraussetzung für das spätere

872
00:40:43,867 --> 00:40:47,235
Briefing, die Leistungsprüfung und die realitätsnahe Ausbildung im

873
00:40:47,235 --> 00:40:48,409
zugelassenen Simulator.

874
00:40:48,409 --> 00:40:51,764
Fällt bei einem mehrmotorigen Flugzeug ein Triebwerk aus, kann der

875
00:40:51,764 --> 00:40:53,950
verbleibende Schub ein Giermoment erzeugen.

876
00:40:53,950 --> 00:40:57,350
Bei einem Triebwerk weit seitlich von der Längsachse ist sein Hebelarm

877
00:40:57,350 --> 00:40:58,419
besonders anschaulich.

878
00:40:58,419 --> 00:41:01,683
Seitenleitwerk und Seitenruder müssen unter den zugrunde gelegten

879
00:41:01,683 --> 00:41:03,793
Bedingungen genügend Gegenmoment erzeugen.

880
00:41:03,793 --> 00:41:07,121
Da aerodynamische Kräfte vom Staudruck abhängen, verändert die

881
00:41:07,121 --> 00:41:09,536
Geschwindigkeit die verfügbare Steuerwirkung.

882
00:41:09,536 --> 00:41:12,901
Daraus entstehen festgelegte Mindestgeschwindigkeiten für bestimmte

883
00:41:12,901 --> 00:41:14,759
Nachweise der Richtungssteuerbarkeit.

884
00:41:14,759 --> 00:41:18,477
V M C G bezeichnet die minimale Kontrollgeschwindigkeit am Boden unter den

885
00:41:18,477 --> 00:41:21,090
Bedingungen des entsprechenden Zulassungsnachweises.

886
00:41:21,090 --> 00:41:23,916
Dabei spielen die definierten Randbedingungen und zulässigen

887
00:41:23,916 --> 00:41:25,894
Steuerungsmittel eine entscheidende Rolle.

888
00:41:25,894 --> 00:41:29,653
Wir dürfen den Wert nicht als beliebige Kombination aus Seitenruder,

889
00:41:29,653 --> 00:41:32,030
Radbremse und Bugradlenkung interpretieren.

890
00:41:32,030 --> 00:41:35,161
V M C A bezeichnet üblicherweise die entsprechende minimale

891
00:41:35,161 --> 00:41:37,071
Kontrollgeschwindigkeit in der Luft.

892
00:41:37,071 --> 00:41:40,654
Auch sie gilt für definierte Konfigurationen, Schubzustände und

893
00:41:40,654 --> 00:41:41,564
Flugbedingungen.

894
00:41:41,564 --> 00:41:45,414
Ein veröffentlichter Wert ist deshalb kein universeller Grenzwert unabhängig

895
00:41:45,414 --> 00:41:46,731
von allen Voraussetzungen.

896
00:41:46,731 --> 00:41:50,984
Die zentrale Trennung lautet: Kontrollierbar bedeutet noch nicht steigfähig.

897
00:41:50,984 --> 00:41:54,484
Ein Flugzeug kann bei einer Geschwindigkeit die Richtung halten und dennoch

898
00:41:54,484 --> 00:41:57,890
nicht genügend Schubüberschuss besitzen, um ein Hindernis zu überfliegen.

899
00:41:57,890 --> 00:42:01,497
Umgekehrt nützt ein theoretisch ausreichender Energievorrat nichts, wenn die

900
00:42:01,497 --> 00:42:04,961
Richtungssteuerbarkeit für die gewählte Bedingung nicht nachgewiesen ist.

901
00:42:04,961 --> 00:42:08,791
Startgeschwindigkeiten müssen beide Arten von Anforderungen gleichzeitig

902
00:42:08,791 --> 00:42:09,270
erfüllen.

903
00:42:09,270 --> 00:42:12,156
Eine reine Streckenoptimierung darf sie nicht übergehen.

904
00:42:12,156 --> 00:42:15,825
Ein fiktiver Datensatz nennt für eine bestimmte Startbedingung eine untere

905
00:42:15,825 --> 00:42:19,443
zulässige V-eins-Grenze von hundertzwölf Knoten und eine obere Grenze von

906
00:42:19,443 --> 00:42:20,534
hundertdreißig Knoten.

907
00:42:20,534 --> 00:42:23,900
Ein mathematischer Schnittpunkt der Streckenkurven bei hundertacht Knoten

908
00:42:23,900 --> 00:42:25,376
liegt außerhalb dieses Bereichs.

909
00:42:25,376 --> 00:42:29,045
Er ist daher keine zulässige Balanced-Field-Lösung für diese Bedingung.

910
00:42:29,045 --> 00:42:33,051
Wir müssen entweder eine andere zulässige Kombination finden oder Masse und

911
00:42:33,051 --> 00:42:34,600
andere Planungsgrößen ändern.

912
00:42:34,600 --> 00:42:37,846
Die Steuerbarkeitsgrenze begrenzt den Optimierungsraum.

913
00:42:37,846 --> 00:42:41,298
Warum ändern sich Kontrollanforderungen mit der Konfiguration?

914
00:42:41,298 --> 00:42:44,906
Verbleibender Schub, Hebelarme, Seitenwind, Schwerpunktlage,

915
00:42:44,906 --> 00:42:49,415
Fahrwerkszustand und aerodynamische Kräfte können den Gleichgewichtszustand

916
00:42:49,415 --> 00:42:50,197
beeinflussen.

917
00:42:50,197 --> 00:42:53,734
Die genaue Richtung und Größe einer Änderung muss aus dem Musterwissen und

918
00:42:53,734 --> 00:42:55,312
dem anwendbaren Nachweis stammen.

919
00:42:55,312 --> 00:42:58,816
Eine pauschale Behauptung wie weniger Schub sei immer in jeder Hinsicht

920
00:42:58,816 --> 00:43:02,568
günstiger wäre unvollständig, weil sie zugleich die Steigleistung verändert.

921
00:43:02,568 --> 00:43:06,520
Für die Prüfung beschreiben wir deshalb zuerst den betroffenen Bereich:

922
00:43:06,520 --> 00:43:10,362
Boden oder Luft, Steuerbarkeit oder Leistung, Zulassung oder Betrieb.

923
00:43:10,362 --> 00:43:13,326
Danach betrachten wir die zugehörige Geschwindigkeit.

924
00:43:13,326 --> 00:43:16,418
Diese begriffliche Ordnung verhindert, dass V M C G als

925
00:43:16,418 --> 00:43:20,409
Überziehgeschwindigkeit behandelt oder V M C A mit V zwei gleichgesetzt

926
00:43:20,409 --> 00:43:20,691
wird.

927
00:43:20,691 --> 00:43:24,400
Die Werte können zusammenhängen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben

928
00:43:24,400 --> 00:43:26,976
innerhalb des gesamten Startsicherheitsnachweises.

929
00:43:26,976 --> 00:43:31,054
In der Geschwindigkeitskette nach CS fünfundzwanzig darf V E F nicht unter

930
00:43:31,054 --> 00:43:32,818
der maßgeblichen V M C G liegen.

931
00:43:32,818 --> 00:43:36,234
V eins enthält zusätzlich die bis zur ersten Reaktion gewonnene

932
00:43:36,234 --> 00:43:37,102
Geschwindigkeit.

933
00:43:37,102 --> 00:43:40,250
V R darf in diesem Nachweis nicht unter V eins liegen.

934
00:43:40,250 --> 00:43:43,652
Diese Beziehungen ordnen die Nachweispunkte, ohne aus einem einzelnen

935
00:43:43,652 --> 00:43:47,398
Kontrollwert bereits alle erforderlichen Startgeschwindigkeiten bestimmen zu

936
00:43:47,398 --> 00:43:47,744
können.

937
00:43:47,744 --> 00:43:51,654
Die Rotation verändert den Anstellwinkel und damit die Auftriebserzeugung.

938
00:43:51,654 --> 00:43:54,847
V R bezeichnet die geplante Rotationsgeschwindigkeit.

939
00:43:54,847 --> 00:43:58,509
V L O F bezeichnet die Geschwindigkeit beim tatsächlichen Abheben.

940
00:43:58,509 --> 00:44:01,920
Dazwischen liegen eine zeitliche und räumliche Entwicklung sowie eine

941
00:44:01,920 --> 00:44:03,206
Änderung der Flugzeuglage.

942
00:44:03,206 --> 00:44:06,963
Ein Flugzeug springt nicht im Augenblick des Rotationsbeginns aus dem Boden

943
00:44:06,963 --> 00:44:07,314
heraus.

944
00:44:07,314 --> 00:44:11,182
Die Rotationsrate, Geometrie und Beschleunigung beeinflussen, wann die Räder

945
00:44:11,182 --> 00:44:15,049
entlastet sind und welche Geschwindigkeit bis zu einer vorgeschriebenen Höhe

946
00:44:15,049 --> 00:44:15,761
erreicht wird.

947
00:44:15,761 --> 00:44:19,425
Ein räumliches Modell hilft, die Bewegung der Hauptfahrwerksachse, den

948
00:44:19,425 --> 00:44:22,984
steigenden Anstellwinkel und den Flugweg des tiefsten Flugzeugpunkts

949
00:44:22,984 --> 00:44:24,607
gedanklich auseinanderzuhalten.

950
00:44:24,607 --> 00:44:28,275
Dabei wird verständlich, weshalb die Rumpflage nicht mit dem Steigwinkel

951
00:44:28,275 --> 00:44:29,600
gleichgesetzt werden darf.

952
00:44:29,600 --> 00:44:32,691
Ein großer Nickwinkel kann mit einem zunächst flachen Flugweg

953
00:44:32,691 --> 00:44:33,451
zusammenfallen.

954
00:44:33,451 --> 00:44:36,160
Er kann außerdem geometrische Grenzen berühren.

955
00:44:36,160 --> 00:44:39,903
Die im AFM angesetzte Rotationstechnik und ihre Grenzen gehören deshalb

956
00:44:39,903 --> 00:44:42,117
unmittelbar zur Gültigkeit der Startdaten.

957
00:44:42,117 --> 00:44:45,797
V zwei ist die für den Start festgelegte Sicherheitsgeschwindigkeit mit den

958
00:44:45,797 --> 00:44:49,428
erforderlichen Beziehungen zu Überzieh-, Kontroll- und Steiganforderungen.

959
00:44:49,428 --> 00:44:52,866
Sie ist keine beliebig aus einer einzelnen Faustformel abgeleitete

960
00:44:52,866 --> 00:44:53,908
Zielgeschwindigkeit.

961
00:44:53,908 --> 00:44:57,984
Der Zulassungsnachweis verbindet V R, Abheben, das Erreichen definierter

962
00:44:57,984 --> 00:45:00,361
Höhen und die anschließende Steigleistung.

963
00:45:00,361 --> 00:45:03,529
Für unterschiedliche Flugzeug- und Antriebsgruppen gelten dabei

964
00:45:03,529 --> 00:45:04,988
differenzierte Anforderungen.

965
00:45:04,988 --> 00:45:08,515
Der häufig gelernte Zusammenhang mit einer Überziehgeschwindigkeit darf

966
00:45:08,515 --> 00:45:10,899
nicht als alleinige Definition verwendet werden.

967
00:45:10,899 --> 00:45:14,452
Ein fiktiver Fall liefert V eins gleich hundertzwanzig, V R gleich

968
00:45:14,452 --> 00:45:17,789
hundertvierundzwanzig und V zwei gleich hundertdreißig Knoten.

969
00:45:17,789 --> 00:45:20,766
Diese Werte sind ein zusammengehöriger Lehrdatensatz.

970
00:45:20,766 --> 00:45:24,412
Eine Änderung der Masse oder Konfiguration kann alle drei Werte und ihre

971
00:45:24,412 --> 00:45:26,235
zulässigen Beziehungen beeinflussen.

972
00:45:26,235 --> 00:45:29,507
Wir würden nicht aus einer anderen Berechnung die niedrigere V R

973
00:45:29,507 --> 00:45:32,933
herausgreifen, um früher abzuheben, und gleichzeitig die günstigere

974
00:45:32,933 --> 00:45:35,643
Startstrecke des ursprünglichen Datensatzes behalten.

975
00:45:35,643 --> 00:45:39,120
Eine solche Mischung besitzt keinen gemeinsamen Leistungsnachweis.

976
00:45:39,120 --> 00:45:43,103
Zu frühe Rotation kann den Widerstand erhöhen, ohne dass genügend Auftrieb

977
00:45:43,103 --> 00:45:45,255
für ein günstiges Abheben vorhanden ist.

978
00:45:45,255 --> 00:45:48,986
Zu späte Rotation kann unnötig viel Bahn verbrauchen und den Höhengewinn am

979
00:45:48,986 --> 00:45:50,677
maßgeblichen Punkt verschlechtern.

980
00:45:50,677 --> 00:45:53,333
Die genauen Auswirkungen sind musterabhängig.

981
00:45:53,333 --> 00:45:57,045
Unser Ziel ist zu verstehen, warum eine errechnete Startstrecke an eine

982
00:45:57,045 --> 00:45:59,032
definierte Durchführung gekoppelt ist.

983
00:45:59,032 --> 00:46:02,404
Die Zahlen sind kein von der Flugtechnik unabhängiges Versprechen.

984
00:46:02,404 --> 00:46:05,936
Auch nach dem Abheben muss die Geschwindigkeitsführung zum nachgewiesenen

985
00:46:05,936 --> 00:46:06,614
Profil passen.

986
00:46:06,614 --> 00:46:10,231
Eine Beschleunigung verbraucht Energie, die dann nicht gleichzeitig als

987
00:46:10,231 --> 00:46:11,862
Höhengewinn zur Verfügung steht.

988
00:46:11,862 --> 00:46:15,577
Eine Abweichung unter die vorgesehenen Bereiche kann Kontrollierbarkeit und

989
00:46:15,577 --> 00:46:16,914
Auftriebsreserve betreffen.

990
00:46:16,914 --> 00:46:20,488
Konkrete Führung, Callouts und Änderungen der Konfiguration bleiben

991
00:46:20,488 --> 00:46:23,315
Gegenstand der zugelassenen Ausbildung und Verfahren.

992
00:46:23,315 --> 00:46:26,861
In der Theorie verfolgen wir die Verbindung zwischen Geschwindigkeit,

993
00:46:26,861 --> 00:46:30,304
Geometrie und Leistung, ohne daraus universelle Cockpitkommandos zu

994
00:46:30,304 --> 00:46:30,921
formulieren.

995
00:46:30,921 --> 00:46:34,393
Eine Accelerate-Stop-Strecke beginnt mit der Beschleunigung und endet mit

996
00:46:34,393 --> 00:46:35,107
dem Stillstand.

997
00:46:35,107 --> 00:46:38,967
Dazwischen liegen die zugrunde gelegte Störung, ihre Erkennung, die erste

998
00:46:38,967 --> 00:46:41,452
Abbruchhandlung und der Aufbau der Verzögerung.

999
00:46:41,452 --> 00:46:45,442
Das Bild einer einzigen Bremsstrecke ab V eins ist deshalb unvollständig.

1000
00:46:45,442 --> 00:46:48,954
Auch der Übergang von Schub zu Verzögerung verbraucht Zeit und Weg.

1001
00:46:48,954 --> 00:46:52,861
Zugelassene Daten berücksichtigen diesen Ablauf nach den jeweils anwendbaren

1002
00:46:52,861 --> 00:46:53,479
Bedingungen.

1003
00:46:53,479 --> 00:46:57,587
Wir dürfen ihn nicht durch selbst gewählte, günstigere Reaktionsannahmen

1004
00:46:57,587 --> 00:46:58,101
ersetzen.

1005
00:46:58,101 --> 00:47:01,719
Für ein einfaches mechanisches Modell gilt bei konstanter Verzögerung:

1006
00:47:01,719 --> 00:47:05,079
Bremsweg gleich Geschwindigkeit zum Quadrat geteilt durch zweimal

1007
00:47:05,079 --> 00:47:05,699
Verzögerung.

1008
00:47:05,699 --> 00:47:09,493
Ein fiktives Flugzeug beginne den vollständig aufgebauten Bremsabschnitt bei

1009
00:47:09,493 --> 00:47:13,288
siebzig Metern pro Sekunde und verzögere konstant mit dreieinhalb Metern pro

1010
00:47:13,288 --> 00:47:14,286
Sekunde zum Quadrat.

1011
00:47:14,286 --> 00:47:17,291
Siebzig zum Quadrat ergibt viertausendneunhundert.

1012
00:47:17,291 --> 00:47:19,884
Geteilt durch sieben sind das siebenhundert Meter.

1013
00:47:19,884 --> 00:47:22,798
Diese Zahl ist nur der idealisierte Bremsabschnitt.

1014
00:47:22,798 --> 00:47:26,596
Die zuvor zurückgelegte Beschleunigungs- und Übergangsstrecke kommt hinzu.

1015
00:47:26,596 --> 00:47:29,867
Was bewirkt eine um zehn Prozent größere Geschwindigkeit?

1016
00:47:29,867 --> 00:47:32,655
Sie wird zu siebenundsiebzig Metern pro Sekunde.

1017
00:47:32,655 --> 00:47:36,150
Das Quadrat beträgt fünftausendneunhundertneunundzwanzig.

1018
00:47:36,150 --> 00:47:39,324
Bei derselben Verzögerung ergibt sich ein Bremsweg von ungefähr

1019
00:47:39,324 --> 00:47:41,087
achthundertsiebenundvierzig Metern.

1020
00:47:41,087 --> 00:47:44,912
Zehn Prozent mehr Geschwindigkeit haben also einundzwanzig Prozent mehr

1021
00:47:44,912 --> 00:47:46,583
idealisierten Bremsweg erzeugt.

1022
00:47:46,583 --> 00:47:50,169
Dieser quadratische Zusammenhang erklärt, warum kleine Geschwindigkeits-

1023
00:47:50,169 --> 00:47:53,905
oder Rückenwindänderungen große Folgen für die Abbruchenergie haben können.

1024
00:47:53,905 --> 00:47:57,193
Die tatsächlich erreichbare Verzögerung ist nicht konstant.

1025
00:47:57,193 --> 00:48:02,469
Aerodynamischer Widerstand, Spoilerwirkung, Radlast, Reifenzustand, Antiskid

1026
00:48:02,469 --> 00:48:05,037
und Oberflächenreibung verändern sie.

1027
00:48:05,037 --> 00:48:08,696
Ein nasser oder kontaminierter Belag kann die Radbremswirkung verringern.

1028
00:48:08,696 --> 00:48:12,543
Lose Kontamination kann während der Beschleunigung zusätzlichen Widerstand

1029
00:48:12,543 --> 00:48:13,011
erzeugen.

1030
00:48:13,011 --> 00:48:16,875
Für den Abbruchnachweis brauchen wir die Daten und Annahmen, die genau

1031
00:48:16,875 --> 00:48:18,200
diesen Zustand abbilden.

1032
00:48:18,200 --> 00:48:21,786
Ein günstiger Beschleunigungswiderstand darf nicht als frei anrechenbare

1033
00:48:21,786 --> 00:48:23,479
Bremsreserve interpretiert werden.

1034
00:48:23,479 --> 00:48:27,005
Auch die Anerkennung von Umkehrschub ist regel- und datenabhängig.

1035
00:48:27,005 --> 00:48:30,843
Man darf weder pauschal annehmen, dass er immer voll angerechnet wird, noch

1036
00:48:30,843 --> 00:48:33,965
dass er in jeder Berechnung grundsätzlich ausgeschlossen ist.

1037
00:48:33,965 --> 00:48:38,023
Maßgeblich sind der konkrete Nachweis, die Systemverfügbarkeit und die

1038
00:48:38,023 --> 00:48:39,356
dazugehörige Anleitung.

1039
00:48:39,356 --> 00:48:43,488
Dass ein Hilfsmittel physisch vorhanden ist, sagt noch nicht, welchen Anteil

1040
00:48:43,488 --> 00:48:46,043
die verwendete Leistungszahl davon voraussetzt.

1041
00:48:46,043 --> 00:48:50,695
Die praktische Plausibilitätsfrage lautet: Passen Masse, Geschwindigkeit,

1042
00:48:50,695 --> 00:48:53,946
Wind, Bahnzustand und Bremssystemannahmen zusammen?

1043
00:48:53,946 --> 00:48:57,283
Nach einem zurückgestellten System kann eine bisher gültige Strecke

1044
00:48:57,283 --> 00:48:58,229
unbrauchbar werden.

1045
00:48:58,229 --> 00:49:02,056
Nach hoher vorheriger Bremsbeanspruchung kann zusätzlich eine Energie- oder

1046
00:49:02,056 --> 00:49:03,637
Temperaturgrenze relevant sein.

1047
00:49:03,637 --> 00:49:06,919
Die verfügbare ASDA ist somit nur eine Seite des Vergleichs.

1048
00:49:06,919 --> 00:49:10,660
Die andere Seite muss einen vollständigen und für den tatsächlichen Zustand

1049
00:49:10,660 --> 00:49:12,955
gültigen Accelerate-Stop-Datensatz darstellen.

1050
00:49:12,955 --> 00:49:16,374
Beim fortgesetzten Start wird nach dem für die Berechnung angenommenen

1051
00:49:16,374 --> 00:49:19,841
kritischen Triebwerkausfall weiter beschleunigt, rotiert und gestiegen.

1052
00:49:19,841 --> 00:49:23,680
Das Flugzeug besitzt nun weniger verfügbaren Vortrieb und gegebenenfalls

1053
00:49:23,680 --> 00:49:24,960
zusätzlichen Widerstand.

1054
00:49:24,960 --> 00:49:28,818
Asymmetrische Kräfte können außerdem Steuer- und Trimmwiderstand erzeugen.

1055
00:49:28,818 --> 00:49:32,987
Ein einfacher Ansatz, die Startleistung eines Zweistrahlers nach dem Ausfall

1056
00:49:32,987 --> 00:49:36,113
auf genau die Hälfte zu setzen, wäre deshalb irreführend.

1057
00:49:36,113 --> 00:49:40,106
Der benötigte Schub bleibt weitgehend vorhanden, während ein großer Teil des

1058
00:49:40,106 --> 00:49:41,839
Überschusses verloren gehen kann.

1059
00:49:41,839 --> 00:49:44,171
Ein fiktives Modell verdeutlicht dies.

1060
00:49:44,171 --> 00:49:47,780
Mit beiden Triebwerken stehen insgesamt vierzig Kilonewton Schub zur

1061
00:49:47,780 --> 00:49:48,311
Verfügung.

1062
00:49:48,311 --> 00:49:51,892
Zwanzig Kilonewton werden in einem bestimmten Zustand benötigt.

1063
00:49:51,892 --> 00:49:54,524
Der Überschuss beträgt zwanzig Kilonewton.

1064
00:49:54,524 --> 00:49:58,448
Fällt ein Triebwerk aus, verbleiben zunächst zwanzig Kilonewton.

1065
00:49:58,448 --> 00:50:02,145
Steigt der Widerstand durch die Ausfallbedingung auf zweiundzwanzig

1066
00:50:02,145 --> 00:50:04,297
Kilonewton, entsteht sogar ein Defizit.

1067
00:50:04,297 --> 00:50:08,157
In einer anderen Geschwindigkeit oder Konfiguration kann die Bilanz anders

1068
00:50:08,157 --> 00:50:08,626
aussehen.

1069
00:50:08,626 --> 00:50:12,098
Deshalb ist die verbleibende Triebwerkszahl allein kein ausreichendes Maß

1070
00:50:12,098 --> 00:50:13,762
für die verbleibende Steigleistung.

1071
00:50:13,762 --> 00:50:16,578
Die Startstrecke endet an einem definierten Höhen- und

1072
00:50:16,578 --> 00:50:17,829
Geschwindigkeitszustand.

1073
00:50:17,829 --> 00:50:21,283
Die zu verwendende Screen Height hängt vom anwendbaren Nachweis und

1074
00:50:21,283 --> 00:50:22,417
Oberflächenzustand ab.

1075
00:50:22,417 --> 00:50:25,695
Eine Aufgabenstellung muss diesen Bezug eindeutig vorgeben.

1076
00:50:25,695 --> 00:50:29,069
Eine Strecke bis zum Abheben ist nicht gleich einer Strecke bis zu einer

1077
00:50:29,069 --> 00:50:30,100
vorgeschriebenen Höhe.

1078
00:50:30,100 --> 00:50:33,793
Bei nassen Startbahnen können zugelassene Nachweise mit unterschiedlichen

1079
00:50:33,793 --> 00:50:34,957
Höhenbezügen auftreten.

1080
00:50:34,957 --> 00:50:38,651
Wir lesen diese Angaben im Datenkontext und übertragen keine Höhe ohne

1081
00:50:38,651 --> 00:50:40,340
Prüfung auf eine andere Tabelle.

1082
00:50:40,340 --> 00:50:43,656
Nach dem Erreichen des ersten Höhenpunkts geht der Nachweis weiter.

1083
00:50:43,656 --> 00:50:47,378
Konfiguration, Geschwindigkeit, Triebwerksrating und gegebenenfalls

1084
00:50:47,378 --> 00:50:50,934
Beschleunigungsabschnitte bilden einen definierten Startflugweg.

1085
00:50:50,934 --> 00:50:54,452
Die Hindernisprüfung verwendet die dafür vorgesehenen Nettodaten.

1086
00:50:54,452 --> 00:50:57,569
Ein Flugzeug kann die erforderliche Startstrecke innerhalb der TODA

1087
00:50:57,569 --> 00:51:00,594
bewältigen und später dennoch an einer Hindernisgrenze scheitern.

1088
00:51:00,594 --> 00:51:03,805
Die Accelerate-Go-Strecke ist somit ein wesentlicher Teil des

1089
00:51:03,805 --> 00:51:06,806
Gesamtnachweises, aber nicht dessen vollständiger Ersatz.

1090
00:51:06,806 --> 00:51:09,700
Eine spätere angenommene Ausfallgeschwindigkeit ist für die

1091
00:51:09,700 --> 00:51:13,183
Fortsetzungsstrecke häufig günstiger, weil länger mit allen Triebwerken

1092
00:51:13,183 --> 00:51:14,115
beschleunigt wurde.

1093
00:51:14,115 --> 00:51:18,067
Eine niedrigere V eins kann entsprechend den Fortsetzungsbedarf vergrößern.

1094
00:51:18,067 --> 00:51:21,508
Genau deshalb konkurriert dieser Nachweis mit dem Abbruchnachweis.

1095
00:51:21,508 --> 00:51:25,257
Die zulässige Kombination hängt von Masse, vorhandenen Strecken und

1096
00:51:25,257 --> 00:51:26,767
Geschwindigkeitsgrenzen ab.

1097
00:51:26,767 --> 00:51:30,461
Eine Optimierung muss alle diese Bedingungen gleichzeitig berücksichtigen.

1098
00:51:30,461 --> 00:51:34,059
Für die Prüfung verfolgen wir den Energiefluss: verbleibender Vortrieb

1099
00:51:34,059 --> 00:51:37,658
erzeugt Beschleunigung, überwindet Widerstand und liefert Höhengewinn.

1100
00:51:37,658 --> 00:51:41,334
Für jede Phase ist zu klären, wie die Energie aufgeteilt wird.

1101
00:51:41,334 --> 00:51:44,874
Eine Beschleunigungsphase ist nicht einfach zusätzlicher Höhengewinn.

1102
00:51:44,874 --> 00:51:48,889
Ein Konfigurationswechsel kann den Widerstand senken, benötigt aber den

1103
00:51:48,889 --> 00:51:50,359
dafür vorgesehenen Ablauf.

1104
00:51:50,359 --> 00:51:53,823
Diese Zusammenhänge erklären das Startprofil, während die tatsächliche

1105
00:51:53,823 --> 00:51:57,287
Durchführung stets durch die gültigen Musterverfahren bestimmt bleibt.

1106
00:51:57,287 --> 00:52:00,637
Für den trockenen Startstreckennachweis nach CS fünfundzwanzig Punkt

1107
00:52:00,637 --> 00:52:04,037
hundertdreizehn wird nicht ausschließlich der Ausfallfall betrachtet.

1108
00:52:04,037 --> 00:52:07,066
Die maßgebliche Strecke ist die größere aus der dort definierten

1109
00:52:07,066 --> 00:52:10,662
Ausfallstrecke und hundertfünfzehn Prozent der Strecke mit allen Triebwerken

1110
00:52:10,662 --> 00:52:12,177
bis zum festgelegten Höhenpunkt.

1111
00:52:12,177 --> 00:52:15,484
Für nasse Bahn wird zusätzlich die dafür definierte Strecke mit dem

1112
00:52:15,484 --> 00:52:18,891
niedrigeren Höhenbezug betrachtet, wobei das Erreichen von V zwei vor

1113
00:52:18,891 --> 00:52:21,458
fünfunddreißig Fuß weiterhin Teil der Bedingung ist.

1114
00:52:21,458 --> 00:52:25,133
Diese Zulassungsfaktoren sind keine frei zu ergänzenden Zuschläge auf

1115
00:52:25,133 --> 00:52:27,317
bereits fertig ausgewertete AFM-Strecken.

1116
00:52:27,317 --> 00:52:30,172
Beim klassischen Balanced-Field-Gedanken werden erforderliche

1117
00:52:30,172 --> 00:52:33,730
Accelerate-Stop-Strecke und erforderliche Fortsetzungsstrecke durch die Wahl

1118
00:52:33,730 --> 00:52:35,415
einer zulässigen V eins gleich groß.

1119
00:52:35,415 --> 00:52:38,963
Zeichnen wir beide Strecken über V eins, steigt die Abbruchkurve

1120
00:52:38,963 --> 00:52:42,123
typischerweise an, während die Fortsetzungskurve abnimmt.

1121
00:52:42,123 --> 00:52:45,479
Ihr Schnittpunkt minimiert in diesem vereinfachten Bild die größere der

1122
00:52:45,479 --> 00:52:46,756
beiden benötigten Strecken.

1123
00:52:46,756 --> 00:52:49,754
Diese Aussage setzt voraus, dass der Schnittpunkt innerhalb aller

1124
00:52:49,754 --> 00:52:53,028
Geschwindigkeits- und sonstigen Grenzen liegt und dass die verglichenen

1125
00:52:53,028 --> 00:52:55,657
Strecken dieselben maßgeblichen Randbedingungen erfüllen.

1126
00:52:55,657 --> 00:52:58,121
Wir verwenden eine frei erfundene Tabelle.

1127
00:52:58,121 --> 00:53:00,941
Bei hundertzehn Knoten V eins beträgt die Abbruchstrecke

1128
00:53:00,941 --> 00:53:03,711
eintausendneunhundert Meter und die Fortsetzungsstrecke

1129
00:53:03,711 --> 00:53:05,171
zweitausenddreihundert Meter.

1130
00:53:05,171 --> 00:53:09,214
Bei hundertzwanzig Knoten lauten beide Werte zweitausendeinhundert Meter.

1131
00:53:09,214 --> 00:53:12,918
Bei hundertdreißig Knoten beträgt die Abbruchstrecke zweitausenddreihundert

1132
00:53:12,918 --> 00:53:15,685
und die Fortsetzungsstrecke eintausendneunhundert Meter.

1133
00:53:15,685 --> 00:53:19,425
Unter den ausdrücklich vereinfachten Annahmen ist hundertzwanzig Knoten die

1134
00:53:19,425 --> 00:53:22,018
balancierte Lösung mit zweitausendeinhundert Metern.

1135
00:53:22,018 --> 00:53:25,318
Sie ist nicht automatisch für ein reales Flugzeug zulässig.

1136
00:53:25,318 --> 00:53:28,495
Nun besitzt der Platz nur zweitausend Meter ASDA, aber

1137
00:53:28,495 --> 00:53:30,496
zweitausendvierhundert Meter TODA.

1138
00:53:30,496 --> 00:53:33,453
Die balancierte Lösung scheitert am Abbruchnachweis.

1139
00:53:33,453 --> 00:53:36,949
Eine zulässige niedrigere V eins könnte dagegen den Abbruchbedarf auf

1140
00:53:36,949 --> 00:53:40,748
zweitausend Meter senken und einen höheren Fortsetzungsbedarf erzeugen, der

1141
00:53:40,748 --> 00:53:41,914
noch in die TODA passt.

1142
00:53:41,914 --> 00:53:45,563
Das Ergebnis wäre unbalanciert und könnte dennoch alle erforderlichen

1143
00:53:45,563 --> 00:53:46,567
Nachweise erfüllen.

1144
00:53:46,567 --> 00:53:50,137
Deshalb ist die Behauptung falsch, jeder zulässige Verkehrsflugzeugstart

1145
00:53:50,137 --> 00:53:53,111
müsse immer auf identischen erforderlichen Strecken beruhen.

1146
00:53:53,111 --> 00:53:56,794
Umgekehrt kann eine längere ASDA eine andere Optimierung ermöglichen.

1147
00:53:56,794 --> 00:54:00,293
Ein zusätzlicher verfügbarer Bremsbereich hilft aber nur innerhalb der

1148
00:54:00,293 --> 00:54:02,042
zulässigen Geschwindigkeitsgrenzen.

1149
00:54:02,042 --> 00:54:05,404
Ein Schnittpunkt oberhalb V R darf nicht einfach gewählt werden.

1150
00:54:05,404 --> 00:54:08,983
Ein rechnerischer Wunschwert unterhalb der zulässigen Kontrollgrenze ist

1151
00:54:08,983 --> 00:54:10,226
ebenfalls ausgeschlossen.

1152
00:54:10,226 --> 00:54:13,696
Zusätzlich können Reifen- oder Bremsenergiegrenzen wirksam werden.

1153
00:54:13,696 --> 00:54:17,546
Das Optimierungsproblem besitzt deshalb Begrenzungen, die in der einfachen

1154
00:54:17,546 --> 00:54:19,314
Zeichnung oft nicht sichtbar sind.

1155
00:54:19,314 --> 00:54:22,615
Bei gleicher Bahn kann eine geringere Masse den zulässigen Bereich

1156
00:54:22,615 --> 00:54:23,165
vergrößern.

1157
00:54:23,165 --> 00:54:26,147
Sie verändert die Kurven und meist auch die charakteristischen

1158
00:54:26,147 --> 00:54:27,012
Geschwindigkeiten.

1159
00:54:27,012 --> 00:54:30,543
Daher dürfen wir nicht ausschließlich auf einer alten Kurve einen neuen

1160
00:54:30,543 --> 00:54:31,338
Punkt markieren.

1161
00:54:31,338 --> 00:54:34,361
Die Masse ist eine Eingangsgröße der gesamten Berechnung.

1162
00:54:34,361 --> 00:54:37,717
Gültige Leistungssoftware löst diese Verknüpfungen auf Grundlage der

1163
00:54:37,717 --> 00:54:40,136
hinterlegten Daten und ihrer zulässigen Methoden.

1164
00:54:40,136 --> 00:54:43,711
Die Besatzung kontrolliert besonders die Eingaben und die resultierenden

1165
00:54:43,711 --> 00:54:44,109
Grenzen.

1166
00:54:44,109 --> 00:54:47,774
Eine gute Prüfungsantwort beschreibt abschließend den Begrenzungsgrund.

1167
00:54:47,774 --> 00:54:52,060
Wir sagen beispielsweise: Die Lösung ist durch ASDA begrenzt, während noch

1168
00:54:52,060 --> 00:54:53,219
TODA vorhanden wäre.

1169
00:54:53,219 --> 00:54:57,191
Oder: Die untere V-eins-Grenze verhindert eine weitere Verringerung des

1170
00:54:57,191 --> 00:54:58,030
Abbruchbedarfs.

1171
00:54:58,030 --> 00:55:01,430
Solche Aussagen zeigen mehr Verständnis als das bloße Nennen einer

1172
00:55:01,430 --> 00:55:02,254
Geschwindigkeit.

1173
00:55:02,254 --> 00:55:05,960
Sie erklären zugleich, welche Art von Änderung überhaupt helfen könnte und

1174
00:55:05,960 --> 00:55:09,516
weshalb eine scheinbar naheliegende Zusatzfläche manchmal keinen Nutzen

1175
00:55:09,516 --> 00:55:09,867
bringt.

1176
00:55:09,867 --> 00:55:13,651
Für Abbruch und Fortsetzung ist im gemeinsamen Startnachweis derselbe

1177
00:55:13,651 --> 00:55:14,912
V-eins-Wert anzusetzen.

1178
00:55:14,912 --> 00:55:18,701
Es wäre unzulässig, für den Abbruch eine günstigere niedrige und für die

1179
00:55:18,701 --> 00:55:22,385
Fortsetzung unabhängig davon eine günstigere hohe V eins zu verwenden.

1180
00:55:22,385 --> 00:55:25,777
Die gemeinsame Geschwindigkeit verbindet beide Rechenwege zu einer

1181
00:55:25,777 --> 00:55:27,113
konsistenten Startsequenz.

1182
00:55:27,113 --> 00:55:30,988
Für die Startmasse existieren mehrere voneinander unabhängige Grenzen.

1183
00:55:30,988 --> 00:55:34,907
Eine strukturelle maximale Startmasse schützt das Flugzeug innerhalb seiner

1184
00:55:34,907 --> 00:55:35,429
Zulassung.

1185
00:55:35,429 --> 00:55:39,153
Die Bahnstrecken begrenzen die Masse nach Beschleunigungs-, Abbruch- und

1186
00:55:39,153 --> 00:55:40,136
Fortsetzungsbedarf.

1187
00:55:40,136 --> 00:55:43,337
Mindeststeigleistungen können eine weitere Grenze ergeben.

1188
00:55:43,337 --> 00:55:45,895
Hindernisse können die Masse nochmals verringern.

1189
00:55:45,895 --> 00:55:49,385
Hinzu kommen je nach Muster und Einsatz beispielsweise Reifen-,

1190
00:55:49,385 --> 00:55:52,488
Bremsenergie-, Temperatur- oder Geschwindigkeitsgrenzen.

1191
00:55:52,488 --> 00:55:56,535
Es genügt deshalb nicht, die größte Zahl auf einer einzelnen Leistungsseite

1192
00:55:56,535 --> 00:55:58,316
als erlaubte Startmasse zu lesen.

1193
00:55:58,316 --> 00:56:02,143
Performance Class A ist eine betriebliche Einordnung nach den anwendbaren

1194
00:56:02,143 --> 00:56:04,188
Air-OPS-Definitionen und Anforderungen.

1195
00:56:04,188 --> 00:56:07,435
Sie betrifft insbesondere mehrmotorige Turbopropflugzeuge oberhalb

1196
00:56:07,435 --> 00:56:10,436
bestimmter Massen- oder Sitzplatzschwellen sowie mehrmotorige

1197
00:56:10,436 --> 00:56:11,321
Turbojetflugzeuge.

1198
00:56:11,321 --> 00:56:15,144
Die konkrete Zuordnung ist anhand der geltenden Definition zu prüfen.

1199
00:56:15,144 --> 00:56:18,705
Sie darf nicht allein aus dem umgangssprachlichen Wort Verkehrsflugzeug oder

1200
00:56:18,705 --> 00:56:21,376
aus einer beliebigen Größenwahrnehmung abgeleitet werden.

1201
00:56:21,376 --> 00:56:24,602
Ebenso ist die Leistungsklasse nicht gleichbedeutend mit einer

1202
00:56:24,602 --> 00:56:26,579
Zulassungsbasis wie CS fünfundzwanzig.

1203
00:56:26,579 --> 00:56:30,372
Unser fiktives Flugzeug besitzt eine strukturelle Startmassengrenze von

1204
00:56:30,372 --> 00:56:31,547
zweiundsiebzig Tonnen.

1205
00:56:31,547 --> 00:56:35,175
Die Bahnberechnung erlaubt neunundsechzig Tonnen, die Steigberechnung

1206
00:56:35,175 --> 00:56:39,118
siebenundsechzig und die Hindernisanalyse fünfundsechzig Komma fünf Tonnen.

1207
00:56:39,118 --> 00:56:42,452
Eine weitere angenommene Reifengrenze erlaubt siebzig Tonnen.

1208
00:56:42,452 --> 00:56:46,428
Die kleinste anwendbare Grenze beträgt fünfundsechzig Komma fünf Tonnen.

1209
00:56:46,428 --> 00:56:50,061
Genau diese Grenze bestimmt unter den gegebenen Bedingungen die maximale

1210
00:56:50,061 --> 00:56:51,120
zulässige Startmasse.

1211
00:56:51,120 --> 00:56:54,656
Ein neunundsechzig-Tonnen-Ergebnis aus der Bahnberechnung ändert daran

1212
00:56:54,656 --> 00:56:55,009
nichts.

1213
00:56:55,009 --> 00:56:58,767
Jetzt sinkt die Temperatur, und die Bahnberechnung verbessert sich auf

1214
00:56:58,767 --> 00:56:59,894
einundsiebzig Tonnen.

1215
00:56:59,894 --> 00:57:03,961
Solange die Hindernisgrenze unverändert bei fünfundsechzig Komma fünf liegt,

1216
00:57:03,961 --> 00:57:06,047
steigt die zulässige Gesamtmasse nicht.

1217
00:57:06,047 --> 00:57:09,441
Das ist ein wichtiges Optimierungsprinzip: Eine Verbesserung einer nicht

1218
00:57:09,441 --> 00:57:12,552
begrenzenden Bedingung kann ohne praktischen Massengewinn bleiben.

1219
00:57:12,552 --> 00:57:16,541
Um einen Nutzen nachzuweisen, müssen wir verfolgen, welche Grenze nach der

1220
00:57:16,541 --> 00:57:18,589
Änderung tatsächlich die kleinste ist.

1221
00:57:18,589 --> 00:57:22,174
Auch die geplante Landemasse kann die Abflugmasse indirekt begrenzen.

1222
00:57:22,174 --> 00:57:25,941
Wenn am Ziel eine bestimmte maximale Landemasse gilt, darf die erwartete

1223
00:57:25,941 --> 00:57:28,033
Ankunftsmasse diese nicht überschreiten.

1224
00:57:28,033 --> 00:57:31,634
In einem einfachen Planungsmodell ergibt sich daraus eine Startmassengrenze

1225
00:57:31,634 --> 00:57:34,898
aus zulässiger Landemasse plus erwartetem Verbrauch bis zur Landung.

1226
00:57:34,898 --> 00:57:38,352
Diese Rechnung ersetzt keine Kraftstoffvorschrift und darf nicht durch die

1227
00:57:38,352 --> 00:57:41,619
Hoffnung auf zusätzlichen ungeplanten Verbrauch zurechtgebogen werden.

1228
00:57:41,619 --> 00:57:45,337
Die abschließende Darstellung sollte alle wesentlichen Grenzen nebeneinander

1229
00:57:45,337 --> 00:57:45,680
zeigen.

1230
00:57:45,680 --> 00:57:50,008
So erkennen wir, ob eine geringere Nutzlast, eine andere Bahn, eine andere

1231
00:57:50,008 --> 00:57:53,341
Konfiguration oder eine andere Flugplanung helfen könnte.

1232
00:57:53,341 --> 00:57:57,176
Eine Änderung wird erst dann zur Lösung, wenn der vollständige Datensatz

1233
00:57:57,176 --> 00:57:58,774
erneut konsistent geprüft ist.

1234
00:57:58,774 --> 00:58:01,938
Dieses Denken in parallelen Grenzen ist der Kern einer belastbaren

1235
00:58:01,938 --> 00:58:04,431
Startleistungsentscheidung in der Leistungsklasse A.

1236
00:58:04,431 --> 00:58:08,069
Gegenwind senkt bei gleicher Fluggeschwindigkeit die Geschwindigkeit über

1237
00:58:08,069 --> 00:58:08,368
Grund.

1238
00:58:08,368 --> 00:58:12,360
Dadurch kann weniger Bodenstrecke bis zum benötigten aerodynamischen Zustand

1239
00:58:12,360 --> 00:58:13,305
erforderlich sein.

1240
00:58:13,305 --> 00:58:15,451
Rückenwind wirkt in die andere Richtung.

1241
00:58:15,451 --> 00:58:19,036
Eine geneigte Bahn verändert zusätzlich die Kraftkomponente entlang der

1242
00:58:19,036 --> 00:58:19,692
Rollrichtung.

1243
00:58:19,692 --> 00:58:23,153
Bergauf muss während der Beschleunigung gegen einen Anteil des Gewichts

1244
00:58:23,153 --> 00:58:26,564
gearbeitet werden, während diese Komponente beim Anhalten helfen kann.

1245
00:58:26,564 --> 00:58:28,843
Bergab kehren sich diese Wirkungen um.

1246
00:58:28,843 --> 00:58:32,164
Die gesamte Startleistung ergibt sich aus beiden Phasen und ihren

1247
00:58:32,164 --> 00:58:32,725
Nachweisen.

1248
00:58:32,725 --> 00:58:36,049
Für eine reine Geometriefrage verwenden wir fiktive Werte.

1249
00:58:36,049 --> 00:58:39,411
Das Flugzeug hebt bei einer TAS von hundertvierzig Knoten ab.

1250
00:58:39,411 --> 00:58:42,274
Bei zehn Knoten genauem Gegenwind beträgt die zugehörige

1251
00:58:42,274 --> 00:58:45,239
Grundgeschwindigkeit näherungsweise hundertdreißig Knoten.

1252
00:58:45,239 --> 00:58:48,426
Bei zehn Knoten Rückenwind sind es hundertfünfzig Knoten.

1253
00:58:48,426 --> 00:58:52,092
Das Verhältnis der Bewegungsenergien über Grund ist dann hundertfünfzig zum

1254
00:58:52,092 --> 00:58:54,487
Quadrat geteilt durch hundertdreißig zum Quadrat.

1255
00:58:54,487 --> 00:58:56,975
Es beträgt ungefähr eins Komma drei drei.

1256
00:58:56,975 --> 00:59:00,201
Der Rückenwindfall besitzt in diesem Vergleich rund ein Drittel mehr

1257
00:59:00,201 --> 00:59:01,007
Bewegungsenergie.

1258
00:59:01,007 --> 00:59:03,911
Diese Rechnung ist noch keine Startstreckenkorrektur.

1259
00:59:03,911 --> 00:59:07,387
Zugelassene Leistungsdaten rechnen Wind häufig mit vorgeschriebenen

1260
00:59:07,387 --> 00:59:08,736
konservativen Anteilen an.

1261
00:59:08,736 --> 00:59:12,711
Deshalb ist zu prüfen, ob die Eingabemaske den gemeldeten Wind oder bereits

1262
00:59:12,711 --> 00:59:14,619
einen angepassten Windwert erwartet.

1263
00:59:14,619 --> 00:59:18,791
Wird eine Anrechnung zweimal reduziert, entsteht ein anderes Ergebnis als

1264
00:59:18,791 --> 00:59:19,420
vorgesehen.

1265
00:59:19,420 --> 00:59:23,027
Wird ein Rückenwindanteil nicht wie verlangt berücksichtigt, kann eine

1266
00:59:23,027 --> 00:59:25,038
unzulässig günstige Leistung entstehen.

1267
00:59:25,038 --> 00:59:28,903
Wir verwenden keine selbst erfundene universelle Prozentregel, sondern die

1268
00:59:28,903 --> 00:59:31,358
für den jeweiligen Nachweis geltende Anleitung.

1269
00:59:31,358 --> 00:59:35,358
Bahnneigung kann als Prozent, Winkel oder Höhenunterschied erscheinen.

1270
00:59:35,358 --> 00:59:39,357
Ein Prozent bedeutet einen Meter Höhenänderung je hundert Meter horizontaler

1271
00:59:39,357 --> 00:59:39,778
Strecke.

1272
00:59:39,778 --> 00:59:41,564
Es bedeutet nicht ein Grad.

1273
00:59:41,564 --> 00:59:45,082
Bei zweitausend Metern Länge entsprechen ein Prozent durchschnittlicher

1274
00:59:45,082 --> 00:59:47,064
Neigung zwanzig Metern Höhenunterschied.

1275
00:59:47,064 --> 00:59:50,569
Für reale Leistungsdaten kann eine wirksame oder nach einem bestimmten

1276
00:59:50,569 --> 00:59:52,821
Verfahren ermittelte Neigung maßgeblich sein.

1277
00:59:52,821 --> 00:59:56,142
Eine unregelmäßige Bahn wird nicht automatisch durch irgendeinen selbst

1278
00:59:56,142 --> 00:59:58,153
berechneten Mittelwert korrekt beschrieben.

1279
00:59:58,153 --> 01:00:01,670
Temperatur und Druckhöhe wirken zugleich auf den Antrieb und auf die

1280
01:00:01,670 --> 01:00:02,395
benötigte TAS.

1281
01:00:02,395 --> 01:00:06,207
Deshalb ist eine pauschale additive Zusammenfassung aller Effekte oft

1282
01:00:06,207 --> 01:00:06,814
ungeeignet.

1283
01:00:06,814 --> 01:00:10,582
Eine heißere Bedingung kann beispielsweise den verfügbaren Schub stärker

1284
01:00:10,582 --> 01:00:13,931
reduzieren, nachdem eine Flat-Rating-Grenze überschritten wurde.

1285
01:00:13,931 --> 01:00:17,688
Ein noch so sorgfältig angewandter konstanter Prozentaufschlag kann diesen

1286
01:00:17,688 --> 01:00:18,501
Knick verfehlen.

1287
01:00:18,501 --> 01:00:22,361
Die physikalische Richtung unterstützt die Plausibilitätskontrolle, liefert

1288
01:00:22,361 --> 01:00:24,008
aber nicht die zugelassene Zahl.

1289
01:00:24,008 --> 01:00:27,417
In einer Änderungsprüfung betrachten wir schließlich den begrenzenden

1290
01:00:27,417 --> 01:00:27,861
Nachweis.

1291
01:00:27,861 --> 01:00:31,471
Rückenwind kann den Abbruchbedarf verschlechtern, während eine andere

1292
01:00:31,471 --> 01:00:33,930
Konfiguration den Fortsetzungsbedarf verändert.

1293
01:00:33,930 --> 01:00:37,847
Eine längere Bahn kann Streckenreserven schaffen, aber den Hindernisflugweg

1294
01:00:37,847 --> 01:00:38,734
nicht verbessern.

1295
01:00:38,734 --> 01:00:42,426
Die vollständige Lösung verbindet deshalb Wetter, Geometrie und

1296
01:00:42,426 --> 01:00:43,364
Flugzeugzustand.

1297
01:00:43,364 --> 01:00:47,343
Erst aus dieser Kombination ergibt sich, ob die ursprünglich geplante Masse

1298
01:00:47,343 --> 01:00:48,776
weiterhin nachgewiesen ist.

1299
01:00:48,776 --> 01:00:51,709
Ein reduzierter Startschub kann unter geeigneten Bedingungen

1300
01:00:51,709 --> 01:00:54,397
Triebwerksbeanspruchung und Wartungsaufwand verringern.

1301
01:00:54,397 --> 01:00:58,944
Ob und wie er verwendet werden darf, hängt von Muster, zugelassener Methode,

1302
01:00:58,944 --> 01:01:01,218
Bahnzustand und Betreiberverfahren ab.

1303
01:01:01,218 --> 01:01:05,078
Eine feste Derate und eine Methode mit angenommener höherer Temperatur sind

1304
01:01:05,078 --> 01:01:06,416
unterschiedliche Konzepte.

1305
01:01:06,416 --> 01:01:10,274
Sie können sich bei Leistungsannahmen, Geschwindigkeiten und verfügbaren

1306
01:01:10,274 --> 01:01:11,507
Reserven unterscheiden.

1307
01:01:11,507 --> 01:01:15,092
Die Begriffe dürfen deshalb nicht als beliebige Bezeichnungen für dieselbe

1308
01:01:15,092 --> 01:01:17,320
prozentuale Schubreduzierung behandelt werden.

1309
01:01:17,320 --> 01:01:21,056
Ein fiktiver Datensatz erlaubt bei voller Leistung achtundsechzig Tonnen und

1310
01:01:21,056 --> 01:01:24,744
bei einer bestimmten zugelassenen Reduktionsvariante fünfundsechzig Tonnen.

1311
01:01:24,744 --> 01:01:27,511
Die geplante Masse beträgt vierundsechzig Tonnen.

1312
01:01:27,511 --> 01:01:31,671
Daraus folgt zunächst nur, dass diese Masse unter beiden genannten Grenzen

1313
01:01:31,671 --> 01:01:32,009
liegt.

1314
01:01:32,009 --> 01:01:35,683
Ob alle weiteren Bedingungen der Reduktionsmethode erfüllt sind, muss

1315
01:01:35,683 --> 01:01:37,068
zusätzlich geprüft werden.

1316
01:01:37,068 --> 01:01:40,803
Eine ausreichende Bahnstrecke allein beweist noch keine Zulässigkeit bei der

1317
01:01:40,803 --> 01:01:43,702
aktuellen Kontamination oder einer zurückgestellten Anlage.

1318
01:01:43,702 --> 01:01:47,172
Nasse Bahn und kontaminierte Bahn sind nicht identische Zustände.

1319
01:01:47,172 --> 01:01:50,872
Wasserfilm, stehendes Wasser, Schneematsch, Schnee und Eis können

1320
01:01:50,872 --> 01:01:52,920
unterschiedliche Wirkungen besitzen.

1321
01:01:52,920 --> 01:01:55,926
Die Beschleunigung kann durch Verdrängungs- und Spritzwiderstand

1322
01:01:55,926 --> 01:01:56,959
beeinträchtigt werden.

1323
01:01:56,959 --> 01:02:00,310
Die Verzögerung kann durch verminderte Radreibung begrenzt sein.

1324
01:02:00,310 --> 01:02:03,033
Die Richtungssteuerbarkeit kann ebenfalls leiden.

1325
01:02:03,033 --> 01:02:06,553
Ein einziger allgemeiner Prozentaufschlag auf trockene Startdaten bildet

1326
01:02:06,553 --> 01:02:09,340
diese unterschiedlichen Mechanismen nicht zuverlässig ab.

1327
01:02:09,340 --> 01:02:12,975
Für Startrechnungen ist die konkrete Art und Tiefe der Kontamination

1328
01:02:12,975 --> 01:02:13,938
besonders wichtig.

1329
01:02:13,938 --> 01:02:17,028
Ein für die Landung gemeldeter Runway Condition Code liefert nicht

1330
01:02:17,028 --> 01:02:19,604
automatisch alle für den Start nötigen Angaben über den

1331
01:02:19,604 --> 01:02:20,681
Verdrängungswiderstand.

1332
01:02:20,681 --> 01:02:24,999
Eine Software kann deshalb zusätzlich Oberfläche, Tiefe, Temperatur und

1333
01:02:24,999 --> 01:02:26,945
weitere Informationen verlangen.

1334
01:02:26,945 --> 01:02:30,254
Fehlende Eingaben dürfen nicht durch die Annahme ersetzt werden, ein

1335
01:02:30,254 --> 01:02:33,807
mittlerer Code bedeute eine mittlere und damit ausreichend genau bekannte

1336
01:02:33,807 --> 01:02:34,537
Startbedingung.

1337
01:02:34,537 --> 01:02:37,518
Eine weitere Falle entsteht durch schnelle Wetteränderungen.

1338
01:02:37,518 --> 01:02:41,038
Nach einer Berechnung für nasse Bahn kann Starkregen stehendes Wasser

1339
01:02:41,038 --> 01:02:41,498
erzeugen.

1340
01:02:41,498 --> 01:02:45,327
Der alte Datensatz beschreibt dann möglicherweise einen anderen Zustand.

1341
01:02:45,327 --> 01:02:48,651
Auch ein Räumbericht kann nur für eine bestimmte Breite oder einen

1342
01:02:48,651 --> 01:02:50,061
bestimmten Zeitpunkt gelten.

1343
01:02:50,061 --> 01:02:53,664
Für die Entscheidung ist die tatsächlich nutzbare und gemeldete Fläche

1344
01:02:53,664 --> 01:02:54,230
maßgeblich.

1345
01:02:54,230 --> 01:02:58,004
Eine nominelle Gesamtbreite hilft nicht, wenn die benötigte Leistungsannahme

1346
01:02:58,004 --> 01:03:00,934
nur auf einer schmaleren freigegebenen Fläche erfüllt wird.

1347
01:03:00,934 --> 01:03:04,637
Die sinnvolle Vorgehensweise lautet: Zustand feststellen, passende

1348
01:03:04,637 --> 01:03:08,172
zugelassene Daten auswählen, Grenzen der Methode prüfen und den

1349
01:03:08,172 --> 01:03:10,360
vollständigen Startdatensatz auswerten.

1350
01:03:10,360 --> 01:03:13,837
Ist für den tatsächlichen Zustand kein gültiger Nachweis verfügbar, lässt

1351
01:03:13,837 --> 01:03:17,410
sich die Lücke nicht durch eine selbst gewählte vorsichtige Zahl schließen.

1352
01:03:17,410 --> 01:03:20,782
Die Theorie erklärt, weshalb die Unsicherheit entsteht.

1353
01:03:20,782 --> 01:03:24,324
Die konkrete zulässige Lösung muss aber aus verfügbaren Daten, einer

1354
01:03:24,324 --> 01:03:27,658
Änderung der Bedingungen oder einer anderen Planung hervorgehen.

1355
01:03:27,658 --> 01:03:30,612
Der Startflugweg nach dem kritischen Triebwerkausfall wird für

1356
01:03:30,612 --> 01:03:33,090
Leistungszwecke in definierte Abschnitte gegliedert.

1357
01:03:33,090 --> 01:03:36,302
In der verbreiteten Darstellung beginnt ein erster Abschnitt nach dem

1358
01:03:36,302 --> 01:03:39,281
Abheben und umfasst den Zustand bis zum Einfahren des Fahrwerks.

1359
01:03:39,281 --> 01:03:42,738
Danach folgt ein besonders wichtiger Steigabschnitt mit eingefahrenem

1360
01:03:42,738 --> 01:03:45,193
Fahrwerk und der festgelegten Startkonfiguration.

1361
01:03:45,193 --> 01:03:48,784
Später kann ein Beschleunigungsabschnitt mit Konfigurationsänderungen

1362
01:03:48,784 --> 01:03:49,148
folgen.

1363
01:03:49,148 --> 01:03:52,749
Ein weiterer Steigabschnitt führt in der vorgesehenen Konfiguration und mit

1364
01:03:52,749 --> 01:03:55,150
dem maßgeblichen länger verfügbaren Rating weiter.

1365
01:03:55,150 --> 01:03:58,819
Die genauen Grenzen lesen wir aus der Zulassungs- und Betriebsgrundlage.

1366
01:03:58,819 --> 01:04:01,664
Stellen wir uns diese Abschnitte im räumlichen Modell als

1367
01:04:01,664 --> 01:04:03,561
aufeinanderfolgende Flugwegstücke vor.

1368
01:04:03,561 --> 01:04:07,460
Zu jedem Stück gehören ein Höhengewinn und ein horizontal zurückgelegter

1369
01:04:07,460 --> 01:04:07,677
Weg.

1370
01:04:07,677 --> 01:04:11,202
Während einer Beschleunigungsphase wächst die Geschwindigkeit, ohne dass

1371
01:04:11,202 --> 01:04:14,238
derselbe Energieüberschuss vollständig in Höhe umgesetzt wird.

1372
01:04:14,238 --> 01:04:17,150
Dadurch kann ein räumlich flacherer Abschnitt entstehen.

1373
01:04:17,150 --> 01:04:20,727
Gerade dort können Hindernisse relevant sein, auch wenn ein vorheriger

1374
01:04:20,727 --> 01:04:23,281
Steigabschnitt einen ausreichenden Gradient besaß.

1375
01:04:23,281 --> 01:04:26,665
Das zweite Segment ist bei mehrmotorigen Verkehrsflugzeugen oft ein

1376
01:04:26,665 --> 01:04:28,281
wichtiger begrenzender Nachweis.

1377
01:04:28,281 --> 01:04:32,264
Es verbindet einen definierten Ausfallzustand mit festgelegter Konfiguration

1378
01:04:32,264 --> 01:04:33,312
und Geschwindigkeit.

1379
01:04:33,312 --> 01:04:37,037
Ausreichende Leistung mit allen Triebwerken beweist diesen Nachweis nicht.

1380
01:04:37,037 --> 01:04:40,568
Auch ein späterer sauberer Reiseflugzustand kann eine ungünstige frühe

1381
01:04:40,568 --> 01:04:42,484
Steigphase nicht rückwirkend ersetzen.

1382
01:04:42,484 --> 01:04:45,917
Jeder relevante Abschnitt muss mit seinen eigenen Bedingungen betrachtet

1383
01:04:45,917 --> 01:04:46,250
werden.

1384
01:04:46,250 --> 01:04:49,999
Eine einzige durchschnittliche Steigrate vom Boden bis tausendfünfhundert

1385
01:04:49,999 --> 01:04:51,180
Fuß wäre dafür zu grob.

1386
01:04:51,180 --> 01:04:54,974
Ein fiktiver Flugweg enthält zunächst zweihundert Meter horizontalen Weg mit

1387
01:04:54,974 --> 01:04:58,369
zwei Prozent Steigung, danach zweitausend Meter mit drei Prozent und

1388
01:04:58,369 --> 01:05:01,664
anschließend einen Beschleunigungsabschnitt mit nur einem Prozent.

1389
01:05:01,664 --> 01:05:05,898
Die Höhengewinne lauten vier, sechzig und bei weiteren tausend Metern zehn

1390
01:05:05,898 --> 01:05:06,241
Meter.

1391
01:05:06,241 --> 01:05:09,620
Wer über die gesamte Strecke einen bequem gerundeten mittleren Gradient

1392
01:05:09,620 --> 01:05:13,190
bildet, könnte ein Hindernis mitten im flachen Abschnitt falsch beurteilen.

1393
01:05:13,190 --> 01:05:16,769
Die Höhe muss am Ort jedes maßgeblichen Hindernisses bestimmt werden.

1394
01:05:16,769 --> 01:05:19,589
Auch die Dauer des Startschubratings ist zu beachten.

1395
01:05:19,589 --> 01:05:23,170
Eine Berechnung darf ein zeitlich begrenztes Rating nicht beliebig bis zum

1396
01:05:23,170 --> 01:05:25,154
Ende eines langen Flugwegs fortschreiben.

1397
01:05:25,154 --> 01:05:28,778
Nach dem vorgesehenen Wechsel kann sich der verfügbare Überschuss ändern.

1398
01:05:28,778 --> 01:05:32,014
Ebenso beeinflusst eine erforderliche Enteisung die Bilanz.

1399
01:05:32,014 --> 01:05:35,735
Der Datensatz muss diese Annahmen enthalten oder mit den dafür vorgesehenen

1400
01:05:35,735 --> 01:05:37,174
Korrekturen verknüpft werden.

1401
01:05:37,174 --> 01:05:40,845
Einzelne günstige Werte aus verschiedenen Ratings sind kein gemeinsamer

1402
01:05:40,845 --> 01:05:41,311
Nachweis.

1403
01:05:41,311 --> 01:05:44,700
Die Theorie soll hier die Struktur des Flugwegs verständlich machen.

1404
01:05:44,700 --> 01:05:48,309
Sie liefert keine allgemeine Reihenfolge von Cockpithandlungen für einen

1405
01:05:48,309 --> 01:05:49,511
realen Triebwerkausfall.

1406
01:05:49,511 --> 01:05:53,219
Tatsächliche Beschleunigungshöhen, Konfigurationswechsel, Führung und

1407
01:05:53,219 --> 01:05:57,303
Aufgabenverteilung sind musterspezifisch und werden im genehmigten Verfahren

1408
01:05:57,303 --> 01:05:57,840
trainiert.

1409
01:05:57,840 --> 01:06:01,458
Für die Leistungsprüfung verfolgen wir dagegen konsequent, welcher Zustand

1410
01:06:01,458 --> 01:06:05,174
in welchem Raumabschnitt angesetzt wird und ob dessen nachgewiesene Höhe die

1411
01:06:05,174 --> 01:06:07,227
geforderte Hindernisfreiheit sicherstellt.

1412
01:06:07,227 --> 01:06:10,420
Die Bruttoleistung beschreibt den zugrunde gelegten tatsächlichen oder

1413
01:06:10,420 --> 01:06:13,477
nachgewiesenen Leistungsflugweg nach den einschlägigen Bedingungen.

1414
01:06:13,477 --> 01:06:16,785
Für den betrieblichen Hindernisnachweis wird eine konservativere

1415
01:06:16,785 --> 01:06:18,026
Nettoleistung verwendet.

1416
01:06:18,026 --> 01:06:21,314
Der Nettoflugweg liegt unter dem entsprechenden Bruttoflugweg.

1417
01:06:21,314 --> 01:06:24,979
Diese Verminderung soll die für den Nachweis vorgesehene Leistungsreserve

1418
01:06:24,979 --> 01:06:25,430
abbilden.

1419
01:06:25,430 --> 01:06:29,170
Sie ist nicht dasselbe wie der zusätzlich einzuhaltende vertikale Abstand

1420
01:06:29,170 --> 01:06:30,245
über einem Hindernis.

1421
01:06:30,245 --> 01:06:33,681
Beide Bestandteile erfüllen unterschiedliche Aufgaben und dürfen nicht

1422
01:06:33,681 --> 01:06:35,349
gegeneinander ausgetauscht werden.

1423
01:06:35,349 --> 01:06:38,958
CS fünfundzwanzig Punkt hundertfünfzehn beschreibt für den dort geregelten

1424
01:06:38,958 --> 01:06:42,323
Startflugweg eine Verminderung des Steiggradienten um null Komma acht

1425
01:06:42,323 --> 01:06:45,834
Prozentpunkte bei zwei, null Komma neun bei drei und eins Komma null bei

1426
01:06:45,834 --> 01:06:46,663
vier Triebwerken.

1427
01:06:46,663 --> 01:06:50,390
Die tatsächliche Anwendung erfolgt mit den für das Muster geltenden Daten

1428
01:06:50,390 --> 01:06:51,768
und seiner Zulassungsbasis.

1429
01:06:51,768 --> 01:06:54,902
Im beschleunigenden horizontalen Abschnitt kann die Verminderung als

1430
01:06:54,902 --> 01:06:57,714
äquivalente Verringerung der Beschleunigung umgesetzt werden.

1431
01:06:57,714 --> 01:07:01,460
Eine pauschale senkrechte Verschiebung des gesamten Flugwegs um einen festen

1432
01:07:01,460 --> 01:07:04,023
Höhenbetrag wäre deshalb kein gleichwertiger Ansatz.

1433
01:07:04,023 --> 01:07:06,553
Wir rechnen einen fiktiven Zweistrahlerfall.

1434
01:07:06,553 --> 01:07:10,235
Der Bruttogradient eines bestimmten Abschnitts betrage drei Komma zwei

1435
01:07:10,235 --> 01:07:10,655
Prozent.

1436
01:07:10,655 --> 01:07:14,100
Mit einer Verminderung um null Komma acht Prozentpunkte ergibt sich ein

1437
01:07:14,100 --> 01:07:16,137
Nettogradient von zwei Komma vier Prozent.

1438
01:07:16,137 --> 01:07:19,747
Es wäre falsch, drei Komma zwei mit null Komma neun neun zwei zu

1439
01:07:19,747 --> 01:07:20,593
multiplizieren.

1440
01:07:20,593 --> 01:07:24,331
Das würde nur eine relative Verminderung um null Komma acht Prozent bedeuten

1441
01:07:24,331 --> 01:07:26,151
und fast denselben Gradient belassen.

1442
01:07:26,151 --> 01:07:29,824
Prozent und Prozentpunkte beschreiben hier verschiedene Operationen.

1443
01:07:29,824 --> 01:07:33,641
Über zweitausend Meter horizontale Strecke ergeben drei Komma zwei Prozent

1444
01:07:33,641 --> 01:07:36,221
einen Bruttohöhengewinn von vierundsechzig Metern.

1445
01:07:36,221 --> 01:07:40,085
Zwei Komma vier Prozent ergeben einen Nettohöhengewinn von achtundvierzig

1446
01:07:40,085 --> 01:07:40,456
Metern.

1447
01:07:40,456 --> 01:07:42,676
Die Differenz beträgt sechzehn Meter.

1448
01:07:42,676 --> 01:07:45,998
Über viertausend Meter würde dieselbe Gradientendifferenz bereits

1449
01:07:45,998 --> 01:07:48,297
zweiunddreißig Meter Höhendifferenz erzeugen.

1450
01:07:48,297 --> 01:07:51,718
Gerade deshalb lässt sich die Nettomarge nicht als überall gleicher

1451
01:07:51,718 --> 01:07:52,791
Höhenabzug behandeln.

1452
01:07:52,791 --> 01:07:56,327
Sie wächst entlang eines gleichförmigen Steigabschnitts mit der Entfernung.

1453
01:07:56,327 --> 01:08:00,569
Für die Nutzung einer Tabelle ist zu prüfen, ob bereits Nettowerte angegeben

1454
01:08:00,569 --> 01:08:00,848
sind.

1455
01:08:00,848 --> 01:08:04,439
Ein nochmaliger Abzug würde eine andere und unter Umständen unnötig

1456
01:08:04,439 --> 01:08:05,994
ungünstige Rechnung erzeugen.

1457
01:08:05,994 --> 01:08:09,271
Umgekehrt würde die ungeprüfte Verwendung von Bruttowerten einen zu

1458
01:08:09,271 --> 01:08:11,032
günstigen Hindernisnachweis liefern.

1459
01:08:11,032 --> 01:08:14,677
Die Beschriftung des Flugwegs ist deshalb genauso wichtig wie die Zahl des

1460
01:08:14,677 --> 01:08:15,218
Gradienten.

1461
01:08:15,218 --> 01:08:19,190
Dass ein Diagramm nach einem Triebwerkausfall berechnet wurde, beantwortet

1462
01:08:19,190 --> 01:08:20,424
diese Frage noch nicht.

1463
01:08:20,424 --> 01:08:24,120
Eine Prüfungsantwort sollte den Weg vom Ausgangswert zum Nachweis

1464
01:08:24,120 --> 01:08:28,385
offenlegen: Bruttogradient, anwendbare Verminderung, Nettogradient, Höhe am

1465
01:08:28,385 --> 01:08:30,489
Hindernis und erforderlicher Abstand.

1466
01:08:30,489 --> 01:08:34,535
Erst diese Kette zeigt, ob ein Hindernis ausreichend überflogen wird.

1467
01:08:34,535 --> 01:08:38,100
Wir behalten außerdem denselben Höhen- und Entfernungsbezug bei.

1468
01:08:38,100 --> 01:08:41,844
Ein korrekt berechneter Nettogradient hilft nicht, wenn er ab dem falschen

1469
01:08:41,844 --> 01:08:45,589
Startpunkt oder gegenüber einem anders definierten Geländeprofil angesetzt

1470
01:08:45,589 --> 01:08:45,842
wird.

1471
01:08:45,842 --> 01:08:49,409
Ein Hindernisnachweis benötigt mehr als eine Liste von Gipfelhöhen.

1472
01:08:49,409 --> 01:08:53,105
Wir brauchen die Lage des Hindernisses relativ zum berechneten Flugweg,

1473
01:08:53,105 --> 01:08:56,540
seine Höhe im selben Bezugssystem und die anzuwendenden Freiräume.

1474
01:08:56,540 --> 01:09:00,340
Für Leistungsklasse A beschreibt CAT Punkt POL Punkt A Punkt zweihundertzehn

1475
01:09:00,340 --> 01:09:03,940
Anforderungen an den Netto-Startflugweg und an vertikale beziehungsweise

1476
01:09:03,940 --> 01:09:05,340
seitliche Hindernisfreiheit.

1477
01:09:05,340 --> 01:09:08,976
Die konkrete Anwendung berücksichtigt unter anderem Navigation,

1478
01:09:08,976 --> 01:09:10,476
Flugwegführung und Kurven.

1479
01:09:10,476 --> 01:09:14,169
Die allgemeine bekannte vertikale Mindestmarge von fünfunddreißig Fuß darf

1480
01:09:14,169 --> 01:09:16,663
nicht von ihrem Regelzusammenhang getrennt werden.

1481
01:09:16,663 --> 01:09:20,585
Ein fiktives gerades Lehrprofil beginnt am gewählten Bezugspunkt in fünfzehn

1482
01:09:20,585 --> 01:09:22,700
Metern Höhe über einer gemeinsamen Ebene.

1483
01:09:22,700 --> 01:09:25,748
Sein Nettogradient beträgt zwei Komma fünf Prozent.

1484
01:09:25,748 --> 01:09:29,721
Ein Hindernis liegt zweitausend Meter weiter und ist fünfundvierzig Meter

1485
01:09:29,721 --> 01:09:29,993
hoch.

1486
01:09:29,993 --> 01:09:34,114
Der Höhengewinn beträgt zweitausend mal null Komma null zwei fünf, also

1487
01:09:34,114 --> 01:09:34,927
fünfzig Meter.

1488
01:09:34,927 --> 01:09:37,949
Die Flugweghöhe beträgt damit fünfundsechzig Meter.

1489
01:09:37,949 --> 01:09:41,381
Der vertikale Abstand zum Hindernis beträgt zwanzig Meter.

1490
01:09:41,381 --> 01:09:45,022
Für einen vorgegebenen Lehrabstand von elf Metern wäre dieser einzelne

1491
01:09:45,022 --> 01:09:45,958
Vergleich erfüllt.

1492
01:09:45,958 --> 01:09:49,657
Nun liegt ein zweites Hindernis in dreitausend Metern Entfernung und ist

1493
01:09:49,657 --> 01:09:50,993
fünfundachtzig Meter hoch.

1494
01:09:50,993 --> 01:09:55,479
Das Profil erreicht dort fünfzehn plus fünfundsiebzig, also neunzig Meter.

1495
01:09:55,479 --> 01:09:57,793
Der Abstand beträgt nur fünf Meter.

1496
01:09:57,793 --> 01:09:59,698
Der zweite Vergleich scheitert.

1497
01:09:59,698 --> 01:10:03,203
Ein ausreichender Abstand am ersten Hindernis beweist somit nicht die

1498
01:10:03,203 --> 01:10:04,523
gesamte Hindernisfreiheit.

1499
01:10:04,523 --> 01:10:08,196
Ebenso kann ein späterer höherer Gradient eine zuvor zu kleine Marge nicht

1500
01:10:08,196 --> 01:10:09,139
rückwirkend heilen.

1501
01:10:09,139 --> 01:10:12,039
Wir prüfen den Verlauf an allen maßgeblichen Stellen.

1502
01:10:12,039 --> 01:10:15,588
Seitliche Bereiche berücksichtigen, dass der tatsächliche Flugweg nicht

1503
01:10:15,588 --> 01:10:18,137
beliebig genau auf einer geometrischen Linie liegt.

1504
01:10:18,137 --> 01:10:21,803
Welche Hindernisse betrachtet werden müssen, hängt von den anwendbaren

1505
01:10:21,803 --> 01:10:23,950
Kriterien und der verfügbaren Führung ab.

1506
01:10:23,950 --> 01:10:27,344
Die Besatzung darf ein seitlich versetztes Hindernis nicht allein nach

1507
01:10:27,344 --> 01:10:29,041
Augenmaß aus der Analyse entfernen.

1508
01:10:29,041 --> 01:10:32,550
Eine spezielle Ausfallroute kann gerade deshalb anders als eine normale

1509
01:10:32,550 --> 01:10:35,961
Abflugroute verlaufen, weil sie auf den nachgewiesenen Leistungs- und

1510
01:10:35,961 --> 01:10:37,345
Hindernisbedingungen beruht.

1511
01:10:37,345 --> 01:10:41,062
Kurven erhöhen für einen gehaltenen Höhenzustand den Auftriebsbedarf und

1512
01:10:41,062 --> 01:10:42,198
häufig den Widerstand.

1513
01:10:42,198 --> 01:10:45,088
Der verfügbare Steiggradient kann dadurch sinken.

1514
01:10:45,088 --> 01:10:48,882
Gleichzeitig führt die Kurve das Flugzeug in einen anderen Geländebereich.

1515
01:10:48,882 --> 01:10:52,331
Beide Effekte müssen in der vorgesehenen Berechnung enthalten sein.

1516
01:10:52,331 --> 01:10:55,892
Eine normale Standardabflugroute besitzt deshalb nicht automatisch einen

1517
01:10:55,892 --> 01:10:58,365
ausreichenden Nachweis für einen Triebwerkausfall.

1518
01:10:58,365 --> 01:11:02,363
Auch eine zusätzliche Querneigung ist keine freie geometrische Abkürzung um

1519
01:11:02,363 --> 01:11:02,949
einen Berg.

1520
01:11:02,949 --> 01:11:06,826
Die praktische Schlussfolgerung ist ein klar definierter, leistungsgeprüfter

1521
01:11:06,826 --> 01:11:08,969
Flugweg mit den dazugehörigen Bedingungen.

1522
01:11:08,969 --> 01:11:13,668
Wir kontrollieren, ob Masse, Geschwindigkeit, Windannahme und Konfiguration

1523
01:11:13,668 --> 01:11:15,359
dieser Analyse entsprechen.

1524
01:11:15,359 --> 01:11:18,954
Änderungen der Route oder der Startposition können die Hindernisbezüge

1525
01:11:18,954 --> 01:11:19,468
verändern.

1526
01:11:19,468 --> 01:11:23,131
Die Aufgabe wird erst abgeschlossen, wenn sowohl der räumliche Bereich als

1527
01:11:23,131 --> 01:11:26,843
auch die Nettohöhe und die geforderten Freiräume konsistent zusammenpassen.

1528
01:11:26,843 --> 01:11:30,541
Ein Verkehrsflugzeug kann mit allen Triebwerken eine Reiseflughöhe halten,

1529
01:11:30,541 --> 01:11:33,289
die nach einem Triebwerkausfall nicht mehr haltbar ist.

1530
01:11:33,289 --> 01:11:37,018
Die verbleibende Antriebsleistung reicht dann bei den gegebenen Bedingungen

1531
01:11:37,018 --> 01:11:40,249
nicht aus, um Höhe und Geschwindigkeit unverändert beizubehalten.

1532
01:11:40,249 --> 01:11:44,069
Ein geplanter Abstieg entlang eines nachgewiesenen Leistungsprofils wird als

1533
01:11:44,069 --> 01:11:45,175
Drift-down betrachtet.

1534
01:11:45,175 --> 01:11:49,392
Dabei stehen Geschwindigkeit, Widerstand, verbleibender Schub und Masse in

1535
01:11:49,392 --> 01:11:50,304
enger Beziehung.

1536
01:11:50,304 --> 01:11:54,301
Die erreichbare Höhe ist kein allein vom Flugzeugtyp abhängiger konstanter

1537
01:11:54,301 --> 01:11:54,571
Wert.

1538
01:11:54,571 --> 01:11:58,026
Ein fiktives Flugzeug fliegt in Flugfläche dreihundertsiebzig.

1539
01:11:58,026 --> 01:12:01,220
Nach dem für die Planung betrachteten Ausfall liegt seine maßgebliche

1540
01:12:01,220 --> 01:12:04,552
haltbare Höhe bei den aktuellen Bedingungen zunächst deutlich niedriger.

1541
01:12:04,552 --> 01:12:08,633
Während des Sinkens wird Kraftstoff verbraucht, wodurch die Masse abnimmt.

1542
01:12:08,633 --> 01:12:12,827
Gleichzeitig verändern sich Dichte, Temperatur und Triebwerkszustand.

1543
01:12:12,827 --> 01:12:16,278
Das Profil kann deshalb nicht durch eine einzige konstante Sinkrate vom

1544
01:12:16,278 --> 01:12:19,097
Ausgangspunkt bis zu einer beliebigen Höhe ersetzt werden.

1545
01:12:19,097 --> 01:12:23,063
Zugelassene Daten oder dafür vorgesehene Programme beschreiben den Verlauf.

1546
01:12:23,063 --> 01:12:26,918
Für die Geländefreiheit müssen wir wissen, wo das Flugzeug welche Höhe

1547
01:12:26,918 --> 01:12:27,413
erreicht.

1548
01:12:27,413 --> 01:12:31,211
Ein hoher Gebirgszug kann eine seitliche Ausweichroute erforderlich machen.

1549
01:12:31,211 --> 01:12:35,047
Ein direkter Kurs zum nächsten Flughafen ist nicht automatisch die sichere

1550
01:12:35,047 --> 01:12:37,277
Lösung, wenn er über höheres Gelände führt.

1551
01:12:37,277 --> 01:12:40,970
En-route-Leistungsplanung verbindet deshalb die Ausfallannahme mit der Route

1552
01:12:40,970 --> 01:12:42,769
und geeigneten Ausweichmöglichkeiten.

1553
01:12:42,769 --> 01:12:47,002
Das Prinzip entspricht dem Hindernisnachweis nach dem Start, besitzt aber

1554
01:12:47,002 --> 01:12:49,553
eigene Regeln, Bezugsgrößen und Nettomargen.

1555
01:12:49,553 --> 01:12:52,744
Wir rechnen nur eine Geometrieprobe mit erfundenen Daten.

1556
01:12:52,744 --> 01:12:56,159
Auf einem bestimmten Profilabschnitt werden viertausend Fuß Höhe über

1557
01:12:56,159 --> 01:12:57,842
achtzig nautische Meilen abgebaut.

1558
01:12:57,842 --> 01:13:01,430
Das entspricht durchschnittlich fünfzig Fuß Höhenverlust je nautischer

1559
01:13:01,430 --> 01:13:01,738
Meile.

1560
01:13:01,738 --> 01:13:04,806
Nach dreißig nautischen Meilen wären im linearen Lehrmodell

1561
01:13:04,806 --> 01:13:06,626
eintausendfünfhundert Fuß verloren.

1562
01:13:06,626 --> 01:13:10,705
Beginnt der Abschnitt bei fünfundzwanzigtausend Fuß, liegt der Modellflugweg

1563
01:13:10,705 --> 01:13:13,173
dort bei dreiundzwanzigtausendfünfhundert Fuß.

1564
01:13:13,173 --> 01:13:16,742
Ob das genügt, kann erst mit dem passenden Gelände- und Margenbezug

1565
01:13:16,742 --> 01:13:17,754
entschieden werden.

1566
01:13:17,754 --> 01:13:21,546
Ein häufiger Fehler besteht darin, eine All-Engine-Reiseflughöhe oder eine

1567
01:13:21,546 --> 01:13:24,979
veröffentlichte Streckenmindesthöhe als Nachweis des Ausfallprofils

1568
01:13:24,979 --> 01:13:25,492
anzusehen.

1569
01:13:25,492 --> 01:13:28,267
Die Streckenmindesthöhe beschreibt eine Luftraum- oder

1570
01:13:28,267 --> 01:13:29,398
Verfahrensanforderung.

1571
01:13:29,398 --> 01:13:33,381
Sie sagt nicht, dass das konkrete Flugzeug mit seiner Masse nach dem Ausfall

1572
01:13:33,381 --> 01:13:34,482
darüber bleiben kann.

1573
01:13:34,482 --> 01:13:37,239
Beide Bedingungen müssen gemeinsam erfüllbar sein.

1574
01:13:37,239 --> 01:13:40,819
Auch die später mögliche Landung auf einem Ausweichplatz ist ein eigener

1575
01:13:40,819 --> 01:13:41,715
Leistungsnachweis.

1576
01:13:41,715 --> 01:13:45,007
Im realen Cockpit gelten für den Ausfall die Musterverfahren.

1577
01:13:45,007 --> 01:13:48,337
Der Theorieunterricht legt keine universelle Geschwindigkeit oder

1578
01:13:48,337 --> 01:13:50,027
unmittelbare Steuerhandlung fest.

1579
01:13:50,027 --> 01:13:54,401
Wir lernen vielmehr, warum ein geplanter Ausfallkorridor, aktuelle Masse und

1580
01:13:54,401 --> 01:13:56,875
geeignete Leistungsdaten erforderlich sind.

1581
01:13:56,875 --> 01:14:00,447
Die vorsorgliche Planung schafft einen nachvollziehbaren räumlichen Rahmen,

1582
01:14:00,447 --> 01:14:03,829
innerhalb dessen die Besatzung die tatsächliche Lage beurteilen und die

1583
01:14:03,829 --> 01:14:05,591
vorgesehenen Verfahren anwenden kann.

1584
01:14:05,591 --> 01:14:09,422
Eine Steigflugplanung benötigt häufig drei Ergebnisse: Zeit bis zur

1585
01:14:09,422 --> 01:14:12,851
Zielhöhe, zurückgelegte Strecke und verbrauchten Kraftstoff.

1586
01:14:12,851 --> 01:14:15,878
Eine einzige Anfangssteigrate genügt dafür selten.

1587
01:14:15,878 --> 01:14:20,001
Mit zunehmender Höhe verändern sich verfügbarer Schub, Temperatur und wahre

1588
01:14:20,001 --> 01:14:20,881
Geschwindigkeit.

1589
01:14:20,881 --> 01:14:24,601
Ein Geschwindigkeitswechsel oder eine Beschleunigung verändert außerdem die

1590
01:14:24,601 --> 01:14:25,493
Energieaufteilung.

1591
01:14:25,493 --> 01:14:29,581
Leistungsunterlagen geben deshalb oft kumulierte Werte oder abschnittsweise

1592
01:14:29,581 --> 01:14:30,071
Daten an.

1593
01:14:30,071 --> 01:14:34,283
Wir müssen erkennen, welche Form vorliegt, bevor wir Werte addieren oder

1594
01:14:34,283 --> 01:14:35,511
voneinander abziehen.

1595
01:14:35,511 --> 01:14:39,224
Eine fiktive Tabelle nennt vom gleichen Ausgangspunkt bis zehntausend Fuß

1596
01:14:39,224 --> 01:14:42,988
sechs Minuten, fünfundzwanzig nautische Meilen Luftstrecke und vierhundert

1597
01:14:42,988 --> 01:14:44,056
Kilogramm Kraftstoff.

1598
01:14:44,056 --> 01:14:48,156
Bis zwanzigtausend Fuß nennt sie fünfzehn Minuten, achtzig nautische Meilen

1599
01:14:48,156 --> 01:14:49,577
und neunhundert Kilogramm.

1600
01:14:49,577 --> 01:14:53,203
Für den Abschnitt von zehntausend bis zwanzigtausend Fuß bilden wir

1601
01:14:53,203 --> 01:14:57,207
Differenzen: neun Minuten, fünfundfünfzig nautische Meilen und fünfhundert

1602
01:14:57,207 --> 01:14:57,748
Kilogramm.

1603
01:14:57,748 --> 01:15:01,739
Wer die beiden Zeilen addiert, würde den unteren Abschnitt doppelt zählen.

1604
01:15:01,739 --> 01:15:05,705
Für diesen Abschnitt ergibt sich eine mittlere Steigrate von zehntausend Fuß

1605
01:15:05,705 --> 01:15:09,514
geteilt durch neun Minuten, also ungefähr eintausendeinhundertelf Fuß pro

1606
01:15:09,514 --> 01:15:09,880
Minute.

1607
01:15:09,880 --> 01:15:13,523
Die mittlere TAS aus der Luftstrecke beträgt fünfundfünfzig nautische Meilen

1608
01:15:13,523 --> 01:15:15,585
geteilt durch null Komma eins fünf Stunden.

1609
01:15:15,585 --> 01:15:18,807
Das ergibt ungefähr dreihundertsiebenundsechzig Knoten.

1610
01:15:18,807 --> 01:15:22,419
Der mittlere Kraftstofffluss beträgt fünfhundert Kilogramm geteilt durch

1611
01:15:22,419 --> 01:15:26,232
null Komma eins fünf Stunden, also etwa dreitausenddreihundertdreiunddreißig

1612
01:15:26,232 --> 01:15:27,285
Kilogramm pro Stunde.

1613
01:15:27,285 --> 01:15:30,881
Die Größen sind verschieden, passen aber zu demselben Abschnitt.

1614
01:15:30,881 --> 01:15:34,766
Jetzt nehmen wir einen konstanten Gegenwind von vierzig Knoten entlang des

1615
01:15:34,766 --> 01:15:35,238
Weges an.

1616
01:15:35,238 --> 01:15:38,932
Über neun Minuten verringert er die Strecke über Grund um vierzig mal null

1617
01:15:38,932 --> 01:15:41,178
Komma eins fünf, also sechs nautische Meilen.

1618
01:15:41,178 --> 01:15:44,509
Die Bodenstrecke beträgt dann neunundvierzig nautische Meilen.

1619
01:15:44,509 --> 01:15:48,289
Im vereinfachten Modell bleiben Steigzeit und Kraftstoff gleich, weil der

1620
01:15:48,289 --> 01:15:50,982
Wind den Zustand relativ zur Luftmasse nicht ändert.

1621
01:15:50,982 --> 01:15:54,778
Tatsächliche Windprofile, Kursänderungen und Temperaturänderungen können

1622
01:15:54,778 --> 01:15:57,467
eine genauere abschnittsweise Berechnung verlangen.

1623
01:15:57,467 --> 01:16:00,640
Bei kumulierten Tabellen ist auch der Ausgangsbezug wichtig.

1624
01:16:00,640 --> 01:16:03,901
Ein Datensatz kann einen Start bei Meereshöhe voraussetzen.

1625
01:16:03,901 --> 01:16:07,808
Ein anderer kann eine bestimmte Ausgangshöhe, Beschleunigung oder Masse

1626
01:16:07,808 --> 01:16:08,304
annehmen.

1627
01:16:08,304 --> 01:16:12,251
Die Differenz zweier Zeilen ist nur dann sinnvoll, wenn ihre Bezugspunkte

1628
01:16:12,251 --> 01:16:13,764
und Annahmen zusammenpassen.

1629
01:16:13,764 --> 01:16:17,257
Eine Tabelle für eine andere Startmasse darf nicht ohne die vorgesehene

1630
01:16:17,257 --> 01:16:18,634
Korrektur übernommen werden.

1631
01:16:18,634 --> 01:16:22,397
Der Kraftstoffverbrauch während des Steigens verändert die Masse zusätzlich.

1632
01:16:22,397 --> 01:16:25,239
Die abschließende Prüfung fragt nach der Flugphase.

1633
01:16:25,239 --> 01:16:28,730
Enthält der angegebene Verbrauch bereits Roll- oder Startanteile?

1634
01:16:28,730 --> 01:16:31,511
Ist eine Beschleunigung im Steigflug eingeschlossen?

1635
01:16:31,511 --> 01:16:34,066
Bezeichnet die Strecke Luft- oder Bodenstrecke?

1636
01:16:34,066 --> 01:16:37,787
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, können wir die Werte in eine

1637
01:16:37,787 --> 01:16:39,027
Flugplanung übernehmen.

1638
01:16:39,027 --> 01:16:42,620
So vermeiden wir, dass eine mathematisch richtige Differenz durch einen

1639
01:16:42,620 --> 01:16:45,505
falschen Bezug zu einer fehlerhaften Gesamtplanung führt.

1640
01:16:45,505 --> 01:16:49,513
Die absolute Gipfelhöhe eines idealisierten Flugzeugs liegt dort, wo die

1641
01:16:49,513 --> 01:16:52,017
maximale stationäre Steigrate auf null sinkt.

1642
01:16:52,017 --> 01:16:55,696
Eine Dienstgipfelhöhe wird über eine festgelegte verbleibende Steigrate

1643
01:16:55,696 --> 01:16:59,374
definiert; ihr Zahlenkriterium hängt von der verwendeten Definition ab.

1644
01:16:59,374 --> 01:17:03,652
Die betriebliche maximale Höhe eines Verkehrsflugzeugs kann zusätzlich durch

1645
01:17:03,652 --> 01:17:07,817
Zulassung, Druckkabine, Buffetmarge, Triebwerksleistung und andere Grenzen

1646
01:17:07,817 --> 01:17:08,605
begrenzt sein.

1647
01:17:08,605 --> 01:17:12,112
Deshalb dürfen wir eine theoretische Gipfelhöhe nicht automatisch als

1648
01:17:12,112 --> 01:17:14,704
zweckmäßige oder zulässige Reiseflughöhe behandeln.

1649
01:17:14,704 --> 01:17:18,018
In großer Höhe liegt bei gegebener EAS eine hohe TAS vor.

1650
01:17:18,018 --> 01:17:21,310
Gleichzeitig steigt für bestimmte Flugzustände die Machzahl.

1651
01:17:21,310 --> 01:17:25,072
Auf der langsamen Seite kann ein hoher Auftriebsbeiwert zu Low-Speed-Buffet

1652
01:17:25,072 --> 01:17:25,423
führen.

1653
01:17:25,423 --> 01:17:28,342
Auf der schnellen Seite können Kompressibilitätseffekte und

1654
01:17:28,342 --> 01:17:29,727
High-Speed-Buffet begrenzen.

1655
01:17:29,727 --> 01:17:33,257
Zwischen beiden Bereichen bleibt ein nutzbarer Geschwindigkeitskorridor.

1656
01:17:33,257 --> 01:17:36,978
Seine Breite verändert sich mit Masse, Lastvielfachem und Höhe.

1657
01:17:36,978 --> 01:17:40,230
Ein Kurvenmanöver kann durch zusätzlichen Auftriebsbedarf die langsame

1658
01:17:40,230 --> 01:17:42,739
Begrenzung in Richtung des Betriebspunkts verschieben.

1659
01:17:42,739 --> 01:17:46,304
Stellen wir uns den nutzbaren Korridor räumlich als Band zwischen zwei

1660
01:17:46,304 --> 01:17:47,578
begrenzenden Flächen vor.

1661
01:17:47,578 --> 01:17:51,359
Mit steigender Masse oder Höhe kann dieses gedankliche Band enger werden.

1662
01:17:51,359 --> 01:17:55,003
Diese Vorstellung ist ein Denkmodell und kein Flugbereichsdiagramm eines

1663
01:17:55,003 --> 01:17:55,964
bestimmten Musters.

1664
01:17:55,964 --> 01:17:59,575
Es erklärt, warum eine geringe Geschwindigkeitsabweichung in großer Höhe

1665
01:17:59,575 --> 01:18:02,936
eine andere Bedeutung besitzen kann als dieselbe Anzeigeänderung in

1666
01:18:02,936 --> 01:18:03,688
niedriger Höhe.

1667
01:18:03,688 --> 01:18:07,206
Der verfügbare Schubüberschuss kann zugleich klein sein, sodass eine

1668
01:18:07,206 --> 01:18:10,051
Wiederherstellung des Energiezustands Zeit beansprucht.

1669
01:18:10,051 --> 01:18:13,236
Ein fiktiver Betriebspunkt besitzt einen Leistungsüberschuss von nur

1670
01:18:13,236 --> 01:18:16,796
zweihundert Kilowatt bei einer Gewichtskraft von sechshunderttausend Newton.

1671
01:18:16,796 --> 01:18:20,636
Daraus ergibt sich rechnerisch eine Steigrate von einem Drittel Meter pro

1672
01:18:20,636 --> 01:18:23,214
Sekunde, ungefähr sechsundsechzig Fuß pro Minute.

1673
01:18:23,214 --> 01:18:26,614
Ein deutlicher zusätzlicher Steigwunsch kann unter diesen Bedingungen nur

1674
01:18:26,614 --> 01:18:28,944
aus einer Veränderung der Energiebilanz entstehen.

1675
01:18:28,944 --> 01:18:32,225
Die Flugzeuglage allein erzeugt keinen zusätzlichen Schub.

1676
01:18:32,225 --> 01:18:35,542
Ein Verlust an Geschwindigkeit kann daher mit einem vorübergehenden

1677
01:18:35,542 --> 01:18:39,255
Höhengewinn einhergehen, ohne dass eine nachhaltige Steigleistung vorhanden

1678
01:18:39,255 --> 01:18:39,503
wäre.

1679
01:18:39,503 --> 01:18:43,141
Für die Höhenwahl betrachten wir die aktuelle und die erwartete spätere

1680
01:18:43,141 --> 01:18:43,448
Masse.

1681
01:18:43,448 --> 01:18:47,402
Eine Höhe, die nach mehreren Stunden sinnvoll wird, kann unmittelbar nach

1682
01:18:47,402 --> 01:18:49,244
dem Start zu wenig Reserve bieten.

1683
01:18:49,244 --> 01:18:52,974
Turbulenz, Temperatur und notwendige Manöver sind zusätzliche

1684
01:18:52,974 --> 01:18:53,891
Gesichtspunkte.

1685
01:18:53,891 --> 01:18:56,830
Die betriebliche Höhenempfehlung einer gültigen Leistungsquelle

1686
01:18:56,830 --> 01:19:00,002
berücksichtigt mehr als den höchsten theoretisch erreichbaren Punkt.

1687
01:19:00,002 --> 01:19:03,782
Wirtschaftliches Optimum und obere Grenze liegen nicht zwangsläufig am

1688
01:19:03,782 --> 01:19:04,376
selben Ort.

1689
01:19:04,376 --> 01:19:07,969
Konkrete Reaktionen bei Buffet, Geschwindigkeitsabweichungen oder einem

1690
01:19:07,969 --> 01:19:11,461
ungewöhnlichen Flugzustand werden nicht aus diesem Schema abgeleitet.

1691
01:19:11,461 --> 01:19:14,862
Dafür gelten die Musterverfahren und das entsprechende Training.

1692
01:19:14,862 --> 01:19:18,648
Der Theoriegewinn besteht darin, frühe Planungsentscheidungen zu verstehen:

1693
01:19:18,648 --> 01:19:22,131
ausreichende Margen wählen, Veränderungen der Masse verfolgen und die

1694
01:19:22,131 --> 01:19:25,261
tatsächliche Leistungsfähigkeit einer gewünschten Höhe prüfen.

1695
01:19:25,261 --> 01:19:28,074
So bleibt die Höhe Teil einer vollständigen Energie- und

1696
01:19:28,074 --> 01:19:29,129
Leistungsbetrachtung.

1697
01:19:29,129 --> 01:19:32,983
Spezifische Reichweite bedeutet Strecke pro verbrauchter Kraftstoffmenge.

1698
01:19:32,983 --> 01:19:36,739
Für die Luftstrecke berechnen wir sie als TAS geteilt durch Kraftstofffluss.

1699
01:19:36,739 --> 01:19:40,899
Verwenden wir Knoten und Kilogramm pro Stunde, erhalten wir nautische Meilen

1700
01:19:40,899 --> 01:19:41,665
pro Kilogramm.

1701
01:19:41,665 --> 01:19:44,693
Für die Strecke über Grund ersetzen wir TAS durch die passende

1702
01:19:44,693 --> 01:19:45,719
Grundgeschwindigkeit.

1703
01:19:45,719 --> 01:19:49,599
Diese einfache Definition verbindet Aerodynamik, Triebwerksverbrauch und

1704
01:19:49,599 --> 01:19:51,701
Wind mit dem wirtschaftlichen Ergebnis.

1705
01:19:51,701 --> 01:19:55,174
Eine hohe TAS allein ist noch kein Beweis für eine gute Reichweite.

1706
01:19:55,174 --> 01:19:58,765
Ein fiktiver Jet fliegt bei einer ersten Einstellung mit vierhundertzwanzig

1707
01:19:58,765 --> 01:20:02,116
Knoten TAS und verbraucht zweitausendvierhundert Kilogramm pro Stunde.

1708
01:20:02,116 --> 01:20:05,894
Die spezifische Luftreichweite beträgt null Komma eins sieben fünf nautische

1709
01:20:05,894 --> 01:20:06,938
Meilen pro Kilogramm.

1710
01:20:06,938 --> 01:20:09,976
Eine zweite Einstellung ergibt vierhundertfünfzig Knoten bei

1711
01:20:09,976 --> 01:20:12,305
zweitausendsiebenhundert Kilogramm pro Stunde.

1712
01:20:12,305 --> 01:20:15,710
Das ergibt ungefähr null Komma eins sechs sieben nautische Meilen pro

1713
01:20:15,710 --> 01:20:16,204
Kilogramm.

1714
01:20:16,204 --> 01:20:20,129
Die zweite Einstellung ist schneller, liefert aber weniger Luftstrecke je

1715
01:20:20,129 --> 01:20:20,666
Kilogramm.

1716
01:20:20,666 --> 01:20:24,932
Die Entscheidung hängt davon ab, ob reine Reichweite oder auch Zeit bewertet

1717
01:20:24,932 --> 01:20:25,212
wird.

1718
01:20:25,212 --> 01:20:28,903
Unter dem idealisierten Jetmodell ist der Kraftstofffluss proportional zum

1719
01:20:28,903 --> 01:20:32,194
erforderlichen Schub, wenn der schubspezifische Verbrauch konstant

1720
01:20:32,194 --> 01:20:32,992
angenommen wird.

1721
01:20:32,992 --> 01:20:36,722
Für größte Reichweite maximieren wir dann Geschwindigkeit geteilt durch

1722
01:20:36,722 --> 01:20:37,300
Widerstand.

1723
01:20:37,300 --> 01:20:40,746
Das ist ein anderer Punkt als das reine Minimum des Widerstands.

1724
01:20:40,746 --> 01:20:44,115
Im üblichen vereinfachten aerodynamischen Modell erscheint dafür das

1725
01:20:44,115 --> 01:20:47,088
Verhältnis Quadratwurzel des Auftriebsbeiwerts geteilt durch

1726
01:20:47,088 --> 01:20:48,030
Widerstandsbeiwert.

1727
01:20:48,030 --> 01:20:52,125
Diese Beziehung ist ein Theorieresultat unter klaren Annahmen, keine direkt

1728
01:20:52,125 --> 01:20:54,036
einzugebende betriebliche Machzahl.

1729
01:20:54,036 --> 01:20:58,349
Der reale schubspezifische Verbrauch verändert sich mit Höhe, Temperatur,

1730
01:20:58,349 --> 01:21:00,181
Machzahl und Triebwerkszustand.

1731
01:21:00,181 --> 01:21:03,312
Kompressibilität verändert zusätzlich den Widerstand.

1732
01:21:03,312 --> 01:21:07,514
Systeme entnehmen Energie, und das Flugzeug wird im Verlauf des Reiseflugs

1733
01:21:07,514 --> 01:21:08,025
leichter.

1734
01:21:08,025 --> 01:21:11,735
Ein konstanter einzelner Verbrauchswert beschreibt deshalb höchstens einen

1735
01:21:11,735 --> 01:21:12,787
begrenzten Abschnitt.

1736
01:21:12,787 --> 01:21:16,711
Gültige Reiseflugtabellen oder FMS-Modelle verbinden diese Einflüsse.

1737
01:21:16,711 --> 01:21:20,432
Ihre Ergebnisse müssen wiederum zur tatsächlichen Masse und zu den aktuellen

1738
01:21:20,432 --> 01:21:21,362
Bedingungen passen.

1739
01:21:21,362 --> 01:21:23,997
Nun ergänzen wir fünfzig Knoten Gegenwind.

1740
01:21:23,997 --> 01:21:27,792
Die erste Einstellung liefert dreihundertsiebzig Knoten über Grund, die

1741
01:21:27,792 --> 01:21:29,182
zweite vierhundert Knoten.

1742
01:21:29,182 --> 01:21:32,503
Die spezifischen Bodenreichweiten betragen ungefähr null Komma eins fünf

1743
01:21:32,503 --> 01:21:35,547
vier und null Komma eins vier acht nautische Meilen pro Kilogramm.

1744
01:21:35,547 --> 01:21:39,133
In diesem kleinen Beispiel bleibt die langsamere Einstellung günstiger.

1745
01:21:39,133 --> 01:21:42,446
Das ist jedoch keine allgemeine Windregel für jedes Kennfeld.

1746
01:21:42,446 --> 01:21:46,197
Starker Gegenwind kann die optimale Geschwindigkeit für Bodenreichweite nach

1747
01:21:46,197 --> 01:21:47,036
oben verschieben.

1748
01:21:47,036 --> 01:21:50,052
Die Prüfung verlangt deshalb immer einen klaren Bezug.

1749
01:21:50,052 --> 01:21:53,936
Fragen wir nach größter Luftreichweite, größter Bodenreichweite oder

1750
01:21:53,936 --> 01:21:55,307
geringsten Gesamtkosten?

1751
01:21:55,307 --> 01:21:59,137
Ist der Kraftstofffluss für beide Einstellungen gegeben oder nur modelliert?

1752
01:21:59,137 --> 01:22:00,878
Bleibt die Höhe konstant?

1753
01:22:00,878 --> 01:22:04,536
Erst diese Angaben legen fest, welche Rechnung sinnvoll ist.

1754
01:22:04,536 --> 01:22:07,693
Eine gut beschriftete spezifische Reichweite macht den Vergleich

1755
01:22:07,693 --> 01:22:11,394
anschließend transparent und verhindert, dass ein Zeitvorteil versehentlich

1756
01:22:11,394 --> 01:22:13,318
als Kraftstoffvorteil dargestellt wird.

1757
01:22:13,318 --> 01:22:16,978
Maximum Range Cruise bezeichnet im jeweiligen Leistungsmodell den Betrieb

1758
01:22:16,978 --> 01:22:18,884
für die größte spezifische Reichweite.

1759
01:22:18,884 --> 01:22:22,418
Long Range Cruise liegt häufig auf der schnelleren Seite dieses Optimums und

1760
01:22:22,418 --> 01:22:25,580
akzeptiert eine definierte geringe Verschlechterung der spezifischen

1761
01:22:25,580 --> 01:22:27,394
Reichweite zugunsten kürzerer Flugzeit.

1762
01:22:27,394 --> 01:22:31,677
Welche Definition und welcher Wert gelten, legt die jeweilige Datenquelle

1763
01:22:31,677 --> 01:22:31,971
fest.

1764
01:22:31,971 --> 01:22:35,973
Wir verwenden dafür keinen universellen Prozentwert, der ohne Musterbezug

1765
01:22:35,973 --> 01:22:37,892
auf jedes Flugzeug übertragen wird.

1766
01:22:37,892 --> 01:22:41,076
Entscheidend ist der tatsächliche Verlauf der Reichweitenkurve.

1767
01:22:41,076 --> 01:22:44,415
Nahe einem flachen Maximum kann eine kleine Änderung der spezifischen

1768
01:22:44,415 --> 01:22:47,270
Reichweite eine merkliche Geschwindigkeitszunahme erlauben.

1769
01:22:47,270 --> 01:22:50,804
Weiter rechts kann zusätzliche Geschwindigkeit dagegen teuer werden.

1770
01:22:50,804 --> 01:22:53,792
Eine Kurve mit engem Maximum bietet weniger Spielraum.

1771
01:22:53,792 --> 01:22:57,463
Deshalb ist das Verhältnis zwischen Zeitgewinn und Verbrauchszunahme ein

1772
01:22:57,463 --> 01:22:58,177
Kennfeldthema.

1773
01:22:58,177 --> 01:23:01,424
Es lässt sich nicht aus dem Namen Long Range Cruise allein numerisch

1774
01:23:01,424 --> 01:23:01,902
bestimmen.

1775
01:23:01,902 --> 01:23:05,528
Auch die aktuelle Masse verändert die zugehörigen Geschwindigkeiten und

1776
01:23:05,528 --> 01:23:06,039
Machwerte.

1777
01:23:06,039 --> 01:23:09,389
Der Cost Index setzt zeitabhängige Kosten ins Verhältnis zu

1778
01:23:09,389 --> 01:23:10,354
Kraftstoffkosten.

1779
01:23:10,354 --> 01:23:14,131
Sein Zahlenwert und seine Einheiten hängen vom verwendeten System ab.

1780
01:23:14,131 --> 01:23:17,729
Ein höherer Wert gewichtet Zeit typischerweise stärker und führt im Rahmen

1781
01:23:17,729 --> 01:23:21,084
des FMS-Modells häufig zu höheren wirtschaftlichen Geschwindigkeiten.

1782
01:23:21,084 --> 01:23:24,314
Ein Wert von null bedeutet im entsprechenden Modell eine Optimierung

1783
01:23:24,314 --> 01:23:27,592
zugunsten minimaler Kraftstoffkosten, aber nicht automatisch in jeder

1784
01:23:27,592 --> 01:23:31,060
Flugphase genau dieselbe Geschwindigkeit wie ein isolierter Lehrbuchpunkt

1785
01:23:31,060 --> 01:23:32,200
für maximale Reichweite.

1786
01:23:32,200 --> 01:23:35,454
Das System berücksichtigt ein vollständigeres Flugprofil.

1787
01:23:35,454 --> 01:23:38,284
Ein fiktiver Streckenvergleich zeigt das Prinzip.

1788
01:23:38,284 --> 01:23:42,093
Variante A benötigt zwei Stunden und verbraucht viertausend Kilogramm.

1789
01:23:42,093 --> 01:23:45,975
Variante B benötigt eine Stunde und vierundfünfzig Minuten und verbraucht

1790
01:23:45,975 --> 01:23:47,677
viertausendeinhundert Kilogramm.

1791
01:23:47,677 --> 01:23:51,479
Die Zeitersparnis beträgt sechs Minuten, der Mehrverbrauch hundert

1792
01:23:51,479 --> 01:23:52,055
Kilogramm.

1793
01:23:52,055 --> 01:23:55,682
Bei einem angenommenen Kraftstoffpreis von einem Euro je Kilogramm kostet

1794
01:23:55,682 --> 01:23:57,222
der Mehrverbrauch hundert Euro.

1795
01:23:57,222 --> 01:24:01,410
Betragen die relevanten zeitabhängigen Kosten zwanzig Euro je Minute, spart

1796
01:24:01,410 --> 01:24:03,476
die kürzere Zeit hundertzwanzig Euro.

1797
01:24:03,476 --> 01:24:07,277
Unter ausschließlich diesen Lehrannahmen ist Variante B um zwanzig Euro

1798
01:24:07,277 --> 01:24:07,812
günstiger.

1799
01:24:07,812 --> 01:24:11,324
Das Beispiel ist eine vereinfachte Kostenrechnung, keine reale

1800
01:24:11,324 --> 01:24:12,456
Dispatch-Empfehlung.

1801
01:24:12,456 --> 01:24:17,145
Wartung, Gebühren, Anschlussfolgen, Höhenfreigaben und Wetter können weitere

1802
01:24:17,145 --> 01:24:18,194
Beiträge liefern.

1803
01:24:18,194 --> 01:24:21,722
Vor allem bleiben alle Betriebsgrenzen unabhängig von der wirtschaftlichen

1804
01:24:21,722 --> 01:24:22,770
Bewertung verbindlich.

1805
01:24:22,770 --> 01:24:26,212
Ein hoher Cost Index erlaubt keine Überschreitung einer Machgrenze und

1806
01:24:26,212 --> 01:24:28,179
schafft keine zusätzliche Steigleistung.

1807
01:24:28,179 --> 01:24:31,744
Eine beschränkte Höhe kann verhindern, dass die gewünschte wirtschaftliche

1808
01:24:31,744 --> 01:24:33,623
Geschwindigkeit sinnvoll erreicht wird.

1809
01:24:33,623 --> 01:24:37,191
In der Prüfung erklären wir daher die Richtung der Optimierung und trennen

1810
01:24:37,191 --> 01:24:38,927
sie von der konkreten Systemausgabe.

1811
01:24:38,927 --> 01:24:43,073
Maximum Range, Long Range Cruise und Economy Cruise verfolgen verwandte,

1812
01:24:43,073 --> 01:24:44,454
aber verschiedene Ziele.

1813
01:24:44,454 --> 01:24:47,932
Die genaue Zahl entsteht erst mit dem passenden Flugzeugmodell, den

1814
01:24:47,932 --> 01:24:50,475
Kostenannahmen und den tatsächlichen Bedingungen.

1815
01:24:50,475 --> 01:24:54,043
Wer diese Voraussetzungen benennt, kann auch verstehen, weshalb zwei Flüge

1816
01:24:54,043 --> 01:24:57,516
desselben Musters bei ähnlicher Strecke unterschiedliche wirtschaftliche

1817
01:24:57,516 --> 01:24:58,866
Machzahlen verwenden können.

1818
01:24:58,866 --> 01:25:02,336
Während des Reiseflugs nimmt die Masse durch Kraftstoffverbrauch ab.

1819
01:25:02,336 --> 01:25:06,028
Der für einen bestimmten aerodynamischen Zustand günstige Höhenbereich kann

1820
01:25:06,028 --> 01:25:07,751
sich dadurch nach oben verschieben.

1821
01:25:07,751 --> 01:25:11,040
Ein kontinuierlicher Reisesteigflug wäre unter rein theoretischen

1822
01:25:11,040 --> 01:25:14,328
Bedingungen möglich, ist im geregelten Luftverkehr aber oft durch

1823
01:25:14,328 --> 01:25:15,947
zugewiesene Flugflächen ersetzt.

1824
01:25:15,947 --> 01:25:19,521
Ein Step Climb ist der Wechsel auf eine höhere freigegebene Reiseflughöhe,

1825
01:25:19,521 --> 01:25:22,853
wenn die aktuelle Masse und die übrigen Bedingungen dies sinnvoll und

1826
01:25:22,853 --> 01:25:23,626
zulässig machen.

1827
01:25:23,626 --> 01:25:27,512
Die höchste erreichbare Höhe ist dabei nicht automatisch die optimale Höhe.

1828
01:25:27,512 --> 01:25:31,817
Leistungsreserve, Buffetmarge, Temperatur und Beschränkungen können

1829
01:25:31,817 --> 01:25:32,460
begrenzen.

1830
01:25:32,460 --> 01:25:35,915
Außerdem kostet der Steigvorgang selbst Zeit und Kraftstoff.

1831
01:25:35,915 --> 01:25:39,772
Eine höhere Ebene lohnt sich nur, wenn der Vorteil während der verbleibenden

1832
01:25:39,772 --> 01:25:42,005
Strecke diese Kosten ausreichend ausgleicht.

1833
01:25:42,005 --> 01:25:45,520
Ein Step Climb kurz vor Beginn des Sinkflugs kann daher wenig oder keinen

1834
01:25:45,520 --> 01:25:48,794
wirtschaftlichen Nutzen besitzen, auch wenn die obere Höhe technisch

1835
01:25:48,794 --> 01:25:49,517
erreichbar ist.

1836
01:25:49,517 --> 01:25:52,967
Ein fiktiver Vergleich: Der Steigwechsel benötigt zusätzlich achtzig

1837
01:25:52,967 --> 01:25:56,570
Kilogramm Kraftstoff gegenüber dem Verbleiben auf der bisherigen Ebene.

1838
01:25:56,570 --> 01:26:00,152
Auf der höheren Ebene sinkt der anschließende Verbrauch um hundertzwanzig

1839
01:26:00,152 --> 01:26:01,182
Kilogramm pro Stunde.

1840
01:26:01,182 --> 01:26:04,432
Ohne weitere Unterschiede wird der zusätzliche Verbrauch nach achtzig

1841
01:26:04,432 --> 01:26:06,787
geteilt durch hundertzwanzig Stunden ausgeglichen.

1842
01:26:06,787 --> 01:26:10,253
Das sind zwei Drittel einer Stunde, also vierzig Minuten.

1843
01:26:10,253 --> 01:26:14,438
Bleiben nur zwanzig Minuten Reiseflug, ist der reine Kraftstoffvergleich

1844
01:26:14,438 --> 01:26:15,019
ungünstig.

1845
01:26:15,019 --> 01:26:18,321
Bleiben neunzig Minuten, kann ein Vorteil entstehen.

1846
01:26:18,321 --> 01:26:20,153
Nun berücksichtigen wir Wind.

1847
01:26:20,153 --> 01:26:24,022
Die obere Ebene besitzt möglicherweise stärkeren Gegenwind oder schwächeren

1848
01:26:24,022 --> 01:26:24,590
Rückenwind.

1849
01:26:24,590 --> 01:26:27,892
Ein niedrigerer stündlicher Kraftstofffluss kann dadurch mit längerer

1850
01:26:27,892 --> 01:26:29,041
Flugzeit verbunden sein.

1851
01:26:29,041 --> 01:26:32,800
Für den Streckenverbrauch benötigen wir deshalb die spezifische Reichweite

1852
01:26:32,800 --> 01:26:33,359
über Grund.

1853
01:26:33,359 --> 01:26:36,977
Umgekehrt kann ein günstigeres Windband den Nutzen eines Step Climbs

1854
01:26:36,977 --> 01:26:37,562
vergrößern.

1855
01:26:37,562 --> 01:26:40,666
Die beste aerodynamische Höhe und die beste Höhe für die gesamte

1856
01:26:40,666 --> 01:26:43,043
Bodenstrecke müssen deshalb nicht identisch sein.

1857
01:26:43,043 --> 01:26:45,525
Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Freigabe.

1858
01:26:45,525 --> 01:26:48,976
Eine geplante Höhenänderung darf nicht in der Kraftstoffbilanz als sicher

1859
01:26:48,976 --> 01:26:52,237
verfügbar behandelt werden, wenn sie tatsächlich ungewiss ist und die

1860
01:26:52,237 --> 01:26:54,506
Planung diese Ungewissheit berücksichtigen muss.

1861
01:26:54,506 --> 01:26:58,185
Verkehrsfluss, Luftraumstruktur und Wetter können eine andere Höhe

1862
01:26:58,185 --> 01:26:59,300
erforderlich machen.

1863
01:26:59,300 --> 01:27:03,280
Leistungsplanung kann mehrere Höhenvarianten vergleichen und zeigen, wie

1864
01:27:03,280 --> 01:27:04,883
empfindlich das Ergebnis ist.

1865
01:27:04,883 --> 01:27:08,807
Eine einzelne optimale FMS-Zahl ist damit eine Empfehlung innerhalb ihrer

1866
01:27:08,807 --> 01:27:11,710
Annahmen, kein Anspruch auf eine bestimmte Flugfläche.

1867
01:27:11,710 --> 01:27:15,308
Für die Prüfung halten wir die Argumentationskette fest: Masse sinkt,

1868
01:27:15,308 --> 01:27:18,854
möglicher günstiger Höhenbereich verschiebt sich, Steigkosten werden

1869
01:27:18,854 --> 01:27:22,400
ermittelt, verbleibende Reiseflugvorteile werden einschließlich Wind

1870
01:27:22,400 --> 01:27:22,974
verglichen.

1871
01:27:22,974 --> 01:27:25,473
Danach folgen Grenzen und Verfügbarkeit.

1872
01:27:25,473 --> 01:27:29,250
Diese Reihenfolge erklärt den Step Climb als vollständige Optimierung.

1873
01:27:29,250 --> 01:27:32,878
Sie vermeidet die unvollständige Regel, dass ein leichter werdender Jet bei

1874
01:27:32,878 --> 01:27:35,151
jeder Gelegenheit möglichst hoch steigen müsse.

1875
01:27:35,151 --> 01:27:38,707
Eine Ausweichentscheidung kann eine Frage der verbleibenden Flugdauer oder

1876
01:27:38,707 --> 01:27:40,148
der erreichbaren Strecke sein.

1877
01:27:40,148 --> 01:27:43,980
Für eine Wartesituation interessiert zunächst, wie lange das Flugzeug unter

1878
01:27:43,980 --> 01:27:46,126
den vorgesehenen Bedingungen fliegen kann.

1879
01:27:46,126 --> 01:27:49,800
Für einen Ausweichplatz interessiert zusätzlich, welche Strecke über Grund

1880
01:27:49,800 --> 01:27:53,375
zurückgelegt werden muss und wie viel Kraftstoff für den weiteren Ablauf

1881
01:27:53,375 --> 01:27:54,070
benötigt wird.

1882
01:27:54,070 --> 01:27:57,800
Die reine Division von Tankinhalt durch einen beliebigen Reiseflugverbrauch

1883
01:27:57,800 --> 01:27:59,988
beantwortet keine dieser Fragen vollständig.

1884
01:27:59,988 --> 01:28:03,261
Nehmen wir ein fiktives Flugzeug mit dreitausend Kilogramm einer klar

1885
01:28:03,261 --> 01:28:06,675
bezeichneten für den betrachteten Abschnitt verfügbaren Kraftstoffmenge.

1886
01:28:06,675 --> 01:28:10,217
Bei einem konstant angenommenen Holding-Verbrauch von eintausendfünfhundert

1887
01:28:10,217 --> 01:28:13,523
Kilogramm pro Stunde ergäbe die reine Abschnittsrechnung zwei Stunden.

1888
01:28:13,523 --> 01:28:16,944
Das ist keine Erlaubnis, diese gesamte Zeit zu warten.

1889
01:28:16,944 --> 01:28:20,681
Für anschließenden Flug, Anflug, gegebenenfalls Ausweichplanung und

1890
01:28:20,681 --> 01:28:23,805
vorgeschriebene Reserven bestehen weitere Anforderungen.

1891
01:28:23,805 --> 01:28:27,691
Die Mengen müssen nach ihrer Funktion getrennt werden, bevor eine Zeit als

1892
01:28:27,691 --> 01:28:29,056
verfügbar bezeichnet wird.

1893
01:28:29,056 --> 01:28:31,957
Für die Strecke verwenden wir ein weiteres Lehrbeispiel.

1894
01:28:31,957 --> 01:28:35,088
Ein Ausweichkurs führt zweihundert nautische Meilen weit.

1895
01:28:35,088 --> 01:28:38,422
Die geplante Grundgeschwindigkeit beträgt dreihundert Knoten und der

1896
01:28:38,422 --> 01:28:41,020
Abschnittsverbrauch zweitausend Kilogramm pro Stunde.

1897
01:28:41,020 --> 01:28:45,120
Die Flugzeit beträgt zwei Drittel einer Stunde, also vierzig Minuten.

1898
01:28:45,120 --> 01:28:47,439
Der reine Streckenverbrauch beträgt ungefähr

1899
01:28:47,439 --> 01:28:49,865
eintausenddreihundertdreiunddreißig Kilogramm.

1900
01:28:49,865 --> 01:28:53,496
Zusätzliche Steig-, Sink- und Anfluganteile müssen nach dem verwendeten

1901
01:28:53,496 --> 01:28:56,565
Modell hinzukommen oder bereits ausdrücklich enthalten sein.

1902
01:28:56,565 --> 01:28:59,949
Holding wird häufig bei einer anderen Höhe, Geschwindigkeit und

1903
01:28:59,949 --> 01:29:02,903
Konfiguration durchgeführt als der vorherige Reiseflug.

1904
01:29:02,903 --> 01:29:06,432
Auch Kurvenanteile verändern den Auftriebs- und Widerstandsbedarf.

1905
01:29:06,432 --> 01:29:10,211
Ein Tabellenwert für geraden sauberen Horizontalflug darf nicht ohne Prüfung

1906
01:29:10,211 --> 01:29:12,201
als Holding-Verbrauch übernommen werden.

1907
01:29:12,201 --> 01:29:15,831
Die passende Leistungsquelle kann dafür eigene Tabellen oder Funktionen

1908
01:29:15,831 --> 01:29:16,547
bereitstellen.

1909
01:29:16,547 --> 01:29:20,345
Masseänderungen können den Verbrauch im Verlauf weiter verändern, sodass ein

1910
01:29:20,345 --> 01:29:22,594
konstanter Lehrwert nur eine Näherung bleibt.

1911
01:29:22,594 --> 01:29:25,698
Wind wirkt auf die Strecke zu einem Ausweichplatz unmittelbar.

1912
01:29:25,698 --> 01:29:29,186
Auf einer geschlossenen Warteschleife sind seine Wirkungen anders verteilt

1913
01:29:29,186 --> 01:29:32,014
und hängen von Führung und Zeitdefinition der Abschnitte ab.

1914
01:29:32,014 --> 01:29:35,383
Die aerodynamische Flugdauer in einer Luftmasse wird durch gleichförmigen

1915
01:29:35,383 --> 01:29:38,706
Wind nicht auf dieselbe Weise verändert wie die Bodenreichweite zu einem

1916
01:29:38,706 --> 01:29:39,259
festen Ziel.

1917
01:29:39,259 --> 01:29:42,376
Deshalb darf eine Gegenwindkorrektur für Streckenreichweite nicht

1918
01:29:42,376 --> 01:29:45,733
gedankenlos auf die reine Kraftstoffflussrechnung einer Wartesituation

1919
01:29:45,733 --> 01:29:46,596
übertragen werden.

1920
01:29:46,596 --> 01:29:49,791
Die Leistungsrechnung liefert somit belastbare Verbrauchs- und

1921
01:29:49,791 --> 01:29:50,513
Zeitbausteine.

1922
01:29:50,513 --> 01:29:53,289
Die endgültige Entscheidung verbindet sie mit Wetter,

1923
01:29:53,289 --> 01:29:56,903
Flugplatzverfügbarkeit, technischen Einschränkungen und den geltenden

1924
01:29:56,903 --> 01:29:57,793
Kraftstoffregeln.

1925
01:29:57,793 --> 01:30:01,739
In der Prüfung nennen wir klar, ob unser Ergebnis einen Abschnittsverbrauch,

1926
01:30:01,739 --> 01:30:05,633
eine theoretische Dauer oder eine tatsächlich planbare Restzeit beschreibt.

1927
01:30:05,633 --> 01:30:09,500
Diese sprachliche Genauigkeit schützt davor, aus einer richtigen Division

1928
01:30:09,500 --> 01:30:11,883
eine falsche betriebliche Aussage abzuleiten.

1929
01:30:11,883 --> 01:30:14,110
Im Sinkflug wird Lageenergie frei.

1930
01:30:14,110 --> 01:30:17,865
Diese Energie kann in Geschwindigkeit übergehen oder durch Widerstandsarbeit

1931
01:30:17,865 --> 01:30:18,656
abgebaut werden.

1932
01:30:18,656 --> 01:30:22,232
Bleibt die Geschwindigkeit konstant, muss die frei werdende Energie zusammen

1933
01:30:22,232 --> 01:30:25,715
mit der noch eingebrachten Triebwerksenergie durch Widerstand ausgeglichen

1934
01:30:25,715 --> 01:30:26,044
werden.

1935
01:30:26,044 --> 01:30:29,320
Ein niedriger Schub bedeutet deshalb nicht automatisch einen beliebig

1936
01:30:29,320 --> 01:30:31,742
steilen Sinkflug bei unveränderter Geschwindigkeit.

1937
01:30:31,742 --> 01:30:36,438
Das erreichbare Profil hängt von Masse, Konfiguration, Geschwindigkeit und

1938
01:30:36,438 --> 01:30:37,644
Antriebszustand ab.

1939
01:30:37,644 --> 01:30:41,684
Für ein gedankliches räumliches Energiemodell stellen wir uns zwei Speicher

1940
01:30:41,684 --> 01:30:43,300
vor: Höhe und Geschwindigkeit.

1941
01:30:43,300 --> 01:30:46,871
Ein zusätzlicher Pfeil steht für den Energieverlust durch Widerstand.

1942
01:30:46,871 --> 01:30:50,322
Wenn der Höhenspeicher schneller schrumpft, ohne dass der Widerstand

1943
01:30:50,322 --> 01:30:53,164
entsprechend zunimmt, wächst der Geschwindigkeitsanteil.

1944
01:30:53,164 --> 01:30:56,701
Das Flugzeug kann dann tiefer kommen und gleichzeitig schneller werden.

1945
01:30:56,701 --> 01:31:00,378
Ein geometrisch steilerer Flugweg löst folglich nicht automatisch einen zu

1946
01:31:00,378 --> 01:31:02,217
hohen und zu schnellen Anflugzustand.

1947
01:31:02,217 --> 01:31:05,697
Die gesamte Energiebilanz muss zum gewünschten Endzustand passen.

1948
01:31:05,697 --> 01:31:09,761
Ein fiktives Flugzeug mit fünfzigtausend Kilogramm sinkt um tausend Meter.

1949
01:31:09,761 --> 01:31:13,618
Dabei werden ungefähr vierhundertneunzig Millionen Joule Lageenergie frei.

1950
01:31:13,618 --> 01:31:16,925
Soll die Geschwindigkeit unverändert bleiben, muss diese Energie im

1951
01:31:16,925 --> 01:31:20,280
betrachteten Abschnitt zusätzlich zur eingebrachten Vortriebsenergie

1952
01:31:20,280 --> 01:31:21,119
abgeführt werden.

1953
01:31:21,119 --> 01:31:25,234
Beschleunigt das Flugzeug stattdessen, bleibt ein Teil als Bewegungsenergie

1954
01:31:25,234 --> 01:31:25,728
erhalten.

1955
01:31:25,728 --> 01:31:29,241
Diese Rechnung zeigt die Größenordnung, liefert aber keine konkrete

1956
01:31:29,241 --> 01:31:32,125
Konfiguration oder Betätigung eines Widerstandsmittels.

1957
01:31:32,125 --> 01:31:35,550
Ein weiterer Lehrvergleich betrachtet eine Geschwindigkeitsreduktion von

1958
01:31:35,550 --> 01:31:38,832
zweihundert auf hundertachtzig Meter pro Sekunde bei derselben Masse.

1959
01:31:38,832 --> 01:31:42,667
Die abzubauende Bewegungsenergie beträgt eine Hälfte mal fünfzigtausend mal

1960
01:31:42,667 --> 01:31:46,245
die Differenz aus vierzigtausend und zweiunddreißigtausendvierhundert.

1961
01:31:46,245 --> 01:31:48,643
Das ergibt hundertneunzig Millionen Joule.

1962
01:31:48,643 --> 01:31:52,045
Eine scheinbar kleine Reduktion um zehn Prozent verlangt damit einen

1963
01:31:52,045 --> 01:31:53,947
erheblichen zusätzlichen Energieabbau.

1964
01:31:53,947 --> 01:31:57,629
Währenddessen kann ein weiterer Sinkflug erneut Lageenergie zuführen.

1965
01:31:57,629 --> 01:32:01,022
Für die Planung ist deshalb genügend Strecke vor dem stabilisierten

1966
01:32:01,022 --> 01:32:01,933
Endanflug wichtig.

1967
01:32:01,933 --> 01:32:06,048
Geschwindigkeitsbeschränkungen, Höhenfreigaben und Wind können das Profil

1968
01:32:06,048 --> 01:32:06,612
verändern.

1969
01:32:06,612 --> 01:32:10,286
Rückenwind vergrößert bei gleichem Sinkzustand die über Grund benötigte

1970
01:32:10,286 --> 01:32:10,700
Strecke.

1971
01:32:10,700 --> 01:32:14,540
Eine späte Freigabe kann dazu führen, dass ein ursprünglich berechnetes

1972
01:32:14,540 --> 01:32:16,758
Leerlaufprofil nicht mehr erreichbar ist.

1973
01:32:16,758 --> 01:32:20,387
Dann braucht die Besatzung eine nach den Verfahren zulässige Anpassung und

1974
01:32:20,387 --> 01:32:22,544
gegebenenfalls eine geänderte Anflugplanung.

1975
01:32:22,544 --> 01:32:26,389
Dieser Kurs legt bewusst keine universelle Reihenfolge zum Wiederherstellen

1976
01:32:26,389 --> 01:32:27,928
eines instabilen Anflugs fest.

1977
01:32:27,928 --> 01:32:31,524
Die konkrete Verwendung von Konfiguration, Schub und Widerstandsmitteln

1978
01:32:31,524 --> 01:32:34,563
sowie die Kriterien zum Durchstarten gehören zum Muster- und

1979
01:32:34,563 --> 01:32:35,526
Betreiberverfahren.

1980
01:32:35,526 --> 01:32:39,702
Wir lernen die Ursache: Energie muss über Zeit und Strecke abgebaut werden.

1981
01:32:39,702 --> 01:32:43,392
Wer Höhe und Fahrt gemeinsam betrachtet, kann die Planung früher auf ihre

1982
01:32:43,392 --> 01:32:47,133
Machbarkeit prüfen und erkennt, weshalb das Erreichen einer einzelnen Höhe

1983
01:32:47,133 --> 01:32:49,156
noch keinen stabilen Endzustand beweist.

1984
01:32:49,156 --> 01:32:52,666
Für eine geometrische Sinkflugrechnung benötigen wir den abzubauenden

1985
01:32:52,666 --> 01:32:55,566
Höhenunterschied und den Winkel relativ zur Horizontalen.

1986
01:32:55,566 --> 01:32:59,357
Die horizontale Strecke ergibt sich als Höhenunterschied geteilt durch den

1987
01:32:59,357 --> 01:33:00,381
Tangens des Winkels.

1988
01:33:00,381 --> 01:33:03,623
Ein Drei-Grad-Profil entspricht ungefähr dreihundertachtzehn Fuß

1989
01:33:03,623 --> 01:33:05,345
Höhenänderung je nautischer Meile.

1990
01:33:05,345 --> 01:33:08,608
Die häufig verwendete Drei-zu-eins-Näherung mit tausend Fuß je drei

1991
01:33:08,608 --> 01:33:10,751
nautische Meilen ist ein Planungsüberschlag.

1992
01:33:10,751 --> 01:33:14,388
Sie enthält keine automatische Strecke für jede Verzögerung, jede

1993
01:33:14,388 --> 01:33:17,298
Konfiguration oder eine beliebige Freigabesituation.

1994
01:33:17,298 --> 01:33:19,455
Wir rechnen ein fiktives Beispiel.

1995
01:33:19,455 --> 01:33:23,365
Von fünfundzwanzigtausend Fuß soll auf fünftausend Fuß gesunken werden.

1996
01:33:23,365 --> 01:33:26,245
Der Höhenunterschied beträgt zwanzigtausend Fuß.

1997
01:33:26,245 --> 01:33:29,495
Bei genau drei Grad teilen wir zwanzigtausend durch ungefähr

1998
01:33:29,495 --> 01:33:30,578
dreihundertachtzehn.

1999
01:33:30,578 --> 01:33:34,427
Das ergibt rund zweiundsechzig Komma neun nautische Meilen horizontale

2000
01:33:34,427 --> 01:33:34,866
Strecke.

2001
01:33:34,866 --> 01:33:38,731
Die vereinfachte Drei-zu-eins-Regel würde sechzig nautische Meilen ergeben.

2002
01:33:38,731 --> 01:33:42,344
Die Abweichung zeigt, weshalb ein Überschlag nicht mit einer exakten

2003
01:33:42,344 --> 01:33:44,894
geometrischen Vorgabe gleichgesetzt werden darf.

2004
01:33:44,894 --> 01:33:48,674
Bei einer Grundgeschwindigkeit von dreihundert Knoten legt das Flugzeug fünf

2005
01:33:48,674 --> 01:33:50,415
nautische Meilen pro Minute zurück.

2006
01:33:50,415 --> 01:33:54,266
Für das Drei-Grad-Profil ergibt sich eine Sinkrate von ungefähr fünf mal

2007
01:33:54,266 --> 01:33:58,010
dreihundertachtzehn, also eintausendfünfhundertneunzig Fuß pro Minute.

2008
01:33:58,010 --> 01:34:01,712
Bei zweihundertvierzig Knoten über Grund sind es vier nautische Meilen pro

2009
01:34:01,712 --> 01:34:05,263
Minute und ungefähr eintausendzweihundertzweiundsiebzig Fuß pro Minute.

2010
01:34:05,263 --> 01:34:09,041
Der gleiche geometrische Winkel verlangt somit je nach Grundgeschwindigkeit

2011
01:34:09,041 --> 01:34:10,098
eine andere Sinkrate.

2012
01:34:10,098 --> 01:34:14,051
Was ändert ein Rückenwind bei unverändertem aerodynamischem Sinkzustand?

2013
01:34:14,051 --> 01:34:18,073
Wenn Sinkrate und TAS gleich bleiben, nimmt die Grundgeschwindigkeit zu.

2014
01:34:18,073 --> 01:34:21,630
Für denselben Höhenabbau wird dann mehr Bodenstrecke benötigt und der Winkel

2015
01:34:21,630 --> 01:34:23,174
gegenüber dem Boden wird flacher.

2016
01:34:23,174 --> 01:34:26,538
Soll stattdessen der gleiche Bodenwinkel eingehalten werden, muss die

2017
01:34:26,538 --> 01:34:29,560
Sinkrate entsprechend zur höheren Grundgeschwindigkeit passen.

2018
01:34:29,560 --> 01:34:33,094
Welche Kombination das Flugzeug bei einer gegebenen Schubeinstellung

2019
01:34:33,094 --> 01:34:35,849
tatsächlich leisten kann, bleibt eine Leistungsfrage.

2020
01:34:35,849 --> 01:34:39,733
Eine vollständige Planung berücksichtigt außerdem Geschwindigkeitsänderungen

2021
01:34:39,733 --> 01:34:40,754
und Einschränkungen.

2022
01:34:40,754 --> 01:34:44,391
Muss am Ende erheblich verlangsamt werden, genügt es nicht, nur die

2023
01:34:44,391 --> 01:34:47,158
geometrische Strecke bis zur Zielhöhe zu berechnen.

2024
01:34:47,158 --> 01:34:51,422
Wie viel zusätzliche Strecke benötigt wird, bestimmen geeignete Muster- oder

2025
01:34:51,422 --> 01:34:52,208
Planungsdaten.

2026
01:34:52,208 --> 01:34:56,404
Dasselbe gilt für Level-off-Abschnitte, Kurven und vorgegebene Höhenfenster.

2027
01:34:56,404 --> 01:35:00,316
Ein Profil kann geometrisch stimmen und dennoch energetisch ungeeignet sein,

2028
01:35:00,316 --> 01:35:02,889
wenn es den geforderten Endzustand nicht erreicht.

2029
01:35:02,889 --> 01:35:05,922
Unsere Abschlusskontrolle benennt deshalb beide Ebenen.

2030
01:35:05,922 --> 01:35:10,004
Die Geometrie sagt, welche Strecke und Sinkrate zu einem Winkel passen.

2031
01:35:10,004 --> 01:35:13,284
Die Leistungsrechnung sagt, ob das Flugzeug diesen Verlauf unter den

2032
01:35:13,284 --> 01:35:16,323
gegebenen Bedingungen mit dem gewünschten Geschwindigkeits- und

2033
01:35:16,323 --> 01:35:18,060
Konfigurationsprofil erreichen kann.

2034
01:35:18,060 --> 01:35:21,254
Erst zusammen liefern sie eine brauchbare Sinkflugplanung.

2035
01:35:21,254 --> 01:35:25,035
Die tatsächliche Durchführung und jede Anpassung erfolgen nach den geltenden

2036
01:35:25,035 --> 01:35:26,229
Verfahren und Freigaben.

2037
01:35:26,229 --> 01:35:29,619
Die maximale strukturelle Landemasse beschreibt eine wesentliche

2038
01:35:29,619 --> 01:35:30,520
Zulassungsgrenze.

2039
01:35:30,520 --> 01:35:34,171
Für eine konkrete Landung kann die zulässige Masse aber niedriger sein.

2040
01:35:34,171 --> 01:35:38,585
Die verfügbare Landestrecke, Druckhöhe, Temperatur, Wind und Bahnzustand

2041
01:35:38,585 --> 01:35:40,670
beeinflussen die Streckenleistung.

2042
01:35:40,670 --> 01:35:44,447
Zusätzlich können Anflug- und Durchstartanforderungen eine Massengrenze

2043
01:35:44,447 --> 01:35:44,926
erzeugen.

2044
01:35:44,926 --> 01:35:48,408
Ein Flugzeug kann deshalb unter seiner strukturellen Landemasse liegen und

2045
01:35:48,408 --> 01:35:51,796
dennoch für die vorgesehene Bahn oder einen erforderlichen Fehlanflug zu

2046
01:35:51,796 --> 01:35:52,360
schwer sein.

2047
01:35:52,360 --> 01:35:54,695
Wir verwenden einen fiktiven Datensatz.

2048
01:35:54,695 --> 01:35:57,928
Die strukturelle Landemasse beträgt zweiundsechzig Tonnen.

2049
01:35:57,928 --> 01:36:01,353
Die Streckenrechnung für die vorgesehene Bahn erlaubt sechzig Tonnen.

2050
01:36:01,353 --> 01:36:05,242
Die passende Durchstartprüfung erlaubt achtundfünfzig Komma fünf Tonnen.

2051
01:36:05,242 --> 01:36:09,128
Unter diesen Bedingungen ist achtundfünfzig Komma fünf die kleinste der drei

2052
01:36:09,128 --> 01:36:09,537
Grenzen.

2053
01:36:09,537 --> 01:36:12,736
Eine erwartete Landemasse von neunundfünfzig Tonnen wäre also trotz

2054
01:36:12,736 --> 01:36:16,271
ausreichender struktureller Reserve und trotz passender Landestrecke nicht

2055
01:36:16,271 --> 01:36:18,276
durch alle betrachteten Nachweise gedeckt.

2056
01:36:18,276 --> 01:36:21,737
Die erwartete Landemasse entsteht aus der aktuellen oder geplanten Masse

2057
01:36:21,737 --> 01:36:24,813
abzüglich des realistisch erwarteten Verbrauchs bis zur Landung.

2058
01:36:24,813 --> 01:36:28,673
Ein vorzeitiger Rückflug kann daher eine höhere Landemasse ergeben als der

2059
01:36:28,673 --> 01:36:29,977
ursprüngliche Zielanflug.

2060
01:36:29,977 --> 01:36:33,935
Zusätzlicher Warteschleifenverbrauch kann die Masse reduzieren, bringt aber

2061
01:36:33,935 --> 01:36:36,678
andere Wetter-, Kraftstoff- und Zeitfragen mit sich.

2062
01:36:36,678 --> 01:36:40,200
Eine theoretisch gewünschte Massenabnahme darf nicht als schon vorhanden

2063
01:36:40,200 --> 01:36:41,032
behandelt werden.

2064
01:36:41,032 --> 01:36:44,505
Ebenso wenig sollte ein Leistungsproblem durch eine unklare Hoffnung auf

2065
01:36:44,505 --> 01:36:46,098
längere Flugzeit verdeckt werden.

2066
01:36:46,098 --> 01:36:49,543
Bei der Auswahl eines Ausweichplatzes muss dieselbe Prüfung mit dessen

2067
01:36:49,543 --> 01:36:50,577
Bedingungen erfolgen.

2068
01:36:50,577 --> 01:36:54,365
Ein längerer Platz auf größerer Höhe kann bei heißer Luft eine ungünstigere

2069
01:36:54,365 --> 01:36:55,679
Durchstartgrenze besitzen.

2070
01:36:55,679 --> 01:36:59,481
Ein näherer Platz kann mehr Landemasse bedeuten, weil weniger Kraftstoff

2071
01:36:59,481 --> 01:37:00,326
verbraucht wird.

2072
01:37:00,326 --> 01:37:04,139
Die geografische Nähe allein sagt deshalb wenig über die gesamte Eignung

2073
01:37:04,139 --> 01:37:04,351
aus.

2074
01:37:04,351 --> 01:37:07,998
Wir betrachten die zu erwartende Masse und die Leistungsbedingungen an jedem

2075
01:37:07,998 --> 01:37:09,245
tatsächlich erwogenen Ort.

2076
01:37:09,245 --> 01:37:12,984
Eine weitere Unterscheidung betrifft normalen und ungewöhnlichen Betrieb.

2077
01:37:12,984 --> 01:37:16,574
Technische Abweichungen können eine andere Konfiguration, eine andere

2078
01:37:16,574 --> 01:37:20,163
Referenzgeschwindigkeit oder eine verlängerte Landestrecke erfordern.

2079
01:37:20,163 --> 01:37:24,182
Die dafür geltenden Verfahren und Leistungsdaten werden als zusammengehörige

2080
01:37:24,182 --> 01:37:25,240
Grundlage verwendet.

2081
01:37:25,240 --> 01:37:29,153
Ein selbst gewählter prozentualer Zuschlag auf eine normale Landestrecke ist

2082
01:37:29,153 --> 01:37:32,499
keine belastbare Ersatzmethode, wenn das Muster dafür spezifische

2083
01:37:32,499 --> 01:37:34,609
Informationen verlangt oder bereitstellt.

2084
01:37:34,609 --> 01:37:38,050
In der Prüfung stellen wir die Grenzen übersichtlich gegenüber und nennen

2085
01:37:38,050 --> 01:37:39,794
anschließend die begrenzende Ursache.

2086
01:37:39,794 --> 01:37:42,768
Das hilft auch bei der Frage nach einer möglichen Änderung.

2087
01:37:42,768 --> 01:37:46,339
Eine längere Bahn verbessert einen Streckennachweis, muss aber keine

2088
01:37:46,339 --> 01:37:47,809
Durchstartgrenze verbessern.

2089
01:37:47,809 --> 01:37:50,368
Eine niedrigere Masse kann beide beeinflussen.

2090
01:37:50,368 --> 01:37:53,992
Eine andere Anflugrichtung kann Wind und Hindernisse zugleich ändern.

2091
01:37:53,992 --> 01:37:57,789
Die zulässige Lösung ergibt sich erst aus der vollständigen Kombination und

2092
01:37:57,789 --> 01:37:58,953
ihrer erneuten Prüfung.

2093
01:37:58,953 --> 01:38:02,550
Eine Landestrecke wird von einem definierten Höhenpunkt im Anflug bis zum

2094
01:38:02,550 --> 01:38:04,225
vollständigen Stillstand bestimmt.

2095
01:38:04,225 --> 01:38:07,429
Sie besteht daher aus einer Luftstrecke und einer Bodenstrecke.

2096
01:38:07,429 --> 01:38:11,451
Nur den Bremsweg nach dem Aufsetzen zu betrachten, würde einen wesentlichen

2097
01:38:11,451 --> 01:38:12,416
Anteil ausblenden.

2098
01:38:12,416 --> 01:38:16,334
Die tatsächliche Schwellenüberflughöhe, Geschwindigkeit, Abfangphase und

2099
01:38:16,334 --> 01:38:20,089
Lage des Aufsetzpunkts beeinflussen, wie viel der LDA beim Beginn der

2100
01:38:20,089 --> 01:38:22,320
wirksamen Verzögerung noch verfügbar ist.

2101
01:38:22,320 --> 01:38:26,234
Diese Einflussgrößen gehören zu den Annahmen der verwendeten Landedaten.

2102
01:38:26,234 --> 01:38:29,362
Ein fiktiver Fall besitzt zweitausend Meter LDA.

2103
01:38:29,362 --> 01:38:32,965
Der geplante Aufsetzpunkt liegt dreihundert Meter hinter der Schwelle.

2104
01:38:32,965 --> 01:38:36,941
Beginnt die wirksame Verzögerung weitere hundert Meter später, sind bereits

2105
01:38:36,941 --> 01:38:38,479
vierhundert Meter verbraucht.

2106
01:38:38,479 --> 01:38:41,977
Es bleiben eintausendsechshundert Meter bis zum Ende der LDA.

2107
01:38:41,977 --> 01:38:45,717
Ein um zweihundert Meter späteres Aufsetzen verkürzt diesen verbleibenden

2108
01:38:45,717 --> 01:38:49,355
Abschnitt auf eintausendvierhundert Meter, sofern alle übrigen Annahmen

2109
01:38:49,355 --> 01:38:50,124
gleich bleiben.

2110
01:38:50,124 --> 01:38:53,906
Eine gleiche Anfluggeschwindigkeit macht den späteren Aufsetzpunkt nicht

2111
01:38:53,906 --> 01:38:54,642
bedeutungslos.

2112
01:38:54,642 --> 01:38:57,420
Überfahrt erhöht die Bewegungsenergie quadratisch.

2113
01:38:57,420 --> 01:39:00,933
Bei gleicher Masse und einer Grundgeschwindigkeit von hundertfünfzig statt

2114
01:39:00,933 --> 01:39:04,255
hundertvierzig Knoten beträgt das Energieverhältnis hundertfünfzig zum

2115
01:39:04,255 --> 01:39:06,581
Quadrat geteilt durch hundertvierzig zum Quadrat.

2116
01:39:06,581 --> 01:39:10,617
Das ergibt ungefähr eins Komma eins vier acht, also knapp fünfzehn Prozent

2117
01:39:10,617 --> 01:39:11,818
mehr Bewegungsenergie.

2118
01:39:11,818 --> 01:39:15,250
Der gesamte Landestreckenzuwachs ist damit noch nicht bestimmt, weil

2119
01:39:15,250 --> 01:39:18,683
Luftstrecke und Verzögerungsverlauf ebenfalls verändert sein können.

2120
01:39:18,683 --> 01:39:22,618
Die Energierechnung erklärt die Richtung und Größenordnung, nicht den

2121
01:39:22,618 --> 01:39:23,645
AFM-Korrekturwert.

2122
01:39:23,645 --> 01:39:27,211
Eine größere Schwellenhöhe verlängert bei gleichem geometrischem Winkel die

2123
01:39:27,211 --> 01:39:28,400
Luftstrecke bis zur Bahn.

2124
01:39:28,400 --> 01:39:31,741
Zwanzig zusätzliche Fuß Höhe entsprechen bei drei Grad ungefähr

2125
01:39:31,741 --> 01:39:35,665
hundertsechzehn zusätzlichen Metern horizontalem Weg, wenn wir idealisiert

2126
01:39:35,665 --> 01:39:37,203
eine gerade Linie fortsetzen.

2127
01:39:37,203 --> 01:39:39,684
Eine reale Abfangphase ist komplexer.

2128
01:39:39,684 --> 01:39:43,434
Gerade deshalb werden überschüssige Höhe und Geschwindigkeit in geeigneten

2129
01:39:43,434 --> 01:39:45,512
operativen Leistungsdaten berücksichtigt.

2130
01:39:45,512 --> 01:39:49,417
Sie lassen sich nicht durch die Aussage aufheben, die Bahn sei nominell sehr

2131
01:39:49,417 --> 01:39:49,674
lang.

2132
01:39:49,674 --> 01:39:52,707
Die Verzögerung selbst entsteht aus mehreren Beiträgen.

2133
01:39:52,707 --> 01:39:56,264
Radbremsen benötigen genügend Radlast und verfügbare Reibung.

2134
01:39:56,264 --> 01:39:59,804
Aerodynamischer Widerstand nimmt mit sinkender Geschwindigkeit ab.

2135
01:39:59,804 --> 01:40:03,159
Spoiler können den Auftrieb vermindern und Radlast aufbauen.

2136
01:40:03,159 --> 01:40:06,661
Umkehrschub besitzt einen muster- und zustandsabhängigen Beitrag.

2137
01:40:06,661 --> 01:40:10,516
Welche Mittel die berechnete Strecke voraussetzt und wie schnell sie wirksam

2138
01:40:10,516 --> 01:40:11,937
werden, muss eindeutig sein.

2139
01:40:11,937 --> 01:40:15,254
Ein ausgefallenes oder nicht verwendetes Mittel kann den Datensatz

2140
01:40:15,254 --> 01:40:15,756
verändern.

2141
01:40:15,756 --> 01:40:19,310
Für die Theorie halten wir deshalb den gesamten Weg von der Schwelle bis zum

2142
01:40:19,310 --> 01:40:20,245
Stillstand im Blick.

2143
01:40:20,245 --> 01:40:23,091
Für die reale Durchführung gelten die vorgeschriebenen

2144
01:40:23,091 --> 01:40:25,885
Stabilisierungskriterien, Zielbereiche und Verfahren.

2145
01:40:25,885 --> 01:40:29,554
Dieser Kurs gibt keine zusätzliche improvisierte Landetechnik vor.

2146
01:40:29,554 --> 01:40:32,831
Er zeigt, weshalb eine passende Anfangsbedingung und ein vorgesehener

2147
01:40:32,831 --> 01:40:36,250
Aufsetzbereich unmittelbare Bestandteile der nachgewiesenen Landestrecke

2148
01:40:36,250 --> 01:40:39,670
sind und weshalb eine gültige Ankunftsberechnung unterwegs an veränderte

2149
01:40:39,670 --> 01:40:41,284
Bedingungen angepasst werden muss.

2150
01:40:41,284 --> 01:40:44,852
Für die hier behandelte europäische Leistungsklasse A regelt CAT Punkt POL

2151
01:40:44,852 --> 01:40:48,275
Punkt A Punkt zweihundertdreißig die Landestreckenplanung auf trockener

2152
01:40:48,275 --> 01:40:48,516
Bahn.

2153
01:40:48,516 --> 01:40:52,034
In der Grundregel muss die Landung aus fünfzig Fuß über der Schwelle bei

2154
01:40:52,034 --> 01:40:54,965
Turbojetflugzeugen innerhalb sechzig Prozent der LDA und bei

2155
01:40:54,965 --> 01:40:58,238
Turbopropflugzeugen innerhalb siebzig Prozent der LDA möglich sein.

2156
01:40:58,238 --> 01:41:02,088
Gesondert genehmigte reduzierte Landestreckenoperationen besitzen eigene

2157
01:41:02,088 --> 01:41:02,944
Voraussetzungen.

2158
01:41:02,944 --> 01:41:06,877
Wir behandeln diese Ausnahme nicht als frei wählbaren Alternativfaktor für

2159
01:41:06,877 --> 01:41:08,258
einen normalen Linienflug.

2160
01:41:08,258 --> 01:41:11,775
Die sechzig-Prozent-Bedingung lässt sich auf zwei gleichwertige Arten

2161
01:41:11,775 --> 01:41:12,182
rechnen.

2162
01:41:12,182 --> 01:41:15,976
Entweder vergleichen wir die ungefactorte Ausgangsstrecke mit null Komma

2163
01:41:15,976 --> 01:41:16,714
sechs mal LDA.

2164
01:41:16,714 --> 01:41:20,136
Oder wir teilen die Ausgangsstrecke durch null Komma sechs und vergleichen

2165
01:41:20,136 --> 01:41:22,031
die so erforderliche Strecke mit der LDA.

2166
01:41:22,031 --> 01:41:25,682
Das entspricht einem Faktor von eins Komma sechs sechs sechs und so weiter.

2167
01:41:25,682 --> 01:41:28,927
Der oft verwendete gerundete Wert eins Komma sechs sieben ist die

2168
01:41:28,927 --> 01:41:32,072
entsprechende Darstellung, nicht eine zusätzliche zweite Marge.

2169
01:41:32,072 --> 01:41:35,613
Ein fiktiver Turbojetfall liefert unter den passenden Bedingungen eine

2170
01:41:35,613 --> 01:41:38,396
ungefactorte Landestrecke von eintausendzwanzig Metern.

2171
01:41:38,396 --> 01:41:41,650
Die LDA beträgt eintausendsiebenhundertfünfzig Meter.

2172
01:41:41,650 --> 01:41:44,805
Sechzig Prozent davon sind eintausendfünfzig Meter.

2173
01:41:44,805 --> 01:41:48,220
Eintausendzwanzig ist kleiner, also besteht dieser einzelne

2174
01:41:48,220 --> 01:41:49,320
Dispatch-Vergleich.

2175
01:41:49,320 --> 01:41:53,031
Alternativ teilen wir eintausendzwanzig durch null Komma sechs und erhalten

2176
01:41:53,031 --> 01:41:55,604
eintausendsiebenhundert Meter erforderliche Strecke.

2177
01:41:55,604 --> 01:41:59,266
Gegenüber der LDA bleiben fünfzig Meter rechnerischer Abstand.

2178
01:41:59,266 --> 01:42:01,929
Beide Wege müssen zum selben Ergebnis führen.

2179
01:42:01,929 --> 01:42:05,243
Für einen fiktiven Turboprop mit derselben Ausgangsstrecke ergibt die

2180
01:42:05,243 --> 01:42:07,212
Division durch null Komma sieben ungefähr

2181
01:42:07,212 --> 01:42:09,325
eintausendvierhundertsiebenundfünfzig Meter.

2182
01:42:09,325 --> 01:42:12,351
Dieser andere Faktor folgt aus der genannten Grundregel.

2183
01:42:12,351 --> 01:42:16,499
Er ist keine Aussage, dass jeder Turboprop tatsächlich kürzer landet als

2184
01:42:16,499 --> 01:42:17,075
jeder Jet.

2185
01:42:17,075 --> 01:42:20,996
Die Ausgangsstrecken und ihre Bedingungen sind weiterhin flugzeugspezifisch.

2186
01:42:20,996 --> 01:42:24,438
Wir vergleichen hier nur die mathematische Wirkung der unterschiedlichen

2187
01:42:24,438 --> 01:42:25,203
Planungsanteile.

2188
01:42:25,203 --> 01:42:27,905
Steht auf einer Leistungsseite bereits eine erforderliche

2189
01:42:27,905 --> 01:42:31,365
Dispatch-Landestrecke von eintausendsiebenhundert Metern, darf nicht ohne

2190
01:42:31,365 --> 01:42:33,972
Prüfung nochmals durch null Komma sechs geteilt werden.

2191
01:42:33,972 --> 01:42:36,156
Zuerst klären wir die Datenart.

2192
01:42:36,156 --> 01:42:40,086
Ebenso wäre es falsch, die ungefactorte Strecke von eintausendzwanzig Metern

2193
01:42:40,086 --> 01:42:44,017
direkt mit der gesamten LDA zu vergleichen und die Regelmarge zu ignorieren.

2194
01:42:44,017 --> 01:42:47,962
Die Beschriftung entscheidet, welche Operation noch erforderlich ist.

2195
01:42:47,962 --> 01:42:50,577
Dieser Nachweis gehört zur Flugvorbereitung.

2196
01:42:50,577 --> 01:42:54,305
Er ersetzt weder die Prüfung von Ziel- und Ausweichplatzbedingungen noch die

2197
01:42:54,305 --> 01:42:56,512
spätere Landestreckenbeurteilung bei Ankunft.

2198
01:42:56,512 --> 01:43:00,591
Windannahmen, AFM-Korrekturen, wahrscheinlich zugewiesene Bahn und weitere

2199
01:43:00,591 --> 01:43:03,566
Regelbedingungen müssen passend berücksichtigt werden.

2200
01:43:03,566 --> 01:43:07,125
Eine einzelne bestandene Prozentrechnung ist daher eine klar begrenzte

2201
01:43:07,125 --> 01:43:09,666
Aussage innerhalb des gesamten Landungsnachweises.

2202
01:43:09,666 --> 01:43:13,080
Genau so sollte sie auch in einer Prüfungsantwort formuliert werden.

2203
01:43:13,080 --> 01:43:16,708
CAT Punkt POL Punkt A Punkt zweihundertfünfunddreißig unterscheidet die

2204
01:43:16,708 --> 01:43:19,365
Flugvorbereitung für nasse und kontaminierte Bahnen.

2205
01:43:19,365 --> 01:43:22,870
Für nasse Bahn sind vorgesehene AFM-Dispatchdaten zu verwenden.

2206
01:43:22,870 --> 01:43:26,505
Fehlen solche spezifischen Nassdaten, verlangt die entsprechende Grundregel

2207
01:43:26,505 --> 01:43:29,802
mindestens hundertfünfzehn Prozent der nach der trockenen Grundregel

2208
01:43:29,802 --> 01:43:31,159
erforderlichen Landestrecke.

2209
01:43:31,159 --> 01:43:34,560
Diese fünfzehn Prozent beziehen sich also auf die bereits für Dispatch

2210
01:43:34,560 --> 01:43:35,921
ermittelte trockene Strecke.

2211
01:43:35,921 --> 01:43:39,727
Sie werden nicht bloß auf den ungefactorten Brems- oder Landeweg angewandt.

2212
01:43:39,727 --> 01:43:41,999
Wir setzen den fiktiven Jetfall fort.

2213
01:43:41,999 --> 01:43:45,724
Die trockene ungefactorte Strecke beträgt eintausendzwanzig Meter.

2214
01:43:45,724 --> 01:43:49,115
Nach der sechzig-Prozent-Regel ergibt sich eine trockene erforderliche

2215
01:43:49,115 --> 01:43:51,199
Strecke von eintausendsiebenhundert Metern.

2216
01:43:51,199 --> 01:43:54,208
Für den hier ausdrücklich angenommenen Fall ohne spezifische

2217
01:43:54,208 --> 01:43:57,568
AFM-Nass-Dispatchdaten multiplizieren wir mit eins Komma eins fünf.

2218
01:43:57,568 --> 01:44:01,268
Das Ergebnis beträgt eintausendneunhundertfünfundfünfzig Meter.

2219
01:44:01,268 --> 01:44:04,994
Bei zweitausend Metern LDA besteht dieser Vergleich mit fünfundvierzig

2220
01:44:04,994 --> 01:44:06,537
Metern rechnerischem Abstand.

2221
01:44:06,537 --> 01:44:10,280
Spezifische AFM-Nassdaten können bereits einen Sicherheitsanteil enthalten

2222
01:44:10,280 --> 01:44:12,456
und an besondere Bedingungen geknüpft sein.

2223
01:44:12,456 --> 01:44:16,220
Dann darf der gerade gerechnete Zuschlag nicht automatisch nochmals auf jede

2224
01:44:16,220 --> 01:44:17,805
sichtbare Zahl angewandt werden.

2225
01:44:17,805 --> 01:44:21,624
Die Anleitung bestimmt, wie die Daten in den Regelvergleich eingehen.

2226
01:44:21,624 --> 01:44:24,462
Auch spezifische Nasswerte dürfen die einschlägige trockene

2227
01:44:24,462 --> 01:44:26,386
Mindestanforderung nicht unterschreiten.

2228
01:44:26,386 --> 01:44:29,667
Eine Bahn mit reibungsverbessernder Bauweise ist außerdem nicht allein

2229
01:44:29,667 --> 01:44:32,713
aufgrund ihres Namens pauschal wie eine trockene Bahn zu rechnen.

2230
01:44:32,713 --> 01:44:36,763
Dafür sind die vorgesehenen Informationen und Voraussetzungen erforderlich.

2231
01:44:36,763 --> 01:44:40,353
Bei Kontamination verlangt die Grundregel unter anderem den Vergleich der

2232
01:44:40,353 --> 01:44:43,944
maßgeblichen Nassanforderung mit hundertfünfzehn Prozent der zugelassenen

2233
01:44:43,944 --> 01:44:47,141
Kontaminationsstrecke oder gleichwertiger Daten; der größere Wert

2234
01:44:47,141 --> 01:44:47,732
entscheidet.

2235
01:44:47,732 --> 01:44:50,976
Ein bereits enthaltener fünfzehn-Prozent-Anteil darf dabei nach den

2236
01:44:50,976 --> 01:44:53,301
Regelbedingungen nicht doppelt angesetzt werden.

2237
01:44:53,301 --> 01:44:56,764
Besondere Winterbahnregelungen besitzen eigene Voraussetzungen.

2238
01:44:56,764 --> 01:45:00,500
Unsere Rechnung nimmt solche Ausnahmen ausdrücklich nicht stillschweigend in

2239
01:45:00,500 --> 01:45:00,943
Anspruch.

2240
01:45:00,943 --> 01:45:04,826
Für einen fiktiven Kontaminationsfall seien zweitausendeinhundert Meter als

2241
01:45:04,826 --> 01:45:08,709
passende, noch nicht mit diesem Anteil versehene Ausgangsstrecke angegeben.

2242
01:45:08,709 --> 01:45:11,362
Multipliziert mit eins Komma eins fünf ergeben sich

2243
01:45:11,362 --> 01:45:13,286
zweitausendvierhundertfünfzehn Meter.

2244
01:45:13,286 --> 01:45:16,214
Die andere Vergleichsgröße aus unserem Nassfall beträgt

2245
01:45:16,214 --> 01:45:18,450
eintausendneunhundertfünfundfünfzig Meter.

2246
01:45:18,450 --> 01:45:21,781
Maßgeblich sind somit zweitausendvierhundertfünfzehn Meter.

2247
01:45:21,781 --> 01:45:25,610
Eine LDA von zweitausenddreihundert Metern würde diesen Vergleich nicht

2248
01:45:25,610 --> 01:45:26,096
erfüllen.

2249
01:45:26,096 --> 01:45:29,639
Ein frei gewählter kleinerer Zuschlag wäre keine zulässige Lösung.

2250
01:45:29,639 --> 01:45:33,175
Die Regelstruktur schützt vor einer falschen Vereinfachung: Nass oder

2251
01:45:33,175 --> 01:45:36,609
kontaminiert bedeutet nicht immer dieselbe Multiplikation derselben

2252
01:45:36,609 --> 01:45:37,122
Basiszahl.

2253
01:45:37,122 --> 01:45:41,214
Wir müssen Datenart, enthaltene Marge und geforderten Vergleich kennen.

2254
01:45:41,214 --> 01:45:45,327
Wetterprognose, wahrscheinlich zugewiesene Bahn und Ausweichplatzbedingungen

2255
01:45:45,327 --> 01:45:47,275
gehören zusätzlich zur Vorbereitung.

2256
01:45:47,275 --> 01:45:51,185
Die spätere Ankunftsbeurteilung folgt ihrem eigenen aktuellen Datensatz.

2257
01:45:51,185 --> 01:45:54,574
Ein trockener Dispatch-Nachweis kann daher bei verschlechterter Oberfläche

2258
01:45:54,574 --> 01:45:58,054
nicht unverändert als ausreichende Landungsgrundlage fortgeschrieben werden.

2259
01:45:58,054 --> 01:46:01,360
Vor der Landung wird die verfügbare Strecke mit der unter den erwarteten

2260
01:46:01,360 --> 01:46:03,702
Ankunftsbedingungen benötigten Leistung verglichen.

2261
01:46:03,702 --> 01:46:07,671
CAT Punkt OP Punkt MPA Punkt dreihundertdrei regelt diese Beurteilung.

2262
01:46:07,671 --> 01:46:11,321
Für die hier betrachteten Class-A-Flugzeuge mit CS-fünfundzwanzig-Zulassung

2263
01:46:11,321 --> 01:46:14,970
oder gleichwertiger Grundlage verlangt die Regel grundsätzlich eine LDA von

2264
01:46:14,970 --> 01:46:18,668
mindestens hundertfünfzehn Prozent der ermittelten Landestrecke bei Ankunft.

2265
01:46:18,668 --> 01:46:21,844
Andere Gruppen und Fälle besitzen differenzierte Regelwege.

2266
01:46:21,844 --> 01:46:25,769
Wir übertragen deshalb weder diese Aussage noch eine Ersatzmethode pauschal

2267
01:46:25,769 --> 01:46:26,763
auf jedes Flugzeug.

2268
01:46:26,763 --> 01:46:31,347
Die Berechnung nutzt aktuelle Masse, Wind, Temperatur, Konfiguration,

2269
01:46:31,347 --> 01:46:34,603
Systemverfügbarkeit und Oberflächeninformationen.

2270
01:46:34,603 --> 01:46:38,061
Der Runway Condition Report beschreibt die Bahn in Dritteln und enthält

2271
01:46:38,061 --> 01:46:40,301
unter anderem Codes sowie Angaben zum Zustand.

2272
01:46:40,301 --> 01:46:44,389
Die passende Leistungsquelle legt fest, wie diese Informationen verwendet

2273
01:46:44,389 --> 01:46:44,781
werden.

2274
01:46:44,781 --> 01:46:48,028
Eine ältere ATIS-Angabe oder ein günstigerer Bericht eines anderen

2275
01:46:48,028 --> 01:46:51,767
Zeitpunkts darf nicht allein deshalb gewählt werden, weil damit die Rechnung

2276
01:46:51,767 --> 01:46:52,604
leichter besteht.

2277
01:46:52,604 --> 01:46:56,112
Die Daten sollen den tatsächlich erwarteten Landungszustand möglichst

2278
01:46:56,112 --> 01:46:57,282
zutreffend beschreiben.

2279
01:46:57,282 --> 01:47:01,176
Ein fiktiver Ankunftsdatensatz liefert eine noch ungefactorte LDTA von

2280
01:47:01,176 --> 01:47:03,235
eintausendsechshundertvierzig Metern.

2281
01:47:03,235 --> 01:47:07,070
Für den hier vorgegebenen Regelvergleich multiplizieren wir mit eins Komma

2282
01:47:07,070 --> 01:47:07,589
eins fünf.

2283
01:47:07,589 --> 01:47:10,629
Das ergibt eintausendachthundertsechsundachtzig Meter.

2284
01:47:10,629 --> 01:47:14,411
Bei einer LDA von eintausendneunhundert Metern beträgt der rechnerische

2285
01:47:14,411 --> 01:47:15,636
Abstand vierzehn Meter.

2286
01:47:15,636 --> 01:47:19,521
Das Ergebnis setzt aber weiterhin genau die eingegebenen Bedingungen voraus.

2287
01:47:19,521 --> 01:47:23,115
Ein kleiner Abstand macht die Rechnung besonders empfindlich gegenüber einer

2288
01:47:23,115 --> 01:47:25,101
Verschlechterung von Wind oder Oberfläche.

2289
01:47:25,101 --> 01:47:28,658
Nun liefert dieselbe zugelassene Software stattdessen eine Ausgabe mit der

2290
01:47:28,658 --> 01:47:32,215
eindeutigen Bezeichnung erforderliche Landestrecke einschließlich fünfzehn

2291
01:47:32,215 --> 01:47:32,888
Prozent Marge.

2292
01:47:32,888 --> 01:47:36,335
Diese Ausgabe darf nicht nochmals pauschal mit eins Komma eins fünf

2293
01:47:36,335 --> 01:47:37,415
multipliziert werden.

2294
01:47:37,415 --> 01:47:40,857
Wir vergleichen den bezeichneten Endwert direkt nach der Anleitung.

2295
01:47:40,857 --> 01:47:44,163
Umgekehrt darf bei einem ausdrücklich ungefactorten Ergebnis die noch

2296
01:47:44,163 --> 01:47:46,702
erforderliche Marge nicht einfach weggelassen werden.

2297
01:47:46,702 --> 01:47:50,581
Eine unabhängige Kontrolle muss deshalb auch die Ausgabebezeichnung lesen.

2298
01:47:50,581 --> 01:47:53,755
Ein zurückgestellter Reverser, ein anderer Bremsmodus oder eine

2299
01:47:53,755 --> 01:47:57,383
vorgeschriebene höhere Anfluggeschwindigkeit kann die Strecke verändern.

2300
01:47:57,383 --> 01:48:01,314
Die dazugehörigen Daten müssen verfügbar und zutreffend angewandt sein.

2301
01:48:01,314 --> 01:48:05,061
Auch eine nachträgliche Bahnverkürzung verändert die verfügbare Seite des

2302
01:48:05,061 --> 01:48:05,625
Vergleichs.

2303
01:48:05,625 --> 01:48:09,532
Die Besatzung überwacht deshalb während des Anflugs, ob wesentliche Annahmen

2304
01:48:09,532 --> 01:48:11,177
der Berechnung weiterhin passen.

2305
01:48:11,177 --> 01:48:15,216
Eine aktuelle Zahl ist nur so belastbar wie ihr aktueller Geltungszustand.

2306
01:48:15,216 --> 01:48:18,886
Die Ankunftsbeurteilung ersetzt keine Stabilisierungskriterien und keine

2307
01:48:18,886 --> 01:48:20,925
Entscheidung über einen sicheren Anflug.

2308
01:48:20,925 --> 01:48:23,571
Sie liefert eine notwendige Leistungsgrundlage.

2309
01:48:23,571 --> 01:48:27,375
Ein bestandener Streckenvergleich bedeutet nicht, dass jede tatsächliche

2310
01:48:27,375 --> 01:48:31,233
Schwellenhöhe, jede Überfahrt oder jeder Aufsetzpunkt davon gedeckt wäre.

2311
01:48:31,233 --> 01:48:34,584
Die Flugtechnik muss innerhalb der vorgesehenen Bedingungen bleiben.

2312
01:48:34,584 --> 01:48:38,057
Die Theorie verbindet daher aktuelle Rechnung, eindeutige Datenart und

2313
01:48:38,057 --> 01:48:41,829
verfahrensgerechte Durchführung zu einem zusammenhängenden Landungsnachweis.

2314
01:48:41,829 --> 01:48:45,488
Ein Flugzeug muss einen geplanten Anflug nicht nur bis zur Landung, sondern

2315
01:48:45,488 --> 01:48:48,708
auch bei einem erforderlichen Fehlanflug sicher bewältigen können.

2316
01:48:48,708 --> 01:48:52,596
Dabei sind die vorhandene Leistung, Konfiguration und ein maßgeblicher

2317
01:48:52,596 --> 01:48:54,319
Triebwerkszustand entscheidend.

2318
01:48:54,319 --> 01:48:57,668
Zulassungsnachweise wie Landing Climb mit allen Triebwerken und Approach

2319
01:48:57,668 --> 01:49:00,925
Climb unter Ausfallbedingungen verwenden unterschiedliche Bedingungen.

2320
01:49:00,925 --> 01:49:03,291
Ihre Zahlen dürfen nicht verwechselt werden.

2321
01:49:03,291 --> 01:49:06,495
Ein günstiger Nachweis in sauberer Konfiguration beschreibt nicht

2322
01:49:06,495 --> 01:49:09,649
automatisch den frühen Durchstartzustand mit höherem Widerstand.

2323
01:49:09,649 --> 01:49:13,443
Ein räumliches Modell hilft, den Übergang vom sinkenden Flugweg zu einem

2324
01:49:13,443 --> 01:49:15,708
steigenden Flugweg gedanklich zu verfolgen.

2325
01:49:15,708 --> 01:49:20,029
Geschwindigkeit, Triebwerksaufbau und Konfiguration entwickeln sich über die

2326
01:49:20,029 --> 01:49:20,314
Zeit.

2327
01:49:20,314 --> 01:49:23,724
Der Wechsel ist daher keine mathematische Ecke ohne Wegverlust.

2328
01:49:23,724 --> 01:49:27,343
Der zur Hindernisprüfung verwendete Fehlanflugweg muss die vorgesehenen

2329
01:49:27,343 --> 01:49:28,720
Leistungsannahmen erfüllen.

2330
01:49:28,720 --> 01:49:32,044
Diese Darstellung erklärt den Nachweis und gibt keine universelle

2331
01:49:32,044 --> 01:49:35,471
Reihenfolge von Schub-, Nick- oder Konfigurationshandlungen für ein

2332
01:49:35,471 --> 01:49:36,545
konkretes Muster vor.

2333
01:49:36,545 --> 01:49:40,298
Für eine geometrische Rechenprobe ist ein erforderlicher Gradient von vier

2334
01:49:40,298 --> 01:49:41,262
Prozent vorgegeben.

2335
01:49:41,262 --> 01:49:44,986
Bei einer Grundgeschwindigkeit von hundertfünfzig Knoten legt das Flugzeug

2336
01:49:44,986 --> 01:49:47,352
zweieinhalb nautische Meilen pro Minute zurück.

2337
01:49:47,352 --> 01:49:50,922
Vier Prozent entsprechen ungefähr zweihundertdreiundvierzig Fuß je

2338
01:49:50,922 --> 01:49:51,841
nautischer Meile.

2339
01:49:51,841 --> 01:49:55,751
Daraus ergibt sich eine erforderliche Steigrate von etwa sechshundertsieben

2340
01:49:55,751 --> 01:49:56,533
Fuß pro Minute.

2341
01:49:56,533 --> 01:50:00,272
Eine tatsächlich verfügbare Steigrate von fünfhundertfünfzig Fuß pro Minute

2342
01:50:00,272 --> 01:50:04,012
würde bei dieser Grundgeschwindigkeit nur ungefähr drei Komma sechs Prozent

2343
01:50:04,012 --> 01:50:04,410
ergeben.

2344
01:50:04,410 --> 01:50:06,462
Der Gradient wäre nicht erreicht.

2345
01:50:06,462 --> 01:50:10,420
Diese Umrechnung ist wichtig, weil Karten einen Gradient veröffentlichen

2346
01:50:10,420 --> 01:50:13,279
können, während Instrumente eine Steigrate anzeigen.

2347
01:50:13,279 --> 01:50:16,109
Die Zuordnung hängt von der Grundgeschwindigkeit ab.

2348
01:50:16,109 --> 01:50:19,466
Mehr Rückenwind kann bei gleicher Steigrate den über Grund erreichten

2349
01:50:19,466 --> 01:50:20,439
Gradient verringern.

2350
01:50:20,439 --> 01:50:24,364
Ein Gegenwind kann ihn verbessern, soweit die anwendbaren Nachweisannahmen

2351
01:50:24,364 --> 01:50:25,690
eine Anrechnung erlauben.

2352
01:50:25,690 --> 01:50:28,958
Wir ersetzen die vorgeschriebene Windbehandlung nicht durch eine frei

2353
01:50:28,958 --> 01:50:30,521
gewählte günstige Momentaufnahme.

2354
01:50:30,521 --> 01:50:34,526
Ein fiktiver Platz besitzt eine lange Landebahn, aber einen anspruchsvollen

2355
01:50:34,526 --> 01:50:36,394
Fehlanflug über steigendes Gelände.

2356
01:50:36,394 --> 01:50:40,514
Die Landestrecke erlaubt sechzig Tonnen, der maßgebliche Durchstartnachweis

2357
01:50:40,514 --> 01:50:41,942
nur achtundfünfzig Tonnen.

2358
01:50:41,942 --> 01:50:44,588
Die Bahnlänge löst diese Steigbegrenzung nicht.

2359
01:50:44,588 --> 01:50:48,253
Mögliche zulässige Änderungen können eine geringere Masse, eine andere

2360
01:50:48,253 --> 01:50:52,232
geeignete Anflugmöglichkeit oder eine anders nachgewiesene Planung umfassen.

2361
01:50:52,232 --> 01:50:55,625
Welche Lösung tatsächlich möglich ist, ergibt sich aus den gültigen

2362
01:50:55,625 --> 01:50:58,612
Unterlagen und gegebenenfalls erforderlichen Genehmigungen.

2363
01:50:58,612 --> 01:51:01,992
Für die Prüfung unterscheiden wir schließlich den publizierten normalen

2364
01:51:01,992 --> 01:51:04,324
Fehlanflug und eine besondere Ausfallbetrachtung.

2365
01:51:04,324 --> 01:51:06,980
Beide können unterschiedliche Annahmen besitzen.

2366
01:51:06,980 --> 01:51:10,904
Die vorhandene Flugzeugleistung muss zum jeweils verlangten Nachweis passen.

2367
01:51:10,904 --> 01:51:14,341
Eine freigegebene Route ist nicht allein durch ihre Veröffentlichung für

2368
01:51:14,341 --> 01:51:17,492
jede Masse und jeden Triebwerkszustand leistungsseitig erreichbar.

2369
01:51:17,492 --> 01:51:21,650
Der vollständige Anflugplan verbindet deshalb Landung, mögliche Fortsetzung

2370
01:51:21,650 --> 01:51:23,813
und die dazugehörige Hindernisfreiheit.

2371
01:51:23,813 --> 01:51:27,548
Ein Flugzeug kann innerhalb einer vorhandenen Strecke anhalten und trotzdem

2372
01:51:27,548 --> 01:51:29,441
eine Bremsenergiegrenze überschreiten.

2373
01:51:29,441 --> 01:51:33,599
Die Streckenfrage lautet, ob genügend Verzögerungsweg vorhanden ist.

2374
01:51:33,599 --> 01:51:37,190
Die Energiefrage lautet, ob die beteiligten Bauteile die aufzunehmende

2375
01:51:37,190 --> 01:51:39,755
Energie unter den gegebenen Bedingungen vertragen.

2376
01:51:39,755 --> 01:51:43,267
Beide Nachweise hängen zusammen, sind aber nicht identisch.

2377
01:51:43,267 --> 01:51:46,674
Eine lange Stopway hebt deshalb keine Bremsenergiegrenze auf.

2378
01:51:46,674 --> 01:51:50,146
Auch eine kurze rechnerische Bremsstrecke bedeutet nicht automatisch eine

2379
01:51:50,146 --> 01:51:51,715
geringe thermische Beanspruchung.

2380
01:51:51,715 --> 01:51:55,367
Die anfängliche Bewegungsenergie verteilt sich auf mehrere Abbauwege.

2381
01:51:55,367 --> 01:51:58,484
Radbremsen nehmen einen großen Anteil als Wärme auf.

2382
01:51:58,484 --> 01:52:02,288
Aerodynamischer Widerstand und gegebenenfalls Umkehrschub können andere

2383
01:52:02,288 --> 01:52:03,306
Anteile übernehmen.

2384
01:52:03,306 --> 01:52:07,102
Welche Beiträge in einer Leistungsberechnung berücksichtigt werden, hängt

2385
01:52:07,102 --> 01:52:09,598
vom Nachweis und von der Systemverfügbarkeit ab.

2386
01:52:09,598 --> 01:52:12,583
Ein fehlender Beitrag kann daher sowohl den Weg als auch die

2387
01:52:12,583 --> 01:52:13,976
Energieverteilung verändern.

2388
01:52:13,976 --> 01:52:17,631
Ein reiner Vergleich der Anfangsenergie mit einer einzelnen pauschalen Zahl

2389
01:52:17,631 --> 01:52:19,630
reicht für reale Mustergrenzen nicht aus.

2390
01:52:19,630 --> 01:52:23,552
Ein fiktives Flugzeug mit sechzigtausend Kilogramm rollt mit fünfundsiebzig

2391
01:52:23,552 --> 01:52:24,546
Metern pro Sekunde.

2392
01:52:24,546 --> 01:52:28,087
Seine Bewegungsenergie beträgt eine Hälfte mal sechzigtausend mal

2393
01:52:28,087 --> 01:52:30,157
fünftausendsechshundertfünfundzwanzig.

2394
01:52:30,157 --> 01:52:33,533
Das sind hundertachtundsechzig Komma sieben fünf Millionen Joule.

2395
01:52:33,533 --> 01:52:37,215
Würden in einem reinen Lehrmodell achtzig Prozent davon in den Radbremsen

2396
01:52:37,215 --> 01:52:40,292
aufgenommen, wären das hundertfünfunddreißig Millionen Joule.

2397
01:52:40,292 --> 01:52:42,704
Die angenommene Verteilung ist erfunden.

2398
01:52:42,704 --> 01:52:46,591
Sie illustriert lediglich, weshalb die thermische Beanspruchung erheblich

2399
01:52:46,591 --> 01:52:47,124
sein kann.

2400
01:52:47,124 --> 01:52:50,667
Reifen besitzen ebenfalls Geschwindigkeits- und Belastungsgrenzen.

2401
01:52:50,667 --> 01:52:54,532
Für den Reifen ist die tatsächliche Rollgeschwindigkeit über Grund relevant.

2402
01:52:54,532 --> 01:52:58,358
Hohe Dichtehöhe erhöht bei gleichem aerodynamischem Abhebezustand die TAS,

2403
01:52:58,358 --> 01:53:01,253
Rückenwind kann die Grundgeschwindigkeit weiter erhöhen.

2404
01:53:01,253 --> 01:53:04,744
Deshalb kann eine Reifengrenze eine Startmasse oder Geschwindigkeit

2405
01:53:04,744 --> 01:53:07,297
begrenzen, obwohl die Bahnstrecke lang genug ist.

2406
01:53:07,297 --> 01:53:10,583
Eine niedrige angezeigte Fahrt allein beweist nicht, dass die

2407
01:53:10,583 --> 01:53:12,199
Reifenbelastung gering bleibt.

2408
01:53:12,199 --> 01:53:15,460
Vorherige Bremsungen beeinflussen den Ausgangszustand.

2409
01:53:15,460 --> 01:53:19,116
Ein langer Rollweg mit wiederholtem Bremsen, eine vorangegangene Landung

2410
01:53:19,116 --> 01:53:21,654
oder ein Startabbruch kann die Temperatur erhöhen.

2411
01:53:21,654 --> 01:53:25,812
Abkühlzeiten, Temperaturanzeigen und die dafür vorgesehenen Leistungs- oder

2412
01:53:25,812 --> 01:53:27,919
Wartungsgrenzen sind musterspezifisch.

2413
01:53:27,919 --> 01:53:31,880
Man darf keine allgemeine Wartezeit erfinden und daraus eine universelle

2414
01:53:31,880 --> 01:53:32,870
Freigabe ableiten.

2415
01:53:32,870 --> 01:53:36,109
Auch eine äußerlich unauffällige Bremse ist nicht automatisch wieder

2416
01:53:36,109 --> 01:53:37,967
innerhalb aller zulässigen Bedingungen.

2417
01:53:37,967 --> 01:53:41,861
Für die Theorie unterscheiden wir daher drei Ebenen: Bewegungsenergie aus

2418
01:53:41,861 --> 01:53:45,754
Masse und Grundgeschwindigkeit, Aufteilung der Abbauarbeit und zulässiger

2419
01:53:45,754 --> 01:53:46,554
Bauteilzustand.

2420
01:53:46,554 --> 01:53:49,836
Die tatsächliche Entscheidung nach einer starken Beanspruchung erfolgt

2421
01:53:49,836 --> 01:53:53,164
anhand der Musterunterlagen und gegebenenfalls technischer Beurteilung.

2422
01:53:53,164 --> 01:53:56,558
Die Leistungsrechnung muss den gültigen Anfangszustand verwenden.

2423
01:53:56,558 --> 01:54:00,338
So verstehen wir, warum das Ergebnis eines ersten Starts nicht ungeprüft auf

2424
01:54:00,338 --> 01:54:03,671
einen unmittelbar folgenden zweiten Versuch übertragen werden kann.

2425
01:54:03,671 --> 01:54:07,479
Wir verbinden nun mehrere Rechenschritte in einem vollständig fiktiven Flug.

2426
01:54:07,479 --> 01:54:10,596
Die geplante Startmasse beträgt sechsundsechzig Tonnen.

2427
01:54:10,596 --> 01:54:14,537
Die Struktur erlaubt siebzig Tonnen, der Bahnnachweis siebenundsechzig, die

2428
01:54:14,537 --> 01:54:18,215
frühe Steigleistung fünfundsechzig Komma acht und die Hindernisanalyse

2429
01:54:18,215 --> 01:54:19,949
fünfundsechzig Komma vier Tonnen.

2430
01:54:19,949 --> 01:54:23,586
Der geplante Verbrauch bis zur Landung beträgt vier Komma fünf Tonnen.

2431
01:54:23,586 --> 01:54:26,855
Am Ziel erlaubt die Struktur vierundsechzig Tonnen, die passende

2432
01:54:26,855 --> 01:54:30,635
Landestreckenrechnung zweiundsechzig und die maßgebliche Durchstartprüfung

2433
01:54:30,635 --> 01:54:31,708
einundsechzig Tonnen.

2434
01:54:31,708 --> 01:54:33,498
Welche Grenze entscheidet?

2435
01:54:33,498 --> 01:54:36,755
Für den Start nehmen wir die kleinste der vier genannten Grenzen.

2436
01:54:36,755 --> 01:54:40,539
Sie beträgt fünfundsechzig Komma vier Tonnen aus dem Hindernisnachweis.

2437
01:54:40,539 --> 01:54:44,059
Die geplanten sechsundsechzig Tonnen überschreiten sie um sechshundert

2438
01:54:44,059 --> 01:54:44,561
Kilogramm.

2439
01:54:44,561 --> 01:54:48,050
Unabhängig davon ergibt die bisherige Planung eine Landemasse von

2440
01:54:48,050 --> 01:54:49,767
einundsechzig Komma fünf Tonnen.

2441
01:54:49,767 --> 01:54:53,125
Diese liegt über der Durchstartgrenze von einundsechzig Tonnen.

2442
01:54:53,125 --> 01:54:55,564
Es bestehen also zwei Leistungsprobleme.

2443
01:54:55,564 --> 01:54:59,202
Eines betrifft den Start, das andere die erwartete Ankunft.

2444
01:54:59,202 --> 01:55:02,575
Wir prüfen eine neue geplante Startmasse von fünfundsechzig Komma drei

2445
01:55:02,575 --> 01:55:05,610
Tonnen mit einem für dieses Lehrmodell unverändert angenommenen

2446
01:55:05,610 --> 01:55:07,778
Streckenverbrauch von vier Komma fünf Tonnen.

2447
01:55:07,778 --> 01:55:11,189
Die erwartete Landemasse beträgt dann sechzig Komma acht Tonnen.

2448
01:55:11,189 --> 01:55:13,851
Sie liegt unter allen drei genannten Zielgrenzen.

2449
01:55:13,851 --> 01:55:17,217
Die Startmasse liegt hundert Kilogramm unter der Hindernisgrenze und

2450
01:55:17,217 --> 01:55:19,246
ebenfalls unter den anderen Startgrenzen.

2451
01:55:19,246 --> 01:55:22,469
Unter den unveränderten Lehrannahmen bestehen nun die betrachteten

2452
01:55:22,469 --> 01:55:23,299
Massenvergleiche.

2453
01:55:23,299 --> 01:55:27,104
Die vollständigen Geschwindigkeiten und Konfigurationen müssen aus dem neuen

2454
01:55:27,104 --> 01:55:28,005
Datensatz stammen.

2455
01:55:28,005 --> 01:55:31,783
Jetzt fällt die verfügbare Ziel-LDA durch eine Baustelle geringer aus.

2456
01:55:31,783 --> 01:55:35,576
Eine aktualisierte passende Streckenrechnung erlaubt nur noch sechzig Komma

2457
01:55:35,576 --> 01:55:36,790
sechs Tonnen Landemasse.

2458
01:55:36,790 --> 01:55:40,705
Der zuvor maßgebliche Durchstartwert von einundsechzig Tonnen ist nun nicht

2459
01:55:40,705 --> 01:55:42,219
mehr die kleinste Zielgrenze.

2460
01:55:42,219 --> 01:55:45,299
Die erwarteten sechzig Komma acht Tonnen überschreiten die neue

2461
01:55:45,299 --> 01:55:47,254
Streckengrenze um zweihundert Kilogramm.

2462
01:55:47,254 --> 01:55:50,884
Die neue Information verschiebt also den Begrenzungsgrund und macht die

2463
01:55:50,884 --> 01:55:52,673
bisherige Lösung erneut ungeeignet.

2464
01:55:52,673 --> 01:55:55,881
Ein Ausweichplatz könnte eine andere Kombination bieten.

2465
01:55:55,881 --> 01:55:59,845
Seine Bahnlänge, Windprognose, Oberfläche und Steigbedingungen müssen mit

2466
01:55:59,845 --> 01:56:02,072
der dort erwarteten Masse geprüft werden.

2467
01:56:02,072 --> 01:56:05,856
Ein günstiger Landestreckenwert allein genügt ebenso wenig wie am Ziel.

2468
01:56:05,856 --> 01:56:09,339
Zusätzlicher Kraftstoff für eine andere Route verändert wiederum die

2469
01:56:09,339 --> 01:56:09,903
Startmasse.

2470
01:56:09,903 --> 01:56:13,753
Dadurch kann eine Lösung für die Ankunft ein neues Startproblem erzeugen.

2471
01:56:13,753 --> 01:56:17,341
Genau solche Rückkopplungen machen die gemeinsame Planung erforderlich.

2472
01:56:17,341 --> 01:56:22,242
Die endgültige Lehrentscheidung muss deshalb eine konsistente Variante

2473
01:56:22,242 --> 01:56:27,492
enthalten: tatsächliche Nutzlast, Kraftstoff, Startposition, Konfiguration,

2474
01:56:27,492 --> 01:56:30,083
Route und geeignete Ankunftsoptionen.

2475
01:56:30,083 --> 01:56:33,262
Jede betrachtete Grenze wird für diese Variante geprüft.

2476
01:56:33,262 --> 01:56:37,014
Ein einzelner gelöster Vergleich darf nicht als Beweis für den gesamten Flug

2477
01:56:37,014 --> 01:56:37,557
erscheinen.

2478
01:56:37,557 --> 01:56:41,136
Die Aufgabe zeigt, weshalb Flugleistung eine Kette von Zustandsnachweisen

2479
01:56:41,136 --> 01:56:44,667
ist und weshalb die kleinste Grenze nach jeder wesentlichen Änderung neu

2480
01:56:44,667 --> 01:56:45,697
bestimmt werden muss.

2481
01:56:45,697 --> 01:56:49,446
Wir schließen mit mehreren kurzen Fragen und ihren vollständigen Lösungen.

2482
01:56:49,446 --> 01:56:54,003
Erste Frage: Ein fiktives Flugzeug hat eine EAS von hundertachtzig Knoten.

2483
01:56:54,003 --> 01:56:57,382
Das Dichteverhältnis beträgt null Komma fünf sechs zwei fünf.

2484
01:56:57,382 --> 01:56:58,861
Wie groß ist die TAS?

2485
01:56:58,861 --> 01:57:02,728
Die Quadratwurzel des Dichteverhältnisses beträgt null Komma sieben fünf.

2486
01:57:02,728 --> 01:57:05,720
Hundertachtzig geteilt durch null Komma sieben fünf ergibt

2487
01:57:05,720 --> 01:57:07,061
zweihundertvierzig Knoten.

2488
01:57:07,061 --> 01:57:10,122
Die Antwort ist TAS, nicht Grundgeschwindigkeit.

2489
01:57:10,122 --> 01:57:13,366
Für die Grundgeschwindigkeit wäre zusätzlich der Windvektor zu

2490
01:57:13,366 --> 01:57:14,203
berücksichtigen.

2491
01:57:14,203 --> 01:57:17,982
Zweite Frage: Eine Bahn besitzt zweitausendzweihundert Meter TORA,

2492
01:57:17,982 --> 01:57:21,017
dreihundert Meter Clearway und hundert Meter Stopway.

2493
01:57:21,017 --> 01:57:24,164
Daraus ergeben sich zweitausendfünfhundert Meter TODA und

2494
01:57:24,164 --> 01:57:26,041
zweitausenddreihundert Meter ASDA.

2495
01:57:26,041 --> 01:57:29,839
Die erforderliche Abbruchstrecke beträgt zweitausenddreihundertzwanzig

2496
01:57:29,839 --> 01:57:30,165
Meter.

2497
01:57:30,165 --> 01:57:32,052
Ist dieser Nachweis erfüllt?

2498
01:57:32,052 --> 01:57:32,910
Nein.

2499
01:57:32,910 --> 01:57:35,416
Er überschreitet die ASDA um zwanzig Meter.

2500
01:57:35,416 --> 01:57:39,060
Die längere TODA darf für den Abbruchvergleich nicht verwendet werden, weil

2501
01:57:39,060 --> 01:57:41,781
die Clearway keinen zusätzlichen Bremsbereich darstellt.

2502
01:57:41,781 --> 01:57:45,073
Dritte Frage: Der Bruttogradient eines ausdrücklich vorgegebenen

2503
01:57:45,073 --> 01:57:48,262
Zweistrahler-Startabschnitts beträgt drei Komma sechs Prozent.

2504
01:57:48,262 --> 01:57:51,792
Für den betrachteten Nachweis ist eine Verminderung um null Komma acht

2505
01:57:51,792 --> 01:57:53,052
Prozentpunkte anzuwenden.

2506
01:57:53,052 --> 01:57:56,362
Der Nettogradient beträgt folglich zwei Komma acht Prozent.

2507
01:57:56,362 --> 01:57:59,850
Über zweitausendfünfhundert Meter horizontale Strecke gewinnt der

2508
01:57:59,850 --> 01:58:01,299
Nettoflugweg siebzig Meter.

2509
01:58:01,299 --> 01:58:03,773
Der Bruttohöhengewinn wäre neunzig Meter.

2510
01:58:03,773 --> 01:58:06,035
Die Differenz beträgt zwanzig Meter.

2511
01:58:06,035 --> 01:58:10,107
Eine relative Multiplikation mit null Komma neun neun zwei wäre die falsche

2512
01:58:10,107 --> 01:58:10,650
Operation.

2513
01:58:10,650 --> 01:58:14,382
Vierte Frage: Eine trockene ungefactorte Jet-Landestrecke beträgt

2514
01:58:14,382 --> 01:58:15,818
neunhundertsechzig Meter.

2515
01:58:15,818 --> 01:58:18,797
Für den bezeichneten normalen Class-A-Dispatchfall gilt die

2516
01:58:18,797 --> 01:58:20,160
sechzig-Prozent-Grundregel.

2517
01:58:20,160 --> 01:58:24,014
Die erforderliche trockene Strecke beträgt neunhundertsechzig geteilt durch

2518
01:58:24,014 --> 01:58:26,687
null Komma sechs, also eintausendsechshundert Meter.

2519
01:58:26,687 --> 01:58:29,939
Fehlen spezifische AFM-Nass-Dispatchdaten und ist die besprochene

2520
01:58:29,939 --> 01:58:33,541
Nass-Grundregel anwendbar, ergibt die Multiplikation mit eins Komma eins

2521
01:58:33,541 --> 01:58:35,543
fünf eintausendachthundertvierzig Meter.

2522
01:58:35,543 --> 01:58:39,533
Wir nennen diese Zahl ausdrücklich Dispatch-Strecke und nicht automatisch

2523
01:58:39,533 --> 01:58:39,806
LDTA.

2524
01:58:39,806 --> 01:58:44,378
Fünfte Frage: Ein aktueller, ausdrücklich noch ungefactorter LDTA-Lehrwert

2525
01:58:44,378 --> 01:58:46,602
beträgt eintausendfünfhundert Meter.

2526
01:58:46,602 --> 01:58:50,244
Im vorgegebenen Ankunftsregelkontext sind hundertfünfzehn Prozent

2527
01:58:50,244 --> 01:58:50,973
erforderlich.

2528
01:58:50,973 --> 01:58:54,195
Das ergibt eintausendsiebenhundertfünfundzwanzig Meter.

2529
01:58:54,195 --> 01:58:57,553
Eine LDA von eintausendsiebenhundert Metern reicht nicht.

2530
01:58:57,553 --> 01:59:01,485
Wäre die Ausgabe bereits als Endwert einschließlich dieser Marge bezeichnet,

2531
01:59:01,485 --> 01:59:04,020
würde die Marge dagegen nicht nochmals angesetzt.

2532
01:59:04,020 --> 01:59:07,357
Die richtige Rechnung hängt somit zuerst von der Datenart ab.

2533
01:59:07,357 --> 01:59:11,127
Sechste Frage: Ein Flugzeug steigt mit sechshundert Fuß pro Minute bei

2534
01:59:11,127 --> 01:59:13,443
hundertzwanzig Knoten Grundgeschwindigkeit.

2535
01:59:13,443 --> 01:59:15,844
Das sind zwei nautische Meilen pro Minute.

2536
01:59:15,844 --> 01:59:19,712
Sechshundert geteilt durch zwei ergibt dreihundert Fuß pro nautischer Meile.

2537
01:59:19,712 --> 01:59:23,000
Geteilt durch ungefähr sechzig Komma sieben sechs Fuß je Prozent und

2538
01:59:23,000 --> 01:59:26,434
nautischer Meile ergibt sich ein Gradient von rund vier Komma neun vier

2539
01:59:26,434 --> 01:59:26,821
Prozent.

2540
01:59:26,821 --> 01:59:30,451
Bei höherer Grundgeschwindigkeit und unveränderter Steigrate wäre der

2541
01:59:30,451 --> 01:59:31,345
Gradient kleiner.

2542
01:59:31,345 --> 01:59:33,621
Die letzte Frage ist konzeptionell.

2543
01:59:33,621 --> 01:59:37,309
Beweist eine ausreichende Startstrecke automatisch Hindernisfreiheit und

2544
01:59:37,309 --> 01:59:38,795
ausreichende Landung am Ziel?

2545
01:59:38,795 --> 01:59:39,653
Nein.

2546
01:59:39,653 --> 01:59:44,143
Strecken, Steigleistung, räumlicher Flugweg, Steuerbarkeit und Massenlimits

2547
01:59:44,143 --> 01:59:45,820
sind verschiedene Nachweise.

2548
01:59:45,820 --> 01:59:49,564
Eine belastbare Lösung verbindet sie für denselben Flugzeugzustand und

2549
01:59:49,564 --> 01:59:50,473
dieselbe Planung.

2550
01:59:50,473 --> 01:59:54,580
Genau darin liegt die Kompetenz dieses Fachs: die passende Größe auswählen,

2551
01:59:54,580 --> 01:59:58,631
mit gültigen Daten rechnen, das Ergebnis überprüfen und seine tatsächliche

2552
01:59:58,631 --> 02:00:00,000
Aussage präzise benennen.
