← Zurück zum CPL(A)-VideoCPL(A) · FACH 032
Flugleistung
Start- und Landestrecken, Dichtehöhe, Steigen, Hindernisse und die Grenzen vereinfachter Leistungsrechnungen.
Dieses Lernvideo bietet Grundlagen und Beispiele. Es deckt den vorgeschriebenen ATO-Theorielehrgang nicht vollständig ab. Zahlen und Darstellungen sind Lehrbeispiele; für den Betrieb gelten die maßgeblichen Vorschriften und Flugzeugunterlagen.
00:00:00 · Leistung ist situationsabhängig
Flugleistung beschreibt, was ein Flugzeug unter definierten Bedingungen leisten kann. Ein Handbuchwert gilt nur zusammen mit seinen Voraussetzungen. Masse, Konfiguration, Druckhöhe, Temperatur, Wind und Bahnzustand beeinflussen das Ergebnis. Für die CPL-Theorie musst du nicht nur Tabellen lesen, sondern auch erkennen, welcher Leistungsnachweis verlangt wird. Die Startrollstrecke ist zum Beispiel nicht dasselbe wie die Startstrecke bis zu einer festgelegten Höhe. Lies deshalb zuerst Überschrift, Bedingungen, Einheiten und Fußnoten, bevor du interpolierst oder Korrekturfaktoren anwendest.
00:00:46 · Dichtehöhe verstehen
Die Dichtehöhe beschreibt die Höhe in der Standardatmosphäre, die zur tatsächlichen Luftdichte passt. Hohe Temperatur und hohe Druckhöhe erhöhen typischerweise die Dichtehöhe. Beim nicht aufgeladenen Kolbenmotor kann dadurch weniger Leistung verfügbar sein; auch Propeller und Tragfläche arbeiten unter anderen Bedingungen. Für denselben erforderlichen dynamischen Druck ist eine höhere wahre Geschwindigkeit nötig. Dadurch kann die Bodenstrecke wachsen. Die Dichtehöhe allein ist aber kein Ersatz für eine Handbuchrechnung. Sie erklärt den Trend, während das Handbuch den anwendbaren Leistungswert liefert.
00:01:30 · Startstrecken sauber unterscheiden
Die Startrollstrecke endet beim Abheben. Die Startstrecke umfasst je nach Definition zusätzlich den Flug bis zur angegebenen Bezugshöhe. Auf der Flugplatzseite stehen deklarierte Strecken wie TORA, TODA und ASDA. Sie bedeuten verfügbare Startlaufstrecke, verfügbare Startstrecke und verfügbare Startabbruchstrecke. Diese Begriffe sind nicht austauschbar. Besonders bei komplexeren Leistungsnachweisen musst du die geforderte Strecke mit der passenden verfügbaren Strecke vergleichen. Eine ausreichend lange Asphaltfläche allein beweist außerdem keine ausreichende Hindernisfreiheit nach dem Start.
00:02:14 · Steigwinkel und Steigrate
Steigrate ist Höhengewinn pro Zeit, zum Beispiel Fuß pro Minute. Ein Gradient beschreibt Höhengewinn pro horizontaler Strecke. Für einen bodenbezogenen Gradienten ist die Geschwindigkeit über Grund wichtig. Bei gleicher Steigrate bewirkt eine höhere Groundspeed einen geringeren Höhengewinn je zurückgelegter Bodenstrecke. Die Geschwindigkeiten für besten Steigwinkel und beste Steigrate erfüllen unterschiedliche Ziele und ändern sich mit den Bedingungen. Verwende die Werte des Handbuchs. Eine hohe Steigrate im Cockpit genügt nicht als alleiniger Nachweis dafür, dass ein Hindernis sicher überflogen wird.
00:02:57 · Rechenbeispiel: Gradient
Wir nehmen einen stationären Steigflug mit fünfhundert Fuß pro Minute und einhundert Knoten Groundspeed an. Einhundert Knoten sind einhundert nautische Meilen je Stunde, also rund zehntausendeinhundertsiebenundzwanzig Fuß pro Minute. Teile fünfhundert durch zehntausendeinhundertsiebenundzwanzig. Das ergibt ungefähr null Komma null vier neun, also vier Komma neun Prozent. Diese Rechnung beschreibt den bodenbezogenen Gradienten unter den gegebenen Bedingungen. Geforderte betriebliche Margen und Hindernisnachweise bleiben zusätzlich zu berücksichtigen. Beachte immer, ob eine Aufgabe einen Winkel, einen Prozentwert oder einen Höhengewinn je nautischer Meile verlangt.
00:03:46 · Landung und Bahnzustand
Die Landestrecke hängt unter anderem von Anfluggeschwindigkeit, Masse, Wind, Bahnlängsneigung, Oberfläche und Bremswirkung ab. Zusätzliche Geschwindigkeit erhöht die abzubauende Bewegungsenergie quadratisch. Eine nasse oder kontaminierte Bahn darf nicht mit einem frei erfundenen Zuschlag behandelt werden. Verwende die zugelassenen Daten und die zur Betriebsart passenden Faktoren. Prüfe auch, ob ein Wert eine reine Demonstrationsstrecke oder bereits einen betrieblich fakturierten Wert beschreibt. Derselbe Faktor darf nicht versehentlich zweimal oder gar nicht berücksichtigt werden.
00:04:29 · Mehrmotorig und ein Triebwerk ausgefallen
Fällt bei einem mehrmotorigen Flugzeug ein Triebwerk aus, wird nicht einfach die ursprüngliche Steigrate halbiert. Überschussleistung, zusätzlicher Widerstand und asymmetrischer Schub bestimmen die verbleibende Leistung. Die Mindestkontrollgeschwindigkeit beschreibt unter definierten Bedingungen eine Beherrschbarkeitsgrenze, keine garantierte Steigfähigkeit. Konfiguration, Propellerzustand, Masse und Umgebungsbedingungen sind entscheidend. Ein Flugzeug kann steuerbar sein und trotzdem nicht steigen. Für den Nachweis nutzt du die jeweils passenden Einmotoren-Leistungsdaten und Verfahren. Übertrage diese nicht von einem anderen Muster.
00:05:15 · Lernkontrolle
Erste Frage: Die Steigrate bleibt gleich, während sich die Groundspeed verdoppelt. Wie verändert sich der bodenbezogene Steiggradient? Zweite Frage: Bei einem zweimotorigen Flugzeug liegt die Geschwindigkeit nach einem Triebwerksausfall oberhalb der unter passenden Bedingungen maßgeblichen Mindestkontrollgeschwindigkeit. Ist damit positive Steigleistung garantiert? Halte das Video an und begründe beide Antworten. Trenne in der ersten Aufgabe Zeit und Strecke, in der zweiten Aufgabe Beherrschbarkeit und Leistungsfähigkeit.
00:06:00 · Lösungen und Vertiefung
Bei gleicher Steigrate und doppelter Groundspeed halbiert sich der bodenbezogene Gradient. Oberhalb der maßgeblichen Mindestkontrollgeschwindigkeit zu sein garantiert keine positive Steigleistung. Merke dir: Bedingungen festlegen, richtige Datenseite wählen, korrekt rechnen und mit dem passenden verfügbaren Wert vergleichen. Zur weiteren CPL-Vorbereitung gehören Leistungsdiagramme, Interpolation, Reichweite und Ausdauer, Startabbruch, Anflug- und Landenachweise sowie mehrmotorige Leistungsgrenzen. Die Betriebsart bestimmt zusätzliche Anforderungen. Verwende die Rechenbeispiele als Übung des Verfahrens und nicht als Daten für einen tatsächlichen Flug.
Quellen und Vertiefung
Die Erklärungen, Beispiele und Lernfragen sind eigenständig erstellt. Die Quellen dienen zur fachlichen Einordnung und weiteren Vertiefung. FAA-Unterlagen werden für technische Grundlagen verwendet; US-Rechtsregeln werden nicht auf EASA-Flüge übertragen.
- EASA: Aircrew und CPL-LernzieleFCL.310 und AMC1 FCL.310; CPL(A)-Lernziele nach Fachcodes. Die Reihe behandelt einen Einstieg und ausgewählte Kernzusammenhänge je Fach.
- EASA: Air OperationsBetriebsarten, Vorbereitung, Kraftstoff, Leistung und betriebliche Verfahren. Revision 24, März 2026; zusätzliche spätere Änderungen im Einzelfall prüfen.
- FAA: Pilot’s Handbook of Aeronautical KnowledgeTechnische Grundlagen zu Aerodynamik, Systemen, Instrumenten, Masse und Schwerpunkt, Leistung, Wetter, Navigation und menschlichen Faktoren. Europäische Betriebs- und Lizenzregeln werden separat über EASA eingeordnet.
- FAA: Airplane Flying HandbookFlugmechanische Grundlagen und Zusammenhang zwischen Energie, Konfiguration und Flugweg. Musterverfahren und betriebliche Grenzwerte stets aus dem gültigen Flughandbuch.
Quellenprüfung: 14. Oktober 2026. Aktuelle Änderungen und den Ausbildungsumfang mit der ATO prüfen.