WEBVTT

00:00:00.300 --> 00:00:05.211
Flugleistung beschreibt, was ein Flugzeug unter definierten Bedingungen

00:00:05.211 --> 00:00:06.110
leisten kann.

00:00:06.210 --> 00:00:10.430
Ein Handbuchwert gilt nur zusammen mit seinen Voraussetzungen.

00:00:10.530 --> 00:00:16.532
Masse, Konfiguration, Druckhöhe, Temperatur, Wind und Bahnzustand

00:00:16.532 --> 00:00:18.933
beeinflussen das Ergebnis.

00:00:19.033 --> 00:00:23.729
Für die CPL-Theorie musst du nicht nur Tabellen lesen, sondern auch

00:00:23.729 --> 00:00:27.234
erkennen, welcher Leistungsnachweis verlangt wird.

00:00:27.334 --> 00:00:31.828
Die Startrollstrecke ist zum Beispiel nicht dasselbe wie die Startstrecke

00:00:31.828 --> 00:00:33.737
bis zu einer festgelegten Höhe.

00:00:33.837 --> 00:00:39.784
Lies deshalb zuerst Überschrift, Bedingungen, Einheiten und Fußnoten, bevor

00:00:39.784 --> 00:00:43.749
du interpolierst oder Korrekturfaktoren anwendest.

00:00:46.300 --> 00:00:50.891
Die Dichtehöhe beschreibt die Höhe in der Standardatmosphäre, die zur

00:00:50.891 --> 00:00:52.954
tatsächlichen Luftdichte passt.

00:00:53.054 --> 00:00:58.002
Hohe Temperatur und hohe Druckhöhe erhöhen typischerweise die Dichtehöhe.

00:00:58.102 --> 00:01:02.990
Beim nicht aufgeladenen Kolbenmotor kann dadurch weniger Leistung verfügbar

00:01:02.990 --> 00:01:07.618
sein; auch Propeller und Tragfläche arbeiten unter anderen Bedingungen.

00:01:07.718 --> 00:01:12.189
Für denselben erforderlichen dynamischen Druck ist eine höhere wahre

00:01:12.189 --> 00:01:13.635
Geschwindigkeit nötig.

00:01:13.735 --> 00:01:16.432
Dadurch kann die Bodenstrecke wachsen.

00:01:16.532 --> 00:01:21.066
Die Dichtehöhe allein ist aber kein Ersatz für eine Handbuchrechnung.

00:01:21.166 --> 00:01:26.507
Sie erklärt den Trend, während das Handbuch den anwendbaren Leistungswert

00:01:26.507 --> 00:01:27.093
liefert.

00:01:30.300 --> 00:01:33.335
Die Startrollstrecke endet beim Abheben.

00:01:33.435 --> 00:01:38.281
Die Startstrecke umfasst je nach Definition zusätzlich den Flug bis zur

00:01:38.281 --> 00:01:39.851
angegebenen Bezugshöhe.

00:01:39.951 --> 00:01:45.599
Auf der Flugplatzseite stehen deklarierte Strecken wie TORA, TODA und ASDA.

00:01:45.699 --> 00:01:50.746
Sie bedeuten verfügbare Startlaufstrecke, verfügbare Startstrecke und

00:01:50.746 --> 00:01:53.013
verfügbare Startabbruchstrecke.

00:01:53.113 --> 00:01:55.949
Diese Begriffe sind nicht austauschbar.

00:01:56.049 --> 00:02:00.216
Besonders bei komplexeren Leistungsnachweisen musst du die geforderte

00:02:00.216 --> 00:02:03.719
Strecke mit der passenden verfügbaren Strecke vergleichen.

00:02:03.819 --> 00:02:08.145
Eine ausreichend lange Asphaltfläche allein beweist außerdem keine

00:02:08.145 --> 00:02:11.161
ausreichende Hindernisfreiheit nach dem Start.

00:02:14.300 --> 00:02:19.504
Steigrate ist Höhengewinn pro Zeit, zum Beispiel Fuß pro Minute.

00:02:19.604 --> 00:02:23.919
Ein Gradient beschreibt Höhengewinn pro horizontaler Strecke.

00:02:24.019 --> 00:02:28.552
Für einen bodenbezogenen Gradienten ist die Geschwindigkeit über Grund

00:02:28.552 --> 00:02:29.070
wichtig.

00:02:29.170 --> 00:02:33.572
Bei gleicher Steigrate bewirkt eine höhere Groundspeed einen geringeren

00:02:33.572 --> 00:02:36.237
Höhengewinn je zurückgelegter Bodenstrecke.

00:02:36.337 --> 00:02:40.710
Die Geschwindigkeiten für besten Steigwinkel und beste Steigrate erfüllen

00:02:40.710 --> 00:02:44.245
unterschiedliche Ziele und ändern sich mit den Bedingungen.

00:02:44.345 --> 00:02:46.974
Verwende die Werte des Handbuchs.

00:02:47.074 --> 00:02:52.062
Eine hohe Steigrate im Cockpit genügt nicht als alleiniger Nachweis dafür,

00:02:52.062 --> 00:02:54.892
dass ein Hindernis sicher überflogen wird.

00:02:57.300 --> 00:03:02.239
Wir nehmen einen stationären Steigflug mit fünfhundert Fuß pro Minute und

00:03:02.239 --> 00:03:04.471
einhundert Knoten Groundspeed an.

00:03:04.571 --> 00:03:09.449
Einhundert Knoten sind einhundert nautische Meilen je Stunde, also rund

00:03:09.449 --> 00:03:13.090
zehntausendeinhundertsiebenundzwanzig Fuß pro Minute.

00:03:13.190 --> 00:03:17.634
Teile fünfhundert durch zehntausendeinhundertsiebenundzwanzig.

00:03:17.734 --> 00:03:23.320
Das ergibt ungefähr null Komma null vier neun, also vier Komma neun Prozent.

00:03:23.420 --> 00:03:28.094
Diese Rechnung beschreibt den bodenbezogenen Gradienten unter den gegebenen

00:03:28.094 --> 00:03:28.842
Bedingungen.

00:03:28.942 --> 00:03:33.871
Geforderte betriebliche Margen und Hindernisnachweise bleiben zusätzlich zu

00:03:33.871 --> 00:03:34.923
berücksichtigen.

00:03:35.023 --> 00:03:40.159
Beachte immer, ob eine Aufgabe einen Winkel, einen Prozentwert oder einen

00:03:40.159 --> 00:03:43.044
Höhengewinn je nautischer Meile verlangt.

00:03:46.300 --> 00:03:52.296
Die Landestrecke hängt unter anderem von Anfluggeschwindigkeit, Masse, Wind,

00:03:52.296 --> 00:03:56.162
Bahnlängsneigung, Oberfläche und Bremswirkung ab.

00:03:56.262 --> 00:04:00.870
Zusätzliche Geschwindigkeit erhöht die abzubauende Bewegungsenergie

00:04:00.870 --> 00:04:01.695
quadratisch.

00:04:01.795 --> 00:04:06.389
Eine nasse oder kontaminierte Bahn darf nicht mit einem frei erfundenen

00:04:06.389 --> 00:04:08.072
Zuschlag behandelt werden.

00:04:08.172 --> 00:04:13.295
Verwende die zugelassenen Daten und die zur Betriebsart passenden Faktoren.

00:04:13.395 --> 00:04:18.377
Prüfe auch, ob ein Wert eine reine Demonstrationsstrecke oder bereits einen

00:04:18.377 --> 00:04:21.100
betrieblich fakturierten Wert beschreibt.

00:04:21.200 --> 00:04:25.300
Derselbe Faktor darf nicht versehentlich zweimal oder gar nicht

00:04:25.300 --> 00:04:26.732
berücksichtigt werden.

00:04:29.300 --> 00:04:34.359
Fällt bei einem mehrmotorigen Flugzeug ein Triebwerk aus, wird nicht einfach

00:04:34.359 --> 00:04:36.822
die ursprüngliche Steigrate halbiert.

00:04:36.922 --> 00:04:41.376
Überschussleistung, zusätzlicher Widerstand und asymmetrischer Schub

00:04:41.376 --> 00:04:43.735
bestimmen die verbleibende Leistung.

00:04:43.835 --> 00:04:48.682
Die Mindestkontrollgeschwindigkeit beschreibt unter definierten Bedingungen

00:04:48.682 --> 00:04:52.753
eine Beherrschbarkeitsgrenze, keine garantierte Steigfähigkeit.

00:04:52.853 --> 00:04:58.383
Konfiguration, Propellerzustand, Masse und Umgebungsbedingungen sind

00:04:58.383 --> 00:04:59.441
entscheidend.

00:04:59.541 --> 00:05:03.685
Ein Flugzeug kann steuerbar sein und trotzdem nicht steigen.

00:05:03.785 --> 00:05:08.528
Für den Nachweis nutzt du die jeweils passenden Einmotoren-Leistungsdaten

00:05:08.528 --> 00:05:09.438
und Verfahren.

00:05:09.538 --> 00:05:12.863
Übertrage diese nicht von einem anderen Muster.

00:05:15.300 --> 00:05:20.569
Erste Frage: Die Steigrate bleibt gleich, während sich die Groundspeed

00:05:20.569 --> 00:05:21.397
verdoppelt.

00:05:21.497 --> 00:05:25.115
Wie verändert sich der bodenbezogene Steiggradient?

00:05:25.215 --> 00:05:29.756
Zweite Frage: Bei einem zweimotorigen Flugzeug liegt die Geschwindigkeit

00:05:29.756 --> 00:05:34.108
nach einem Triebwerksausfall oberhalb der unter passenden Bedingungen

00:05:34.108 --> 00:05:36.883
maßgeblichen Mindestkontrollgeschwindigkeit.

00:05:36.983 --> 00:05:40.515
Ist damit positive Steigleistung garantiert?

00:05:40.615 --> 00:05:44.314
Halte das Video an und begründe beide Antworten.

00:05:44.414 --> 00:05:49.090
Trenne in der ersten Aufgabe Zeit und Strecke, in der zweiten Aufgabe

00:05:49.090 --> 00:05:51.801
Beherrschbarkeit und Leistungsfähigkeit.

00:06:00.300 --> 00:06:04.598
Bei gleicher Steigrate und doppelter Groundspeed halbiert sich der

00:06:04.598 --> 00:06:06.096
bodenbezogene Gradient.

00:06:06.196 --> 00:06:11.154
Oberhalb der maßgeblichen Mindestkontrollgeschwindigkeit zu sein garantiert

00:06:11.154 --> 00:06:13.071
keine positive Steigleistung.

00:06:13.171 --> 00:06:18.252
Merke dir: Bedingungen festlegen, richtige Datenseite wählen, korrekt

00:06:18.252 --> 00:06:22.597
rechnen und mit dem passenden verfügbaren Wert vergleichen.

00:06:22.697 --> 00:06:28.322
Zur weiteren CPL-Vorbereitung gehören Leistungsdiagramme, Interpolation,

00:06:28.322 --> 00:06:33.868
Reichweite und Ausdauer, Startabbruch, Anflug- und Landenachweise sowie

00:06:33.868 --> 00:06:36.212
mehrmotorige Leistungsgrenzen.

00:06:36.312 --> 00:06:40.118
Die Betriebsart bestimmt zusätzliche Anforderungen.

00:06:40.218 --> 00:06:44.817
Verwende die Rechenbeispiele als Übung des Verfahrens und nicht als Daten

00:06:44.817 --> 00:06:46.643
für einen tatsächlichen Flug.
