← Zurück zum CPL(A)-VideoCPL(A) · FACH 033
Flugplanung und Flugüberwachung
Route, Flughöhe, Zeit, Kraftstoff, Alternativen und die laufende Kontrolle von Planwerten im Flug.
Dieses Lernvideo bietet Grundlagen und Beispiele. Es deckt den vorgeschriebenen ATO-Theorielehrgang nicht vollständig ab. Zahlen und Darstellungen sind Lehrbeispiele; für den Betrieb gelten die maßgeblichen Vorschriften und Flugzeugunterlagen.
00:00:00 · Aus Daten einen belastbaren Plan machen
Flugplanung verbindet die Ergebnisse vieler anderer Fächer. Eine Route muss zum Luftraum, Gelände, Wetter und Flugzeug passen. Aus Masse, Flughöhe und Leistungsdaten ergeben sich Geschwindigkeiten und Verbräuche. Der Plan enthält außerdem Alternativen für vorhersehbare Änderungen. Eine professionelle Planung endet nicht beim Start. Lege bereits am Boden fest, an welchen Punkten du Wetter, Zeit und Kraftstoff neu bewertest. Ein Plan ist dann nützlich, wenn er im Flug mit der Wirklichkeit verglichen werden kann und rechtzeitig eine Entscheidung ermöglicht.
00:00:43 · Route und Höhe wählen
Der geometrisch kürzeste Weg ist nicht immer die geeignete Route. Kontrollierte oder beschränkte Lufträume, Gelände, Wetter und verfügbare Ausweichflugplätze können eine andere Führung erfordern. Die Höhe muss zu den Flugregeln, Mindesthöhen, veröffentlichten Verfahren und der Flugzeugleistung passen. Prüfe außerdem den Wind in der vorgesehenen Höhe. Bei Instrumentenflügen kommen die veröffentlichten Verfahrens- und Streckenanforderungen hinzu. Achte bei jeder Planung darauf, ob du eine vorgeschriebene Mindesthöhe, eine geplante Reiseflughöhe oder eine taktische Freigabe betrachtest.
00:01:27 · Zeit aus Strecke und Groundspeed
Die Flugzeit eines Abschnitts ergibt sich aus Strecke durch Groundspeed. Knoten sind nautische Meilen pro Stunde. Deshalb ist das erste Rechenergebnis bei diesen Einheiten in Stunden. Erst anschließend multiplizierst du mit sechzig für Minuten. Verwende die Groundspeed, nicht ungeprüft die wahre Eigengeschwindigkeit. Für einen vollständigen Flug kommen Steig- und Sinkflug, Verfahren, erwartete Verzögerungen und gegebenenfalls Rollzeiten hinzu. Ein einzelner Reiseflugabschnitt darf nicht unbemerkt als Gesamtflugzeit ausgegeben werden. Führe die Einheiten in jeder Zeile mit.
00:02:11 · Kraftstoff strukturiert planen
Die erforderlichen Kraftstoffbestandteile hängen von der Betriebsart und den anwendbaren Regeln ab. Unterscheide mindestens den Bedarf für den geplanten Flug von den zusätzlich erforderlichen Mengen und Reserven. Plane Steigflug, Reiseflug, Sinkflug, mögliche Ausweichführung und erwartbare Verzögerungen mit passenden Daten. Eine pauschale Minutenzahl passt nicht zu jeder Betriebsart. Die am Flugzeug verfügbare nutzbare Menge muss außerdem richtig aus Volumen oder Masse ermittelt werden. Kraftstoffdichte und Temperatur können bei Umrechnungen relevant sein. Dokumentiere, welche Voraussetzungen deiner Rechnung zugrunde liegen.
00:02:58 · Rechenbeispiel: Abschnittsbedarf
Ein vereinfachter Reiseflugabschnitt ist einhundertachtzig nautische Meilen lang. Die Groundspeed beträgt einhundertzwanzig Knoten und der Verbrauch sechsunddreißig Liter je Stunde. Einhundertachtzig geteilt durch einhundertzwanzig ergibt eineinhalb Stunden, also neunzig Minuten. Multipliziert mit sechsunddreißig Litern je Stunde sind das vierundfünfzig Liter. Dieses Ergebnis ist nur der Bedarf dieses Abschnitts. Es enthält weder automatisch Roll- und Steigflugbedarf noch Alternativen oder Reserven. In einer Prüfungsaufgabe muss klar erkennbar sein, welcher Teilbedarf gefragt ist und welche zusätzlichen Mengen noch fehlen.
00:03:44 · Flugüberwachung und Trend
Im Flug vergleichst du an geeigneten Punkten die tatsächliche Zeit, Position und Kraftstofflage mit dem Plan. Ein einzelner abweichender Wert kann auf Wind, Leistungsänderung, Umwege oder eine Messunsicherheit hinweisen. Wichtig ist der Trend. Berechne bei wesentlichen Änderungen die verbleibende Strecke und den erwarteten Kraftstoff bei Landung neu. Warte nicht, bis eine geschützte Reserve planmäßig verbraucht werden müsste. Eine frühzeitige Umplanung hält mehr Alternativen offen. Instrumentenanzeigen werden dabei mit anderen verfügbaren Informationen und den zugelassenen Systemverfahren plausibilisiert.
00:04:29 · Diversion vorbereiten
Eine Ausweichentscheidung beginnt mit einer belastbaren Position und geeigneten Flugplätzen. Prüfe Entfernung, Kurs, Wetter, Öffnung beziehungsweise Nutzbarkeit, Bahneignung und die zu erwartende Landemasse. Rechne die Flugzeit mit einer realistischen Groundspeed und überprüfe die Kraftstofflage. Bei Instrumentenflügen sind passende Verfahren und betriebliche Anforderungen zu berücksichtigen. Eine nahe Landebahn ist nicht automatisch die beste Alternative. Plane die Umleitung so, dass Flugzeugführung und Navigation Vorrang behalten. Erforderliche Änderungen werden mit der Flugsicherung abgestimmt oder gemeldet.
00:05:15 · Lernkontrolle
Rechne einen neuen Abschnitt: neunzig nautische Meilen bei neunzig Knoten Groundspeed und dreißig Litern pro Stunde. Wie lange dauert dieser Abschnitt und wie viel Kraftstoff benötigt er? Zweite Frage: Sind in diesem Ergebnis ohne weitere Angaben automatisch der Rollbedarf, ein Ausweichflug und alle vorgeschriebenen Reserven enthalten? Halte das Video an. Schreibe nicht nur das Zahlenergebnis auf, sondern auch, welche Aussage die Zahl erlaubt und welche Bestandteile für die vollständige Flugplanung noch gesondert zu prüfen sind.
00:06:00 · Lösungen und nächster Lernschritt
Der Abschnitt dauert eine Stunde und benötigt unter den vorgegebenen konstanten Bedingungen dreißig Liter. Weitere Kraftstoffbestandteile sind darin nicht automatisch enthalten. Merke dir: Eine Zahl ist nur so brauchbar wie ihre Definition. Vertiefe anschließend Flugplanformulare, Kartenarbeit, Höhenplanung, Leistungsunterlagen, Umrechnungen, Ausweichplanung und die Überwachung im Flug. Plane bei jeder Übung mindestens einen Punkt, an dem du eine neue Entscheidung treffen würdest. So wird aus einer statischen Rechnung ein Plan, der Veränderungen aufnehmen kann.
Quellen und Vertiefung
Die Erklärungen, Beispiele und Lernfragen sind eigenständig erstellt. Die Quellen dienen zur fachlichen Einordnung und weiteren Vertiefung. FAA-Unterlagen werden für technische Grundlagen verwendet; US-Rechtsregeln werden nicht auf EASA-Flüge übertragen.
- EASA: Aircrew und CPL-LernzieleFCL.310 und AMC1 FCL.310; CPL(A)-Lernziele nach Fachcodes. Die Reihe behandelt einen Einstieg und ausgewählte Kernzusammenhänge je Fach.
- EASA: Air OperationsBetriebsarten, Vorbereitung, Kraftstoff, Leistung und betriebliche Verfahren. Revision 24, März 2026; zusätzliche spätere Änderungen im Einzelfall prüfen.
Quellenprüfung: 14. Oktober 2026. Aktuelle Änderungen und den Ausbildungsumfang mit der ATO prüfen.