← Zurück zum CPL(A)-VideoCPL(A) · FACH 022
Instrumentierung
Pitot-Statik, Höhenmesser, Kreisel, elektronische Anzeigen, Autopilot und die Erkennung widersprüchlicher Instrumente.
Dieses Lernvideo bietet Grundlagen und Beispiele. Es deckt den vorgeschriebenen ATO-Theorielehrgang nicht vollständig ab. Zahlen und Darstellungen sind Lehrbeispiele; für den Betrieb gelten die maßgeblichen Vorschriften und Flugzeugunterlagen.
00:00:00 · Messung und Anzeige unterscheiden
Ein Instrument zeigt nicht unmittelbar die ganze Wirklichkeit. Es verarbeitet eine bestimmte Messgröße nach einem Modell. Der Fahrtmesser nutzt einen Druckunterschied; der Höhenmesser nutzt statischen Druck. Elektronische Anzeigen können mehrere Funktionen zusammenführen, aber gemeinsame Sensorfehler bleiben möglich. Frage bei jeder Anzeige: Was wird gemessen, wie wird es verarbeitet, und welche Voraussetzung muss stimmen? Dadurch erkennst du, warum zwei gleich aussehende Anzeigen nicht zwingend unabhängige Bestätigungen sind. Im Cockpit sind Quellenvergleich und Plausibilitätsprüfung deshalb zentrale Arbeitsweisen.
00:00:46 · Pitot-Statik und Geschwindigkeiten
Das Pitotrohr erfasst Gesamtdruck, die statische Druckentnahme den Umgebungsdruck. Der Fahrtmesser verarbeitet ihre Differenz. Angezeigte Geschwindigkeit heißt IAS. Nach Korrektur von Instrumenten- und Einbaufehlern erhältst du CAS. Die Korrektur der Kompressibilität führt zu EAS; die Berücksichtigung der Luftdichte zur TAS. Diese Unterscheidungen sind besonders in größeren Höhen wichtig. Die Geschwindigkeit über Grund ergibt sich erst zusammen mit dem Wind. Ein steigender TAS-Wert bei gleicher IAS in dünnerer Luft bedeutet deshalb nicht automatisch mehr Abstand zum Strömungsabriss.
00:01:30 · Höhenmesser und Druckbezug
Ein barometrischer Höhenmesser ordnet Druck einem Höhenwert zu. Mit QNH liefert er einen Höhenbezug zur mittleren Meereshöhe nach dem zugrunde liegenden Atmosphärenmodell. Bei Standarddruck werden Flugflächen verwendet. Der Wechsel richtet sich nach den veröffentlichten Regeln, einschließlich Übergangshöhe und Übergangsfläche. Bei kalter Luft kann die wahre Höhe geringer sein als die angezeigte. Eine passende Druckeinstellung beseitigt diesen Temperatureffekt nicht vollständig. Verwechsle außerdem Höhe über Meer, Höhe über Grund und Druckhöhe nicht: Sie beantworten unterschiedliche betriebliche Fragen.
00:02:14 · Kreisel, AHRS und Magnetkompass
Klassische Kreisel nutzen ihre räumlichen Eigenschaften zur Lage- und Richtungsanzeige. Ihre Energie kann aus Unterdruck oder einer elektrischen Versorgung stammen. Ein elektronisches AHRS kombiniert Sensoren und Rechenverfahren. Auch hier müssen Energie und Datenqualität vorhanden sein. Der Magnetkompass benötigt keinen solchen Kreisel, zeigt aber unter anderem Beschleunigungs- und Kurvenfehler. Die genaue Ausprägung hängt von der Hemisphäre und Flugrichtung ab. Vergleiche daher Lage, Flugweg, Drehrate und weitere verfügbare Quellen. Ein einzelnes widersprüchliches Instrument darf nicht unkritisch die gesamte Beurteilung bestimmen.
00:03:01 · Luftdaten, Glas-Cockpit und Automation
Der Air Data Computer verarbeitet unter anderem Druck- und Temperaturinformationen. Das AHRS liefert Lage- und Richtungsdaten. Auf einem Primary Flight Display kommen diese Informationen zusammen. Ein großer Bildschirm bedeutet aber nicht, dass alle Werte von unabhängigen Quellen stammen. Bei Autopilot und Flight Director musst du aktive und lediglich vorgewählte Modi unterscheiden. Die Modusanzeige bestätigt, was die Automation tatsächlich tut. Ein eingestellter Höhenwert allein garantiert keine Höhenaufnahme. Überwache deshalb Modus, Flugzeugreaktion und Flugweg, besonders nach jeder Änderung.
00:03:48 · Blockierungen logisch ableiten
Ein Fehlerbild lässt sich nur bestimmen, wenn die Art der Blockierung bekannt ist. Bei vollständig blockierter statischer Quelle bleibt ein einfacher Höhenmesser auf seinem bisherigen Wert stehen; ein klassisches Variometer zeigt nach dem Ausgleich keine Höhenänderung mehr. Auch der Fahrtmesser kann dann fehlerhaft anzeigen. Bei Pitotproblemen ist entscheidend, ob neben der Eintrittsöffnung auch die Entwässerung blockiert ist. Lerne daher keine pauschale Aussage, dass bei jeder Blockierung die Geschwindigkeit auf null fällt. Zeichne stattdessen, welche Drücke noch an den Instrumenten anliegen.
00:04:30 · Rechenbeispiel: Druckeinstellung
Für eine überschlägige Übungsrechnung verwenden wir in geringer Höhe etwa siebenundzwanzig Fuß je Hektopascal. Du stellst am unverändert stehenden Höhenmesser einen um zehn Hektopascal höheren Bezugsdruck ein. Die Anzeige steigt ungefähr um zweihundertsiebzig Fuß. Das Flugzeug ist dabei nicht gestiegen; nur der Bezug wurde verändert. Der Zusammenhang ist eine Näherung, kein universeller Korrekturwert für jede Höhe und Atmosphäre. Achte in einer Prüfung auf den vorgegebenen Umrechnungswert und auf die Frage, ob Einstellung, Anzeige oder wahre Höhe gesucht ist.
00:05:12 · Lernkontrolle
Erstens: Das Flugzeug bleibt an derselben Stelle und du erhöhst die Druckeinstellung des Höhenmessers. Bewegt sich die Anzeige nach oben oder nach unten? Zweitens: Zwei elektronische Displays zeigen denselben fehlerhaften Geschwindigkeitswert. Ist das automatisch ein Beweis dafür, dass die Geschwindigkeit stimmen muss? Nenne eine mögliche gemeinsame Fehlerquelle. Halte das Video für deine Antworten an. Begründe jeweils mit der Messkette aus Sensor, Verarbeitung und Anzeige, anstatt nur das sichtbare Instrument zu betrachten.
00:05:59 · Lösungen und Vertiefung
Bei höher eingestelltem Bezugsdruck steigt die Höhenanzeige. Zwei übereinstimmende Displays sind keine unabhängige Bestätigung, wenn sie dieselbe fehlerhafte Quelle nutzen. Merke dir für das Fach Instrumentierung die Kette Messgröße, Sensor, Verarbeitung, Anzeige und Plausibilitätsprüfung. Zur Vertiefung gehören unter anderem Magnetismus, Inertialsysteme, Flugschreiber, Warnanlagen, Triebwerksüberwachung und automatische Flugführung. Übe mit Fehlerbildern, in denen du zuerst die gemeinsame Quelle identifizierst. Konkrete Umschaltungen und Ersatzverfahren richten sich nach dem verwendeten Flugzeug und seiner Ausrüstung.
Quellen und Vertiefung
Die Erklärungen, Beispiele und Lernfragen sind eigenständig erstellt. Die Quellen dienen zur fachlichen Einordnung und weiteren Vertiefung. FAA-Unterlagen werden für technische Grundlagen verwendet; US-Rechtsregeln werden nicht auf EASA-Flüge übertragen.
- EASA: Aircrew und CPL-LernzieleFCL.310 und AMC1 FCL.310; CPL(A)-Lernziele nach Fachcodes. Die Reihe behandelt einen Einstieg und ausgewählte Kernzusammenhänge je Fach.
- FAA: Pilot’s Handbook of Aeronautical KnowledgeTechnische Grundlagen zu Aerodynamik, Systemen, Instrumenten, Masse und Schwerpunkt, Leistung, Wetter, Navigation und menschlichen Faktoren. Europäische Betriebs- und Lizenzregeln werden separat über EASA eingeordnet.
Quellenprüfung: 14. Oktober 2026. Aktuelle Änderungen und den Ausbildungsumfang mit der ATO prüfen.