WEBVTT

1
00:00:00.300 --> 00:00:04.395
Ein Hubschrauberrotor besteht aus umlaufenden Tragflächen.

2
00:00:04.475 --> 00:00:11.129
Jedes Blattprofil wird von einer relativen Luftströmung getroffen und erzeugt aerodynamische Kräfte.

3
00:00:11.209 --> 00:00:16.660
Entscheidend ist der Anstellwinkel zwischen Profilsehne und relativer Anströmung.

4
00:00:16.740 --> 00:00:23.252
Er ist nicht mit dem mechanischen Einstellwinkel gleichzusetzen, denn die Strömung durch die Rotorebene

5
00:00:23.252 --> 00:00:24.517
wirkt ebenfalls mit.

6
00:00:24.597 --> 00:00:30.668
Blattgeschwindigkeit und Last ändern sich über den Radius und im Vorwärtsflug auch während einer

7
00:00:30.668 --> 00:00:31.300
Umdrehung.

8
00:00:31.380 --> 00:00:35.834
Die Rotordrehzahl muss innerhalb der vorgeschriebenen Grenzen bleiben.

9
00:00:35.914 --> 00:00:42.070
Das folgende Schaubild ist schematisch und stellt keine Leistungsdaten eines bestimmten Musters dar.

10
00:00:44.967 --> 00:00:50.345
Mit dem Kollektiv wird der Einstellwinkel der Hauptrotorblätter gemeinsam verändert.

11
00:00:50.425 --> 00:00:56.302
Bei ansonsten gleichen Bedingungen verändern sich dadurch Rotorlast und Leistungsbedarf.

12
00:00:56.382 --> 00:01:02.416
Die zyklische Steuerung ändert die Blattwinkel während des Umlaufs und beeinflusst die Ausrichtung der

13
00:01:02.416 --> 00:01:03.185
Rotorscheibe.

14
00:01:03.265 --> 00:01:10.122
Die Pedale steuern die Gierbewegung über das jeweils vorhandene System, beispielsweise den Heckrotor.

15
00:01:10.202 --> 00:01:17.042
Die Wirkungen sind gekoppelt: Eine Änderung des Leistungsbedarfs beeinflusst auch das zu kompensierende

16
00:01:17.042 --> 00:01:17.773
Drehmoment.

17
00:01:17.853 --> 00:01:22.279
Deshalb besteht Hubschraubersteuerung aus koordiniertem Arbeiten.

18
00:01:22.359 --> 00:01:29.103
Die genaue Wirkung und die erforderlichen Verfahren hängen vom Rotorsystem und vom Hubschraubermuster ab.

19
00:01:32.050 --> 00:01:37.340
Im Schwebeflug muss der Rotor die für den Flug notwendige Kraft erzeugen, ohne dass

20
00:01:37.340 --> 00:01:41.673
Vorwärtsgeschwindigkeit den gesamten Rotor durch frische Luft führt.

21
00:01:41.753 --> 00:01:45.825
Dazu beschleunigt er Luft durch die Rotorebene nach unten.

22
00:01:45.905 --> 00:01:52.204
In geeigneter Bodennähe verändert die Oberfläche die Strömung und kann den induzierten Leistungsbedarf

23
00:01:52.204 --> 00:01:52.883
vermindern.

24
00:01:52.963 --> 00:01:55.063
Dies ist der Bodeneffekt.

25
00:01:55.143 --> 00:02:00.441
Er hängt unter anderem von Abstand, Oberfläche und Flugzustand ab.

26
00:02:00.521 --> 00:02:06.273
Schweben im Bodeneffekt und außerhalb des Bodeneffekts sind deshalb verschiedene Leistungsfälle.

27
00:02:06.353 --> 00:02:12.707
Eine erfolgreiche Schwebeprobe in Bodennähe beweist nicht, dass ein senkrechter Abflug über hohe

28
00:02:12.707 --> 00:02:14.296
Hindernisse möglich ist.

29
00:02:17.217 --> 00:02:23.476
Mit zunehmender Vorwärtsbewegung wird der Rotor anders angeströmt als beim stationären Schweben.

30
00:02:23.556 --> 00:02:30.617
Er arbeitet zunehmend außerhalb eines Teils seiner zuvor erzeugten Strömung, und die induzierten Verluste

31
00:02:30.617 --> 00:02:31.558
können sinken.

32
00:02:31.638 --> 00:02:36.568
Dieser Übergang wird häufig mit dem Begriff Translationsauftrieb verbunden.

33
00:02:36.648 --> 00:02:41.946
Er ist kein einzelner, für alle Muster identischer Geschwindigkeitsschalter.

34
00:02:42.026 --> 00:02:45.554
Gleichzeitig ändern sich Steuerbedarf und Lage.

35
00:02:45.634 --> 00:02:51.909
Bei höherer Fahrt nimmt insbesondere der Widerstand des Hubschraubers zu, sodass die erforderliche

36
00:02:51.909 --> 00:02:53.766
Gesamtleistung wieder steigt.

37
00:02:53.846 --> 00:03:00.130
Nutze für konkrete Geschwindigkeiten und Grenzen immer das richtige Flughandbuch und die praktische

38
00:03:00.130 --> 00:03:00.828
Einweisung.

39
00:03:03.717 --> 00:03:10.384
Im Vorwärtsflug besitzt das vorlaufende Rotorblatt relativ zur Luft eine höhere Geschwindigkeit als das

40
00:03:10.384 --> 00:03:11.355
zurücklaufende.

41
00:03:11.435 --> 00:03:17.056
Ohne ausgleichende Mechanismen entstünde eine ausgeprägte ungleiche Lastverteilung.

42
00:03:17.136 --> 00:03:23.324
Blattbewegung und zyklische Blattwinkeländerung helfen, diese Verteilung auszugleichen.

43
00:03:23.404 --> 00:03:29.645
Auf der zurücklaufenden Seite kann bei hoher Beanspruchung ein kritischer Anstellwinkel erreicht werden.

44
00:03:29.725 --> 00:03:36.477
Hohe Geschwindigkeit, große Masse, hohe Dichtehöhe und zusätzliche Lasten können die Reserve

45
00:03:36.477 --> 00:03:37.431
beeinflussen.

46
00:03:37.511 --> 00:03:42.499
Beachte die musterabhängigen Grenzen und Warnzeichen aus dem Flughandbuch.

47
00:03:42.579 --> 00:03:48.763
Ein Hubschrauber ist daher nicht allein durch verfügbare Triebwerksleistung in seiner Geschwindigkeit

48
00:03:48.763 --> 00:03:49.314
begrenzt.

49
00:03:52.217 --> 00:03:59.513
Autorotation ist ein Flugzustand, in dem die Luftströmung den Rotor antreibt, statt dass das Triebwerk

50
00:03:59.513 --> 00:04:02.303
das notwendige Rotordrehmoment liefert.

51
00:04:02.383 --> 00:04:08.031
Während des Sinkens strömt Luft relativ zum Rotor von unten durch die Rotorebene.

52
00:04:08.111 --> 00:04:12.497
Verschiedene Blattbereiche können antreibend oder bremsend wirken.

53
00:04:12.577 --> 00:04:18.922
Höhe, Vorwärtsgeschwindigkeit und gespeicherte Rotorenergie sind dabei wichtige Größen.

54
00:04:19.002 --> 00:04:25.153
Diese Erklärung ist ein Energiemodell und keine Handlungsanweisung für einen Triebwerksausfall.

55
00:04:25.233 --> 00:04:31.829
Eintritt, Geschwindigkeiten, Drehzahlführung und Landeverfahren sind musterabhängig und werden mit

56
00:04:31.829 --> 00:04:35.531
Fluglehrer sowie den zugelassenen Unterlagen trainiert.

57
00:04:35.611 --> 00:04:39.903
Das Höhen Geschwindigkeits Diagramm gehört zur Vorbereitung.

58
00:04:42.800 --> 00:04:49.025
Beim Wirbelringzustand kann der Rotor bei einer ungünstigen Kombination aus geringer horizontaler

59
00:04:49.025 --> 00:04:54.095
Bewegung, Sinken und Leistung in seiner eigenen verwirbelten Strömung arbeiten.

60
00:04:54.175 --> 00:04:58.502
Zusätzliche Leistung allein ist dann keine verlässliche Lösung.

61
00:04:58.582 --> 00:05:04.957
Dynamisches Umkippen ist ein anderer Mechanismus: Mit einem festen Kontaktpunkt kann ein Rollmoment

62
00:05:04.957 --> 00:05:09.657
entstehen, das sich nicht durch beliebige Gegensteuerung aufhalten lässt.

63
00:05:09.737 --> 00:05:15.548
Beide Themen zeigen, warum eine saubere Flugzustandsbeurteilung nötig ist.

64
00:05:15.628 --> 00:05:20.503
Konkrete Vermeidungs- und Ausleitverfahren lernst du musterbezogen.

65
00:05:20.583 --> 00:05:26.999
Ein allgemeines Video darf daraus keine universelle Reihenfolge von Steuerbewegungen ableiten.

66
00:05:29.883 --> 00:05:35.514
Ein eigener Übungsfall: Ein beladener Hubschrauber kann dicht über dem Boden schweben.

67
00:05:35.594 --> 00:05:39.316
Du möchtest anschließend senkrecht über Bäume steigen.

68
00:05:39.396 --> 00:05:44.190
Beweist die Schwebeprobe, dass genügend Reserve vorhanden ist?

69
00:05:44.270 --> 00:05:46.019
Halte kurz an.

70
00:05:46.099 --> 00:05:47.202
Nein.

71
00:05:47.282 --> 00:05:53.843
Der günstige Bodeneffekt kann beim Steigen entfallen; außerdem müssen Abflugweg und Hindernisse zum

72
00:05:53.843 --> 00:05:55.234
Leistungsfall passen.

73
00:05:55.314 --> 00:05:59.606
Dafür ist die passende Berechnung im Flughandbuch erforderlich.

74
00:05:59.686 --> 00:06:07.465
Nimm aus diesem Fach die Zusammenhänge mit: Blattwinkel, Strömung, Drehzahl, Leistung und Flugzustand

75
00:06:07.465 --> 00:06:09.159
beeinflussen einander.

76
00:06:09.239 --> 00:06:15.534
Die praktische Beherrschung entsteht aus Unterricht, Einweisung und beaufsichtigtem Training.
