Flugleistung Hubschrauber – CPL(H) 00:00:00 Dein Lernziel Willkommen zum Fach Flugleistung Hubschrauber der CPL Hubschrauber Theorie. Du unterscheidest Leistungsbedarf, verfügbare Leistung und die Leistungsgrenzen beim Schweben und Starten. Du lernst zentrale Grundlagen und wendest sie auf einen Übungsfall aus der Berufspilotenausbildung an. Dieses kompakte Video ergänzt die Ausbildung und die Wiederholung. Schematische Darstellungen und erfundene Rechenwerte sind keine Betriebsunterlagen. Für die vollständigen Lernziele und die Prüfungsvorbereitung verwendest du den Lehrplan deiner genehmigten Ausbildungsorganisation. Unter dem Video findest du Kapitel, Untertitel, Sprechertext und Quellen. 00:00:45 Leistungsbedarf und Leistungsangebot Für einen Flugzustand benötigt der Hubschrauber eine bestimmte Leistung. Wie viel Leistung verfügbar ist, hängt unter anderem von Triebwerk, Umgebungsbedingungen und zulässigen Grenzen ab. Ein Überschuss kann für Beschleunigung oder Steigen genutzt werden. Eine nominelle Triebwerksleistung ist nicht automatisch in jedem Zustand nutzbar: Getriebe-, Temperatur- oder Drehmomentgrenzen können früher erreicht sein. Leistungskurven müssen daher unter den richtigen Voraussetzungen gelesen werden. Prüfe immer Masse, Druckhöhe, Temperatur und die im Diagramm genannte Konfiguration. 00:01:26 Schweben innerhalb und außerhalb des Bodeneffekts Bodennähe verändert das Strömungsfeld des Rotors. Unter passenden Bedingungen ist für das Schweben im Bodeneffekt weniger induzierte Leistung erforderlich als außerhalb. Ein Nachweis für das Schweben im Bodeneffekt beweist deshalb keine ausreichende Leistung außerhalb. Die tatsächliche Wirkung hängt von Untergrund, Höhe und weiteren Bedingungen ab. Verwende die ausdrücklich passende Tabelle. Eine scheinbar erfolgreiche kurze Schwebesequenz am Startplatz ist kein Ersatz für eine Leistungsberechnung am späteren Einsatzort. 00:02:03 Dichtehöhe und Masse Geringe Luftdichte verschlechtert typischerweise die Rotorleistung und kann auch die verfügbare Triebwerksleistung beeinflussen. Hohe Temperatur und geringe Luftdichte sind daher für Hubschraubereinsätze besonders wichtig. Eine höhere Masse erhöht den erforderlichen Rotorschub und den Leistungsbedarf. Die Kombination kann die Schwebefähigkeit begrenzen. Verwechsle Druckhöhe und Dichtehöhe nicht: Das Diagramm kann Druckhöhe und Temperatur getrennt verlangen. Trage genau die geforderten Eingangsgrößen ein und extrapoliere nicht außerhalb des zugelassenen Bereichs. 00:02:42 Start, Hindernisse und Triebwerksausfall Ein sicherer Leistungsnachweis berücksichtigt mehr als das Abheben. Startstrecke, Hindernisse und die anwendbaren Anforderungen bei Triebwerksausfall gehören ebenfalls dazu. Bei mehrmotorigen Hubschraubern beschreibt der Einmotorenfall eine eigene Leistungsbetrachtung. Die Kategorien des zugelassenen Musters und die betrieblichen Leistungsklassen sind unterschiedliche Begriffe. Sie dürfen nicht gleichgesetzt werden. Ob ein Startprofil zulässig und geeignet ist, folgt aus dem konkreten Flughandbuch und den Betriebsvorschriften. Dieses schematische Video liefert dafür keine allgemeine Starttechnik. 00:03:24 Rechenbeispiel: Reserve erkennen Angenommen, unter einer definierten Bedingung stehen fünfhundert Kilowatt zur Verfügung und der betrachtete Flugzustand erfordert vierhundertsechzig Kilowatt. Die Differenz beträgt vierzig Kilowatt. Das ist nur eine rechnerische Leistungsdifferenz für diese Bedingung. Sie beweist weder eine konkrete Steigrate noch einen zulässigen Start. Ändern sich Masse, Temperatur, Rotorzustand oder eine begrenzende Komponente, gilt die Rechnung nicht unverändert weiter. Für die Umsetzung in Flugleistung brauchst du die passenden zugelassenen Daten. 00:04:02 CPL-Leistungsprüfung am Landeplatz Für einen hoch gelegenen Landeplatz prüfst du das passende Leistungsdiagramm des Hubschraubers. Verwende die tatsächlichen Eingangsgrößen und die im Diagramm definierten Bedingungen. Druckhöhe und Temperatur sind dabei nicht einfach durch die Platzhöhe austauschbar. Ein bestandener Nachweis für Schweben im Bodeneffekt beweist kein ausreichendes Schwebevermögen außerhalb des Bodeneffekts. Berücksichtige zusätzlich Hindernisse, Anflug, Abflug und die anwendbaren Betriebsanforderungen. Eine freie Sicht auf die Landefläche ist kein Leistungsnachweis. Im Lernfall nennt die Aufgabe nur eine I G E Grenze, verlangt aber O G E Schweben: Mit diesen Angaben ist der geforderte Nachweis noch nicht erbracht. 00:04:51 Lerncheck und nächster Schritt Prüfe dein Verständnis. Beweist IGE-Schwebefähigkeit die OGE-Schwebefähigkeit? Nein. Außerhalb des Bodeneffekts kann mehr Leistung nötig sein. Darfst du ein Leistungsdiagramm beliebig extrapolieren? Nein. Verwende die zugelassenen Daten innerhalb ihrer Voraussetzungen. Die Fragen sind selbst erstellt. Wiederhole unklare Kapitel und vertiefe das Fach mit den Lernzielen deiner Ausbildungsorganisation. Quellen, Kapitelmarken und den vollständigen Sprechertext findest du unter dem Video. Quellen EASA: Europäischer Fragenkatalog und aktuelle Lehrplangrundlage https://www.easa.europa.eu/en/domains/aircrew-and-medical/european-central-question-bank-ecqb EASA: Aircrew / Part-FCL und Lernziele https://www.easa.europa.eu/en/document-library/easy-access-rules/easy-access-rules-aircrew-regulation-eu-no-11782011 EASA: Air Operations https://www.easa.europa.eu/en/document-library/easy-access-rules/easy-access-rules-air-operations-regulation-eu-no-9652012 FAA: Helicopter Flying Handbook – technische Ergänzung, kein EU-Rechtsbezug https://www.faa.gov/regulations_policies/handbooks_manuals/aviation/helicopter_flying_handbook