FAQ – LAPL (A)
Was ist der LAPL(A)?
Der LAPL(A) (Light Aircraft Pilot Licence – Aeroplane) ist eine europäische Pilotenlizenz für Leichtflugzeuge bis 2.000 kg MTOM und maximal 3 Passagieren plus Pilot. Er ist in allen EASA-Mitgliedsstaaten gültig.
Worin unterscheidet sich LAPL(A) und PPL(A)?
Der LAPL(A) ist einfacher und günstiger zu erwerben, hat aber mehr Einschränkungen: maximale Abflugmasse 2.000 kg, maximal 3 Passagiere und keine automatische Anerkennung außerhalb der EASA-Staaten. Der PPL(A) ist internationaler und besser erweiterbar (z.B. IFR, größere Flugzeuge), benötigt aber mehr Ausbildungsstunden.
Welche Voraussetzungen muss ich für den LAPL(A) erfüllen?
Typisch sind:
– Mindestalter für den Alleinflug: 16 Jahre
– Mindestalter zur Lizenz: 17 Jahre
– Ausreichende Deutsch- oder Englischkenntnisse
– Tauglichkeitszeugnis „LAPL Medical“
– Flugschule/Aeroclub, der LAPL(A) anbietet.
Brauche ich ein medizinisches Tauglichkeitszeugnis?
Ja. Für den LAPL(A) benötigst du ein **LAPL Medical** von einem flugmedizinischen Sachverständigen. Es ist weniger streng als das Klasse-2-Medical für PPL, muss aber regelmäßig erneuert werden. Ohne gültiges Medical darfst du nicht fliegen.
Wie lange ist das LAPL Medical gültig?
Im Regelfall:
– Bis 40 Jahre: 5 Jahre
– Über 40 Jahre: 2 Jahre
Die genaue Gültigkeit steht auf deinem Medical. Bei bestimmten Vorerkrankungen kann sie kürzer sein.
Wie viele Flugstunden brauche ich für den LAPL(A)?
Die EASA-Minimumanforderung liegt bei **mindestens 30 Flugstunden**, davon:
– mindestens 15 Stunden mit Fluglehrer
– mindestens 6 Stunden Solo, inklusive Überlandflug
In der Praxis brauchen viele Schüler etwas mehr, bis sie prüfungsreif sind.
Wie läuft die praktische Ausbildung zum LAPL(A) ab?
Die Ausbildung beginnt mit Platzrunden, Sicherheits- und Notverfahren, dann folgen Navigationsflüge und Funksprechverfahren. Nach ausreichender Übung machst du Solo-Platzrunden, später Solo-Überlandflüge. Am Ende steht die praktische Lizenzprüfung mit einem Prüfer.
Welche Theorieprüfungen sind für den LAPL(A) nötig?
Typischerweise werden Prüfungen in folgenden Fächern verlangt:
– Luftrecht
– Navigation
– Meteorologie
– Menschliches Leistungsvermögen
– Flugleistung & Flugplanung
– Allgemeine Luftfahrzeugkunde
– Betriebliche Verfahren
– Kommunikation (ggf. Englisch)
Die Inhalte sind etwas reduziert im Vergleich zum PPL(A).
Wie lange dauert die Ausbildung zum LAPL(A)?
Das hängt von Zeit, Wetter und Verfügbarkeit ab. Im Vollzeitmodus ist es in einigen Monaten machbar; viele Hobbypiloten brauchen etwa 6–12 Monate bei Teilzeitausbildung neben Beruf oder Schule.
Was kostet der LAPL(A) ungefähr?
Die Kosten variieren nach Flugzeugtyp, Region und Flugschule, liegen aber häufig zwischen **6.000 und 10.000 Euro**. Darin enthalten sind Flugstunden, Theorieunterricht, Prüfungsgebühren, Medical und Lernmaterialien.
Welche Flugzeuge darf ich mit LAPL(A) fliegen?
Du darfst **einmotorige, kolbenmotorgetriebene Flugzeuge** (SEP) bis maximal 2.000 kg MTOM fliegen, wenn du darauf geschult bist und eine entsprechende Einweisung hast. Typische Schulflugzeuge sind z.B. Cessna 152/172, Piper PA-28 oder ähnliche.
Wie viele Passagiere darf ich mitnehmen?
Mit dem LAPL(A) darfst du maximal **3 Passagiere** mitnehmen, also insgesamt 4 Personen an Bord (Pilot inklusive). Vor der Mitnahme von Passagieren musst du bestimmte Erfahrung gesammelt haben (z.B. 10 Stunden als verantwortlicher Pilot nach Lizenzerhalt – je nach nationaler Umsetzung).
Darf ich mit LAPL(A) Nachtflug (Nacht-VFR) machen?
Nur, wenn du eine separate **Nachtflugberechtigung (Night Rating)** erworben hast und dein Land dies für LAPL(A) zulässt. Ohne Night Rating ist der Flug auf Tag-VFR beschränkt.
Ist ein Instrumentenflug (IFR) mit LAPL(A) möglich?
Ein vollwertiges IFR-Rating ist klassischerweise an den PPL(A) gekoppelt. Mit LAPL(A) beschränkst du dich in der Regel auf **VFR-Flüge** (Sichtflugbedingungen). Wenn du IFR fliegen möchtest, ist meist ein Upgrade auf PPL(A) sinnvoll.
Kann ich mit LAPL(A) gewerblich fliegen oder Geld verdienen?
Der LAPL(A) ist **nur für nichtgewerbliche Flüge** gedacht. Du darfst weder gewerbliche Passagierflüge durchführen noch als Berufspilot arbeiten. Kostenbeteiligung mit Passagieren ist im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben möglich (z.B. Kostenteilung).
Wie unterscheidet sich LAPL(A) vom UL-Schein?
UL (Ultraleicht) ist eine rein nationale Lizenz mit anderen Regeln und Flugzeugkategorien (typisch 2-sitzige, sehr leichte Flugzeuge).
LAPL(A) ist eine **europäische EASA-Lizenz**, gilt in allen EASA-Staaten und deckt zertifizierte Leichtflugzeuge bis 2.000 kg ab. UL-Flugzeuge sind in der Regel günstiger, LAPL(A)-Flugzeuge schwerer und vielseitiger.
Wo gilt der LAPL(A)?
Der LAPL(A) gilt in allen **EASA-Mitgliedsstaaten**. Außerhalb Europas ist die Anerkennung nicht garantiert. Für weltweite Flüge ist ein PPL(A) oft die bessere Wahl.
Wie läuft die praktische LAPL(A)-Prüfung ab?
Die praktische Prüfung besteht aus einem Flug mit einem Prüfer. Dabei werden u.a. folgende Punkte abgefragt:
– Flugvorbereitung und Wetterbriefing
– Start, Landung, Platzrunden
– Navigationsflug
– Notverfahren (z.B. simulierte Triebwerksausfälle)
– Funk und Luftraumstruktur
Der Prüfer achtet auf Sicherheit, Fluggefühl und Verfahrenstreue.
Welche Theorieprüfung muss ich für den LAPL(A) bestehen?
Du legst eine **behördliche Theorieprüfung** (oft am PC) in mehreren Fächern ab. Häufig sind das Multiple-Choice-Fragen. Alle Fächer müssen innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums bestanden werden. Die genaue Organisation regelt die zuständige Luftfahrtbehörde.
Wie halte ich meinen LAPL(A) gültig (Recency)?
Du musst eine **Mindestflugerfahrung** in einem bestimmten Zeitraum nachweisen, z.B. 12 Flugstunden in den letzten 24 Monaten mit Starts und Landungen als PIC sowie Auffrischungsflug mit einem Fluglehrer (abhängig von nationalen Regeln). Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist meist ein Checkflug oder zusätzliche Schulung nötig.
Kann ich von LAPL(A) auf PPL(A) upgraden?
Ja, ein Upgrade ist grundsätzlich möglich. Ein Teil deiner LAPL(A)-Flugerfahrung kann angerechnet werden. Du musst aber zusätzliche Ausbildungsstunden, Theorieinhalte und eine PPL-Prüfung absolvieren. Details legt deine Flugschule bzw. Behörde fest.
Darf ich mit LAPL(A) in kontrollierte Lufträume fliegen?
Ja, sofern du die entsprechenden **Funksprech- und Luftraumkenntnisse** hast und die Freigaben der Flugsicherung einhältst. In kontrollierten Lufträumen (z.B. Luftraum C/D um größere Flughäfen) gelten besondere Verfahren, die du in der Ausbildung lernst.
Brauche ich ein Funksprechzeugnis (BZF/EFZ)?
Ja. Für den Sprechfunk im deutschen Luftraum benötigst du ein entsprechendes Funksprechzeugnis, z.B.:
– BZF I oder II (deutsche Sprechfunkzeugnisse)
– AZF/EFZ oder vergleichbare englische Zeugnisse für IFR/englischen Funk
Ohne gültiges Funksprechzeugnis darfst du keinen Sprechfunk durchführen.
Wie oft muss ich Theorie oder Praxis auffrischen?
Es gibt keine feste Pflicht zu regelmäßigen Theorieprüfungen, aber du musst **deine fliegerische Erfahrung aktuell halten** (Recency). Viele Piloten machen freiwillig Auffrischungsflüge mit Fluglehrern, Safety-Trainings oder Seminare (z.B. Wetter, Human Factors), um auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Kann ich mit LAPL(A) ins Ausland fliegen?
Ja, du kannst in andere **EASA-Länder** fliegen, sofern du dortige Vorschriften, Zoll- und Grenzformalitäten sowie Luftraumstrukturen beachtest. Für Nicht-EASA-Staaten ist vorab zu klären, ob der LAPL(A) akzeptiert wird.
Darf ich mit LAPL(A) in den Alpen fliegen?
Grundsätzlich ja, aber Gebirgsflüge sind anspruchsvoll. Empfohlen werden:
– Zusatzeinweisung bei alpenerfahrenen Fluglehrern
– Sorgfältige Wetter- und Leistungsplanung
– Sicherheitsreserven bei Höhe und Treibstoff
Ein spezielles „Alpenrating“ ist nicht zwingend, aber spezielle Schulungen sind sehr sinnvoll.
Wie finde ich eine geeignete Flugschule für LAPL(A)?
Achte auf:
– EASA-zugelassene Flugschule (ATO/RF)
– Erfahrung mit LAPL(A)-Ausbildung
– Zustand und Typ der Schulflugzeuge
– Sympathie und Verfügbarkeit der Fluglehrer
– Transparente Kostenstruktur
Ein Probetermin oder Schnupperflug hilft bei der Entscheidung.
Ist ein LAPL(A) auch für Berufspiloten-Karriere geeignet?
Der LAPL(A) ist primär für **Freizeitpiloten** gedacht. Wenn du später Berufspilot werden möchtest, ist ein direktes Einsteigen mit PPL(A) oft sinnvoller, da dieser leichter auf CPL/ATPL ausgebaut werden kann. Ein LAPL(A) kann aber ein guter Einstieg sein, wenn noch keine Karrierepläne feststehen.
Was passiert, wenn ich längere Zeit nicht fliege?
Wenn du länger nicht fliegst, kannst du deine **Recenty-Anforderungen verfehlen**. Dann darfst du zwar formal noch Inhaber der Lizenz sein, sie aber nicht ausüben, bis du z.B. mit einem Fluglehrer Auffrischungsflüge machst oder einen Checkflug absolvierte hast. Die genauen Anforderungen stehen in den geltenden Vorschriften.
Für wen eignet sich der LAPL(A) besonders?
Der LAPL(A) eignet sich ideal für:
– Hobbypiloten mit Fokus auf Freizeitflüge
– Flieger, die vorwiegend im europäischen Raum unterwegs sein möchten
– Personen, für die PPL-Anforderungen (z.B. medizinisch oder finanziell) zu hoch sind
– Wiedereinsteiger, die mit geringerem Aufwand wieder ins Fliegen kommen wollen.
Was sind die ersten Schritte, wenn ich LAPL(A) machen möchte?
1. Informationsgespräch oder Schnupperflug bei einer Flugschule
2. Entscheidung für Flugschule/Verein
3. Beantragung/Einholung des LAPL Medical
4. Vertrag/Anmeldung zur Ausbildung
5. Beginn mit Theorie und ersten Flugstunden
So kommst du Schritt für Schritt zu deinem LAPL(A).

